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Nordwestmecklenburg Erste Frau bewirbt sich um das Bürgermeisteramt
Lokales Nordwestmecklenburg Erste Frau bewirbt sich um das Bürgermeisteramt
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21:01 21.01.2016
Christiane Münter (58) bewirbt sich für das Bürgermeisteramt.

Das Rennen um die Wahl des Bürgermeisters in Grevesmühlen nimmt Fahrt auf. Die Fraktion „grevesmühlen.jetzt“, die aus den Freien Wählern hervorgegangen ist, unterstützt ihr Mitglied Christiane Münter bei der Kandidatur. Damit gibt es nun drei Bewerber um die Nachfolge von Jürgen Ditz (parteilos) im Grevesmühlener Rathaus. Die CDU hat Bauamtsleiter Lars Prahler aufgestellt, die SPD schickt ihren Fraktionsvorsitzenden Stefan Baetke ins Rennen. Unklar ist derzeit noch, ob die Linken ihrerseits auch einen Kandidaten nominieren.

Christiane Münter (58) arbeitet seit 1991 als verbeamtete Juristin in der Kreisverwaltung Nordwestmecklenburg. Die gebürtige Niedersächsin war zuvor vier Jahre als selbstständige Rechtsanwältin in Lübeck tätig. „Dann kam die Anfrage, das Rechtsamt in Grevesmühlen aufzubauen“, beschreibt sie ihre Anfänge in Nordwestmecklenburg. „Ich hatte schon immer einen guten Draht zu den Menschen im Osten, zwei Jahre später bin ich dann auch nach Grevesmühlen gezogen.“ Seitdem engagiert sie sich in Nordwestmecklenburg, war viele Jahre Mitglied der CDU in Grevesmühlen, wechselte dann zu den Freien Wählern in der Stadtvertretung, aus denen seit Jahresbeginn die neue Fraktion „grevesmühlen.jetzt“ wurde. Die mit drei Mitgliedern kleinste Fraktion im Grevesmühlener Parlament hat sich vor allem einen Namen gemacht, weil ihre Mitglieder sich den gemeinsamen Beschlüssen von SPD und CDU entgegenstellen. So hatten sie lange Zeit versucht, den Neubau des Aldi/Markant-Supermarktes einzugrenzen.

Vor allem Christiane Münter hatte sich bei den Diskussionen um den Einkaufsmarkt als Kritikerin des Projektes präsentiert.

„Ich bin eine Powerfrau“, sagt Christiane Münter von sich. Streitbar sagen andere über die Lokalpolitikerin, die selten ein Blatt vor den Mund nimmt, sowohl privat als auch beruflich. 13 Verfahren gab es allein mit ihrem Arbeitgeber, dem Landkreis. „Die habe ich alle gewonnen“, betont sie. Ein Disziplinarverfahren steht derzeit noch aus. 2009 brachte sie, damals noch als CDU-Ortsvorsitzende, die sogenannte „Zettelklage“ ins Rollen, als die Christdemokraten die Abstimmung über die Wahl von Hans-Joachim Schönfeldt (SPD) zum Stadtpräsidenten monierten.

Die Idee, sich für den Bürgermeisterposten in Grevesmühlen zu bewerben, sei lange gewachsen, betont die 58-Jährige. „Ich habe Lust etwas zu verändern, die Voraussetzungen dazu, so finde ich, bringe ich auf jeden Fall mit.“

Die juristische Ausbildung, die 25 Jahre in der Kreisverwaltung und die Arbeit als Lokalpolitikerin sprechen deutlich für sie. „Das ist auch der Grund, weshalb wir sie unterstützen“, sagt Fraktionschef Jörg Bibow. In den vergangenen Wochen war die Kandidatur mehrfach diskutiert worden. „Grevesmühlen hat so die Chance etwas Neues anzufangen“, so Bibow. „Wir sind davon überzeugt, dass Christiane eine gute Chance hat.“

An Selbstbewusstsein und Ideen mangelt es der Kandidatin nicht. „Ich habe sowohl jede Menge Erfahrungen mit der Verwaltung als auch im Umgang mit Mitarbeitern. Ich bin mir auch nicht zu schade, die Fenster in meinem Büro selbst zu putzen.“ Engagement sei das Schlüsselwort. „Verwalten darf und kann nicht bequem sein. Wenn ich als Lokalpolitikerin von der Verwaltung höre, dass dieser oder jener Weg der einfachere sei, dann kann das nicht die Lösung sein.“

Die Wismarsche Straße müsse ihrer Ansicht nach wieder in ein richtiges Zentrum verwandelt werden. „Eine Fußgängerzone, die teilweise für den Lieferverkehr geöffnet wird, das könnte meiner Ansicht nach die Lösung für die Straße sein, um sie attraktiver zu machen.“ Sie setzt sich zusammen mit ihrer Fraktion für den Bau der Aula beziehungsweise des Horts an der Wasserturmschule ein und fordert zugleich, bei der Entwicklung neuer Baugebiete darauf zu achten, dass „es keine sterilen Siedlungen werden“. „Wir brauchen neue Flächen, aber nicht um jeden Preis.“ Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes sieht die 58-Jährige mit gemischten Gefühlen. „Ja, das Gebäude muss erhalten werden. Aber ich denke, die Stadt hat deutlich zu viel Geld bezahlt und ein richtiges Konzept kann ich bis heute nicht erkennen.“ Wichtig für die Jugend in Grevesmühlen sei die Einführung von schnellen Internetleitungen in der Stadt. „Ich habe viel Kontakt zu jungen Leuten, daher weiß ich, was dort gebraucht wird.“

Die gesamte Stadtplanung, so fordert Christiane Münter, müsse sich mehr an der historischen Geschichte der Stadt orientieren. „Das bedeutet nicht, dass alles verstauben soll, aber wir müssen darauf achten, dass die Historie der Stadt erhalten bleibt. Das ist bei einigen Projekten in der Innenstadt derzeit nicht der Fall. Die alte Sparkasse zum Beispiel hätte man auch anders erhalten können.“

Wahltermin ist der 4. September 2016
Die CDU hat in Grevesmühlen Bauamtsleiter Lars Prahler (43) für die Bürgermeisterwahl nominiert. Der Schweriner engagiert sich seit vielen Jahren für die Entwicklung der Stadt, ursprünglich gehörte er den Grünen in Schwerin an. Prahler hatte sich 2015 auch als Beigeordneter beim Landkreis beworben.
Die SPD schickt mit Stefan Baetke ihren Fraktionsvorsitzenden in der Stadtvertretung, einen gebürtigen Grevesmühlener, ins Rennen. Mit 35 Jahren ist er der jüngste der Kandidaten.
Schützenverein freut sich über 240 Euro
Mit ihrer Aktion „Kalenderspende“ konnte die Sparkasse in Grevesmühlen wieder viele Kunden animieren, Geld für einen guten Zweck zu spenden. Das kommt in diesem Jahr der Grevesmühlener Schützenzunft zugute. Mathias Fett vom Verein freute sich über das Geld, das insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit zugutekommen soll. 140 Mitglieder zählt der Verein, etwa 40 davon sind Kinder und Jugendliche. Derzeit wird jeden Freitag ab 17 Uhr in der Sporthalle des Gymnasiums trainiert. Der Termin für das fünfte Firmenpokalschießen des Vereins steht auch schon: der 8. Juli. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Michael Prochnow

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