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Nordwestmecklenburg „Es geht uns um Wertschöpfung vor Ort“
Lokales Nordwestmecklenburg „Es geht uns um Wertschöpfung vor Ort“
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21:14 11.07.2018
Lars Prahler erläutert den Gemeindevertretern in Selmsdorf die Ziele und Aktivitäten des Vereins „Stadt ohne Watt“. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft ist es geworden, die Gemeinde Selmsdorf und die Stadt Schönberg überlegen noch es zu werden:

Der Verein „Stadt ohne Watt“ will Selmsdorf als Mitglied gewinnen / Die IAG ist es seit diesem Jahr.

Mitglieder des 2005 in Grevesmühlen gegründeten Vereins für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung. Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) sagt: „Im Verein sind viele Experten, von denen wir profitieren können – auch, um gemeinsam Projekte anzuschieben.“ Er fände es gut, wenn Selmsdorf und Schönberg mitmachen. Ein Treffen der beiden Bürgermeister und der Geschäftsführung der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft zu dem Thema hat es bereits gegeben. Die Selmsdorfer Gemeindevertreter und die Stadtvertreter von Schönberg haben noch nicht über eine Mitgliedschaft entschieden.

Umweltverträglichkeit, Wirtschaftswachstum, soziale Gerechtigkeit, Bildung: Für diese Ziele macht sich der Verein „Stadt ohne Watt“ stark. Er versteht sich über die Grenzen von Grevesmühlen hinaus als „Motor für die Gestaltung und Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung.“ Ein wichtiges Thema ist für ihn der Einsatz erneuerbarer Energien in der Region und deren Weiterentwicklung.

Das wurde den Selmsdorfer Gemeindevertretern jetzt durch einen Vortrag des Grevesmühlener Bürgermeisters Lars Prahler deutlich. Er sagte als Mitglied des Vereins: „Wir würden uns freuen, wenn ihr dazukommt.“

Prahler sagt, der Verein würde gerne auch in Selmsdorf sein Knowhow einbringen. Bereits Mitglieder der Gemeinschaft sind Unternehmen, Freiberufler, Privatpersonen, die Stadt Grevesmühlen, die Stadtwerke, der Zweckverband, die kommunale Wohnungsgesellschaft Wobag und das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg.

Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) ist seit diesem Jahr dabei. Beate Ibiß, kaufmännische Geschäftsführerin des Deponiebetreibers, sagt: „Wir sind begeistert vom Verein.“

Erneuerbare Energien, Energiespeichersysteme und der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt seien sehr bedeutsam für das landeseigene Unternehmen. Die IAG nutzt seit Jahren Deponiegas in Blockheizkraftwerken, die nach Angaben des Betriebs insgesamt so viel Strom produzieren, dass damit 3375 Vier-Personen- Haushalte versorgt werden könnten. Wie berichtet, plant die IAG zudem den Bau von Fotovoltaikanlagen auf rund 17 Hektar stillgelegter Deponiefläche. Als Voraussetzung dafür bringt das Unternehmen voraussichtlich ab 2019 auf den in der Stilllegungsphase befindlichen Flächen eine endgültige Oberflächenabdichtung auf.

Für die Mitgliedschaft im Verein für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung zahlt das Unternehmen jährlich 750 Euro. Selmsdorf und Schönberg können als Kommunen für 100 Euro dabei sein.

„Es geht uns um Wertschöpfung vor Ort“, erklärte Lars Prahler den Selmsdorfer Gemeindevertretern. Wirtschaftliche Investments würden nicht über den Verein laufen, sondern über seine Mitglieder. Lars Prahler erwähnte die Biogasanlage der Stadtwerke in Grevesmühlen, den Ausbau des Fernwärmenetzes, die Umrüstung von 98 Prozent der Straßenbeleuchtung in Grevesmühlen auf strom- und kostensparende LED-Beleuchtung, die Elektrofahrzeuge in der Stadt und das „Energie-Plus-Klärwerk“ des Zweckverbands, das mehr Energie produziert als es verbraucht. Bedeutend aus Sicht des Vereins sei auch die Bildungsarbeit für Kinder.

In Ministerien hat der Verein ein hohes Ansehen, sagt der Grevesmühlener Bürgermeister. Das könne hilfreich sein, wenn es darum geht, Zuschüsse zu bekommen.

Jürgen Lenz

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