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Nordwestmecklenburg „Es ist der schönste Job der Welt“
Lokales Nordwestmecklenburg „Es ist der schönste Job der Welt“
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22:13 07.07.2017
Die gebürtige Dortmunderin Juliane Prass (23, r. ) arbeitet gerne als Schäferin. Simone Müller (50), die aus Berlin stammt, hat sie ausgebildet. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
Johannstorf

Die Tierliebe hat Juliane Prass von ihrer Heimatstadt Dortmund in den Norden geführt. „Ich wusste nach dem Abitur nicht genau, was ich beruflich machen wollte“, erzählt die 23-Jährige in der alten Gutsscheune in Johannstorf. Fest stand für Juliane Prass nur eins: Ich will mit Tieren arbeiten. Erst einmal absolvierte sie ein freiwilliges ökologisches Jahr im Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer, der sich in Lübeck und Mecklenburg für den Schutz von Natur und Umwelt engagiert. Als Juliane Prass in die Schäferei des Vereins ging, wollte sie nicht mehr weg. Nun ist sie eine ausgebildete Schäferin. Sie strahlt übers ganze Gesicht, als sie sagt: „Es ist der schönste Job der Welt.“

Juliane Prass arbeitet voller Begeisterung als Schäferin.

Was gefällt ihr besonders? „Die ganze Arbeit mit den Tieren“, antwortet die junge Schäferin. Dann fügt sie hinzu: „Ich finde es gut, dass man viel draußen arbeitet.“ Interessant seien auch die Landschaftspflege durch die Tiere und die Ausbildung der Hunde.

Als Juliane Prass ihre zweijährige Lehre zur Tierwirtin, Fachrichtung Schäferei, im Norden und an der berufsbildenden Schule „Carl Wenzel“ in Halle an der Saale begann, war sie die erste Auszubildende im Landschaftspflegeverein. Er ist nach Auskunft des Vorstandssprechers Matthias Braun offen für eine Nachfolgerin, die ihre Ausbildung im zweiten Lehrjahr beginnt – oder einen Nachfolger.

Simone Müller bildet seit dem Jahr 2000 Schäfer aus. Sie stammt aus Berlin. In der Gutsscheune in Johannstorf erzählt sie: „Ich wollte immer raus aus der Stadt und in der Natur arbeiten.“ Heute spricht sie von einer „Faszination Schaf“. Ihren Beruf lernte sie im Bezirk Neubrandenburg. Seit Anfang dieses Jahres arbeitet sie für den Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer. Sie sagt:

„Landschaftlich ist es hier besonders schön.“ Bald zieht Simone Müller von Lübeck nach Johannstorf um.

Der Landschaftspflegeverein hat dort die viele Jahre leerstehende Gutsscheune von der Stadt Dassow gemietet – wegen der Baufälligkeit zunächst nur befristet. Matthias Braun erläutert: „Mit Einsatz von circa 2315 Euro konnten die stärksten Schäden behoben werden und somit konnte die vergangene Stallzeit positiv verlaufen.“ Es war die erste in Johannstorf. Das Gebäude dort sei zwar noch sanierungsbedürftig, aber grundsätzlich geeignet. Deshalb will der Verein die Scheune nun langfristig von der Stadt als Stall pachten. Doch nun kommt nach Auskunft des Vorstandssprechers ein Mitbewerber ins Spiel, der das Gebäude als Gerätelager mieten wolle. Matthias Braun betont: „Das hieße, über 2000 Euro wären in den Wind geworfen und 1300 Schafe verlören ihren Stall und die Pflege der umfangreichen Pachtflächen des Vereins im Naturschutzgebiet Uferzone Dassower See. Es wäre ebenso erheblich erschwert wie die Kooperation mit dem Heimat- und Tourismusverein Dassow zur gemeinsamen Durchführung von seit zwei Jahren stattfindenden natur- und heimatkundlichen Führungen Priwall-Dassow.“ Der Verein will den Schafstall, analog zu seinen Angeboten in Lübeck, als einen Ort der Umweltbildung nutzen, die örtlichen Schulen und Kindergärten zugute kommt. Der Schafbetrieb des Vereins ist Ausbildungsbetrieb. Der Verein hält Stellen für ein freiwilliges ökologisches Jahr und den Bundesfreiwilligendienst vor.

Kontakt:

www.dummersdorfer-ufer.de

Jürgen Lenz

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