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Nordwestmecklenburg „Es ist ein Verlust für Schönberg“
Lokales Nordwestmecklenburg „Es ist ein Verlust für Schönberg“
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20:41 07.08.2017
So haben ihn viele Menschen gesehen: Manfred Bolten mit einem Lächeln auf den Lippen. Er engagierte sich in Politik und Sport. Quelle: Foto: Armin Rauter

Er engagierte sich viele Jahre als Stadtvertreter, Stadtpräsident und Mitglied von Ausschüssen. Am Sonntag ist er im Alter von 76 Jahren verstorben: Manfred Bolten. Er gehörte zu den Schönbergern, die die Politik in der Stadt in den 90er Jahren maßgeblich prägten. Über Manfred Boltens Tod kurz vor dessen 77. Geburtstag sagte Bürgermeister Lutz Götze

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Mit Manfred Bolten (76) ist einer der führenden Kommunalpolitiker Schönbergs verstorben.

(parteilos, SPD-Fraktion) gestern: „Es ist ein Verlust für Schönberg.“

In die Kommunalpolitik ging Manfred Bolten vor 23 Jahren. Er kandidierte am 12. Juni 1994 als Bewerber der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) erfolgreich bei der Wahl der Stadtvertreter.

Wenig später wurde er Stadtpräsident. Damit übernahm er die Aufgabe, die Sitzungen der Kommunalpolitiker in Schönberg zu leiten, für einen geordneten Ablauf zu sorgen, bei Bedarf das Hausrecht auszuüben und die Stadtvertretung als deren Vorsteher nach außen zu repräsentieren.

Während Manfred Boltens Amtszeit erlebte Schönberg einen Aufschwung. Darauf wies er selbst während des ersten Neujahrsempfangs hin, zu dem die Stadt 1998 eingeladen hatte. Er betonte: „Sieben Jahre nach der Wende hat in Schönberg der Fortschritt Einzug gehalten.“ Tatsächlich gab es mit der Erschließung des Gewerbegebietes Sabower Höhe, der Sanierung zahlreicher Gebäude und Straßen, der Gründung eines „Förderkreises Museum“ sowie dem Bau von Wohnhäusern und einer Umgehungsstraße viele Ereignisse, die Schönberg bis heute prägen.

Die Arbeit in der Stadtvertretung und deren Ausschüssen sei überwiegend sachlich und konstruktiv, sagte Manfred Bolten während des Neujahrsempfangs am 11. Januar 1998 vor 180 Gästen im Saal des Hotels „Stadt Lübeck“. Hinter den Kulissen jedoch gewannen politische Streitereien um den hauptamtlichen Bürgermeister Hans-Günther Achtert zunehmend an Fahrt. Sie gipfelten im April 1999 in der Absetzung des Parteilosen, den eine Mehrheit der Stadtvertreter im September 1994 gewählt hatte. Im August 1999 trat Achtert bei der ersten Direktwahl eines Stadtoberhauptes in Schönberg an, erhielt von den Bürgern jedoch deutlich weniger Stimmen als Jutta Piontek. Die Parteilose war die Wunschkandidatin einer „Schönberger Kreis“ genannten Initiative von Mitgliedern der CDU, SPD, FDP und UWG.

Mit einer „für alle Mitglieder der Wählergemeinschaft überraschenden und unverständlichen Blockbildung mit den Fraktion der CDU, FDP und SPD zum sogenannten Schönberger Kreis“ begründete der geschäftsführende Vorstand der UWG im April 1999 einen Ausschluss von drei Stadtvertretern der Wählergemeinschaft, darunter Manfred Bolten. Bolten hingegen betonte, er sei selbst ausgetreten.

Später scheiterte er beim Versuch, erneut in die Stadtvertretung gewählt zu werden. Trotzdem engagierte er sich als sachkundiger Bürger weiter in deren Ausschüssen. Eine kommunalpolitische Heimat fand Manfred Bolten in der Liberalen Wählergemeinschaft Schönberg. Er war zeitweise ihr Vorsitzender. In seiner Freizeit engagierte er sich auch in einem 2008 gegründeten „zeitweiligen Ausschuss zur Erarbeitung einer Konzeption zur Stadtentwicklung“, dem auch Bürgermeister Michael Heinze (Die Linke), Hans-Peter Aurich, Karsten Keller, Helmut Preller, Michael Stange und Dietrich Voß

angehörten.

Gestern sagte Lutz Götze über Manfred Bolten: „Die Entwicklung Schönbergs hat ihn bis zuletzt interessiert.“ Götze, der seit 1994 der Stadtvertretung angehört, lobte: „Manfred Bolten hat sich für Schönberg eingesetzt und seine Kräfte für die Stadt eingebracht.“ Das gelte auch für Boltens herausragendes Engagement im Sport. Er setzte sich in führenden Funktionen für den Fußball ein, war zunächst für Traktor Schönberg tätig, dann für die TSG Schönberg und schließlich für FC Schönberg 95, dessen Vorstand er angehörte. Zudem engagierte sich Manfred Bolten im Sportgericht des Landesfußballverbands Mecklenburg-Vorpommern und im Verbandsgericht des Kreisfußballverbands. Im Juni 2015 wurde er mit der Verdienstnadel des Deutschen Fußballverbands auszeichnet.

Lutz Götze erklärte: „Manfred Bolten wird in Schönberg fehlen, dessen bin ich mir sicher.“ Er werde in der Erinnerung der Schönberger bleiben. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) lobte: „Er war unkompliziert und herzlich und engagierte sich für seine Stadt.“

Jürgen Lenz

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