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Nordwestmecklenburg Es werde Licht: Neue Kunst für Kirche
Lokales Nordwestmecklenburg Es werde Licht: Neue Kunst für Kirche
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20:32 17.08.2017

Eine neue Ausstellung im Rahmen des Schönberger Musiksommers besitzt eine besondere Qualität, die sie aus vielen anderen herausragen lässt: Die Kunst, die sie zeigt, wird nicht nur in der Kirche ausgestellt, sondern wurde aus der Kirche heraus entwickelt. Die Werke von Leon Titze und Christin Wilken nehmen auf, was jeder Besucher des Gotteshauses sehen kann und verwandeln es in etwas, das über das vordergründig Sichtbare hinaus geht. Besucht werden kann die Ausstellung bis zum Abschlusskonzert des Schönberger Musiksommers am 16. September. Der Eintritt ist frei.

Im Turm der Kirche in Schönberg schwebt eine Installation, die Leon Titze für diesen Raum gestaltet hat. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
Sorgsam ausgeleuchtet: ein Objekt von Christin Wilken in Schönberg.

Im Kirchturm schwebt eine Installation, die Leon Titze geschaffen hat. Das Werk des 22-Jährigen, der in Petersberg und Berlin wohnt, hat etwas von der besonderen Stille und Würde des „Schwebenden Engels“ von Ernst Barlach, der als Kind in Schönberg wohnte und hier seinen künstlerischen Weg begann. Leon Titzes für die Kirche geschaffene Installation aus Leine und Holz nimmt die Proportionen des Kirchturms auf, lässt jedoch die Schwere des Bauwerks hinter sich und schafft etwas ganz Neues. Die Konstruktion wirkt licht und leicht. Sie strahlt im Licht, das durch ein Fenster in den Turm fällt.

„Egal, ob ich mich im ländlichen oder urbanen Umfeld befinde, Kirchen heben sich in meiner Raumwahrnehmung hervor. Sie fallen mir durch ihre platzeinnehmende Präsenz auf“, erklärt Leon Titze. Ein ausschlaggebender Faktor sei die Wirkung des Kirchturms: „Eine Hülle, die viel Volumen auf kleiner Fläche umfasst.“ Der Kirchturm sei zum einen ein Symbol des Christentums, zum anderen habe er eine Funktion, „die manchmal offensichtlich, manchmal versteckt, Einfluss auf unser Leben hat.“

Nicht nur Kunst in der Kirche, sondern ebenso Kunst für die Kirche sind auch die Objekte von Christin Wilken. Sie hat sie aus dem Raum heraus gestaltet, in dem sie zu sehen sind. Annette Czerny, Kuratorin und Projektleiterin der Ausstellung im Schönberger Musiksommer, erläutert: „Ihre Installationen deuten Bezüge zu religiösen Anschauungen und Weltentwürfen wie auch zu metaphysischen Erfahrungsräumen an.“

Öffnungszeiten: bis 16. September

dienstags bis sonntags 12 bis 17 Uhr

sowie vor und nach den Konzerten

Zwei Künstler mit Beziehungen zu Mecklenburg

Leon Titze wurde 1995 in Hamburg geboren. Er lebte viele Jahre in Petersberg bei Schönberg. 2013 veranstaltete er gemeinsam mit anderen Schülern und Studenten ein Film-Kunst-

Musik-Festival im Schönberger Kino. Sein Bruder Julius Titze stellte 2013 im Rahmen des Musiksommers Fotos aus, die er während eines einjährigen Aufenthalts in Indien aufgenommen hatte. Leon Titze studiert derzeit Bildhauerei an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee.

Christin Wilken wurde 1982 in Güstrow geboren. Sie studierte Bildende Kunst an der Universität Greifswald. Sie erhielt den Caspar-David-Friedrich-Preis, zahlreiche Stipendien im In- und Ausland und einen Förderpreis für Nachwuchskünstler. Christin Wilken lebt in Mühl-Rosin (Landkreis Rostock). jl

Jürgen Lenz

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