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Nordwestmecklenburg Es werde Licht: Scheinwerfer für Kirche
Lokales Nordwestmecklenburg Es werde Licht: Scheinwerfer für Kirche
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20:13 25.08.2017
Handwerker sanieren das Dach über dem „Chor“ genannten Teil der Kirche in Dassow. FOTOS (2): JÜRGEN LENZ

Ein Ort mit einem malerischen Stadtbild, an dessen höchstem Punkt eine Kirche im Licht von Scheinwerfern erstrahlt: So werden bald jeden Tag viele hundert Menschen die Stadt Dassow sehen. Ab 9. September, dem zweiten Tag des Erntedank-, Heimat- und Vereinsfestes im Ort, wird die Kirche allabendlich angestrahlt. Warum? Dassows Pastor Ekkehard Maase antwortet: „Um die Kirche in Szene zu setzen und um die Schönheit des Ortes zu unterstützen. Ich denke, der ganze Ort hat etwas davon.“

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Gotteshaus in Dassow wird bald allabendlich angestrahlt / Handwerker sanieren Dach des Chores.

Was meint die amtierende Bürgermeisterin dazu? „Ich finde es sehr sympathisch und gut“, antwortet Annett Pahl (SPD). Tagsüber sei die Kirche schon jetzt ein Erkennungsmerkmal für Dassow. Bald werde sie das auch in der Dunkelheit sein. Annett Pahl war bei einer Probebeleuchtung im November 2016 dabei. Das Ergebnis aus Sicht der stellvertretenden Bürgermeisterin: „Es wirkt sehr schön.“

Angestrahlt werden wird vor allem der Kirchturm an der Westseite. Somit wird er ab dem übernächsten Wochenende allabendlich bis 23 Uhr den Hunderten Autofahrern auffallen, die sich Dassow aus Richtung Lübeck nähern. Nach 23 Uhr werden die Scheinwerfer abgeschaltet, denn, so der Pastor: „Es ist nicht in unserem Sinne, die Nacht zum Tag zu machen.“ Dass die Kirche in Zukunft angestrahlt wird, ist auch zahlreichen Spendern und Sponsoren zu verdanken. „Es sind viele beteiligt, die sich miteinbringen“, lobt der Pastor. Ein Beispiel: Ehrenamtlich werden die Erdarbeiten erledigt, die nötig sind, um zwei Scheinwerfer in den Boden einzulassen. Bei einer Spendensammlung kamen fast 5000 Euro zusammen – zur Freude der Kirchengemeinde, aber auch der amtierenden Bürgermeisterin.

Sie sagt: „Ich finde es gut, dass die Kirchengemeinde so viel Engagement zeigt und die Resonanz so groß ist.“ Naheliegend ist die Beleuchtung der Kirche auch aus einem symbolischen Grund, durchzieht das Thema „Licht“ doch die ganze Bibel, von „Es werde Licht“ am Beginn der Schöpfungsgeschichte über Jesus’ Ausspruch „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ bis hin zur Bergpredigt, in der es heißt: „Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten.“ Erfolgreich war die Kirchengemeinde Dassow auch beim Einwerben von Geld zur Sanierung des brüchig gewordenen Daches über dem Teil der Kirche, der „Chor“ genannt wird. 30000 Euro zahlt die Rudolf-Dankwardt-Stiftung, die sich für die Sanierung zahlreicher historischer Gebäude in Deutschland engagiert. 20000 Euro trägt die Kirchengemeinde, 50000 Euro der Kirchenkreis. Zum Winter sollen die Arbeiten am Chor auf jeden Fall beendet sein. „Wir hoffen, Ende Oktober“, ergänzt der Pastor. Und er hegt eine weitere Hoffnung: „Dass wir beim Dach dann wieder 100 Jahre Ruhe haben.“ Die Sankt-Nikolai- Kirche in Dassow gehört zu den ältesten Gotteshäusern in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wurde bereits im Jahr 1237 erstmals urkundlich erwähnt. Gestaltet wurde sie im sogenannten Übergangsstil zwischen Romanik und Gotik. 1632 verwüstete ein verheerender Brand das Gotteshaus. Nach dem Wiederaufbau spendete die in Wieschendorf ansässige Familie von Bülow einen neuen Altar. Über dem Mittelgang hängen drei Lübecker Kronleuchter. Sie stammen aus den Jahren 1625, 1660 und 1904. Die neugotische Orgel wurde 1859 von Friedrich Friese erbaut. Darunter befindet sich eine Darstellung des Schutzpatrons der Kirche. Es ist der heilige Nikolaus.

Tage der offenen Kirche

Am 9. September ist die Kirche in Dassow im Rahmen des Erntedank-, Heimat- und Vereinsfestes geöffnet. Ebenfalls besucht werden kann

an dem Tag ein Café der Kirchengemeinde. Neben dem Gotteshaus öffnet ein Bauernmarkt.

Am 10. September ist die Kirche

von 11 bis 18 Uhr anlässlich des Tages des offenen Denkmals zu besuchen. Mitglieder der Kirchengemeinde

bieten auf Wunsch Führungen an. Kaffee und Kuchen werden gereicht. Ein Gottesdienst beginnt bereits

um 10 Uhr. jl

Jürgen Lenz

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