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FSV Testorf-Upahl wird 40

Testorf FSV Testorf-Upahl wird 40

Ehemalige blicken zurück / Zum Anlass tragen Fußballer Sportfest aus.

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Blick in die Vergangenheit: Die Fußballer der BSG Traktor Testorf zum fünfjährigen Bestehen 1982.

Quelle: Foto: Archiv

Testorf. An ein Spiel im Frühjahr 1991 erinnert sich Frank Pietschker noch heute gern zurück. Auf dem Sportplatz in Groß Walmstorf lief er damals mit dem FSV Testorf im Kreispokalfinale auf. Gegner: der SV Klütz. „Es war ein Tag mit Nieselregen, ein paar Zuschauer waren da. Wir waren der Außenseiter“, erzählt Pietschker. Dennoch gelang der Coup: Durch einen 3:1-Erfolg sicherten sich die Testorfer den Pokal. Zweifacher Torschütze: der damals erst 17 Jahre alte Stürmer Frank Pietschker. Er erzielte das frühe 1:0 und machte später mit dem 3:1 den Sack zu.

LN-Bild

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„Beim zweiten Tor hat mich mein Bruder Dirk in den Lauf geschickt. Dann bin ich allein auf den Torhüter zugelaufen und habe ihn zum Glück reingemacht“, erinnert sich der heute 43-Jährige. „Als junger Spieler so eine Partie im Männerbereich abzuliefern, war schon nicht so schlecht. Das war sicherlich ein Höhepunkt in meiner aktiven Karriere“, so Pietschker weiter.

Wendezeit brachte Schwierigkeiten

Auch für den FSV war es einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. Und dieser gelang in einer Zeit, in der der Fortbestand nicht immer sicher war. „In der Wendezeit gab es schon die Situation, in der es auf der Kippe stand, ob wir in Testorf weitermachen oder nicht“, sagt Pietschker. Denn viele Spieler zog es beruflich in den Westen. Die Auflösung der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) wog schwer. Bei einer Abstimmung sprach sich die Mehrheit eines knapp besetzten Teams dafür aus, den Betrieb fortzuführen. „Es war eine schwierige Zeit. Es ging auf und ab. Aber die Truppe hatte immer einen guten Zusammenhalt“, betont der ehemalige Angreifer, der insgesamt 20 Jahre in Testorf kickte.

Dreitägige Feier zum 40-jährigen Bestehen

Am kommenden Wochenende feiert der FSV Testorf-Upahl nun sein 40-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass findet auf dem Gelände in Testorf ein dreitägiges Sportfest mit verschiedenen Turnieren und Testspielen statt. Am Samstagabend kommen alle jetzigen und früheren Mitglieder des Vereins im Landhaus Rüting zusammen. Es wird mit 200 Gästen gerechnet. „In den zurückliegenden Jahren haben wir namhafte Altherrenteams vom HSV oder St. Pauli nach Testorf geholt“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Heiko Damrau. „Aber dieses Jahr haben wir das Geld für eine große Feier genutzt.“

In Testorf begann alles im Sommer 1977

Bei den Feierlichkeiten wird auch auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurückgeblickt. Der Startschuss für den Verein fiel am 28. Juni 1977 mit der Gründung der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor Testorf. Wenige Tage später absolvierte das Team die erste Testbegegnung: ein 2:2 gegen Traktor Hanshagen. Im ersten Punktspiel setzte es Anfang September 1977 dann eine deftige 0:18-Klatsche gegen die dritte Mannschaft von Einheit Grevesmühlen. „Das ärgert mich noch heute“, sagt Hans-Dieter Bibow. Er war Gründungsmitglied sowie langjähriger Trainer und Vereinsvorsitzender und hat den Sport in Testorf entscheidend mit aufgebaut. „Es war zwar die dritte Vertretung, aber Einheit ist mit vielen Spielern angetreten, die damals gerade aus der DDR-Liga abgestiegen waren“, erzählt der 73-Jährige, der unter dem Spitznamen „Buschner“ bekannt ist. „Das war nicht in Ordnung, gleich im ersten Punktspiel solch einen Gegner zu bekommen.“

Kicker holten den „Schweinepokal“

Die Packung sei gleich eine Belastungsprobe für die Moral der neuformierten Testorfer Truppe gewesen, so Bibow weiter. Doch nur drei Wochen später gelang der erste Ligasieg durch einen 3:2-Erfolg gegen die zweite Mannschaft von Traktor Dassow. „Wir haben uns in den ersten Jahren kontinuierlich gesteigert“, sagt der frühere Coach. Das gipfelte 1985 im Gewinn des DTSB-Ehrenpokals, der damals als Kreismeisterschaftsersatz ausgetragen wurde. „Er wurde auch ,Schweinepokal’ genannt, denn es herrschte eine Schweinepest. Wir durften deshalb nur innerhalb des Kreises Spiele austragen“, erklärt Bibow. Er stand auch beim Kreispokalsieg 1991 als Trainer an der Seitenlinie, ein Jahr später zog es ihn beruflich nach Bad Schwartau. „Wir haben alles gewonnen, was wir gewinnen konnten“, sagt Bibow nicht ohne Stolz.

Mit der Wende wurde aus der BSG Traktor schließlich der FSV Testorf. Seit 1996 läuft der Verein unter FSV Testorf-Upahl auf. Im Jahr 2000 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse, in der sich das Team fünf Jahre halten konnte. Heute ist die erste Männermannschaft in der Kreisoberliga aktiv und hat in der abgelaufenen Saison den dritten Platz belegt.

130 Mitglieder hoffen auf neues Vereinsheim in Upahl

„Wir zählen aktuell 130 Mitglieder“, sagt Heiko Damrau. Diese verteilen sich beim Fußball- und Sportverein (FSV) Testorf-Upahl auf zwei Männerteams, eine Altherrenmannschaft, D- und E-Junioren sowie Bambinis und seit neuestem eine Frauenmannschaft. „Den Verein zeichnet die Kameradschaft und das Wir-Gefühl aus“, meint Damrau. In den verantwortlichen Personen seien zudem Leute aktiv, die schon viele Jahre im Verein dabei sind. „Es herrscht eine hohe Identifikation“, so der Vereinschef.

Das große Projekt der Zukunft ist ein neues Sportlerheim in Upahl, wo der Verein bereits einen zweiten Rasenplatz hat. Auch weitere Abteilungen könnte sich Damrau künftig vorstellen. Derzeit beschränkt es sich auf Fußball. „Wichtig ist uns, die stetige Jugendarbeit beizubehalten“, betont er. Der Spaß stehe bei den Kindern im Vordergrund. „Sie haben in der Schule schon genügend Druck“, meint Damrau. Doch die Suche nach fußballbegeistertem Nachwuchs werde immer schwieriger. Der FSV könne unter anderem mit jährlichen Sportfesten, Hallenturnieren und Weihnachtsfeiern sowie engagierten Trainern locken. „Wir bieten einiges“, sagt Damrau.

Pokalheld von 1991 lobt Arbeit beim FSV

Frank Pietschker beobachtet die Entwicklung in Testorf nur noch aus der Ferne. Doch der Pokalheld von 1991 zieht den Hut vor der Arbeit. „Der FSV kann stolz darauf sein, was er geschafft hat und was aus einem knapp besetzten Männerteam nach der Wende geworden ist“, sagt Pietschker. Er ist übrigens selbst noch im Altherrenbereich aktiv – ausgerechnet für den damaligen Finalgegner SV Klütz.

40 Jahre FSV Testorf-Upahl

Freitag:

17.30 Uhr Turnier der Sponsoren

und Freizeitmannschaften,

Losverkauf für Tombola

Sonnabend:

10 Uhr Turnier der E-Junioren,

11 Uhr Testspiel der D-Junioren,

13 Uhr Testspiel der Bambinis,

14 Uhr Testspiel des Frauenteams

gegen den Gostorfer SV,

Aktivitäten für Kinder: Hüpfburg

sowie Spiel und Sport mit dem Kreissportbund Nordwestmecklenburg

Sonntag:

11 Uhr Frühshoppen mit der

Warnower Blaskapelle und

Kleinfeldturnier der Altherrenmannschaft, Preisvergabe Tombola

Daniel Heidmann

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