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Nordwestmecklenburg Fahrradbus startet in die zweite Saison
Lokales Nordwestmecklenburg Fahrradbus startet in die zweite Saison
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20:16 10.04.2017

Mit dem Motto „einmal radeln, einmal fahren“ hat Familie Beckert, die in Boltenhagen die Bäderbahn Carolinchen und den innerörtlichen Shuttleverkehr betreibt, den Fahrradbus samt Anhänger aus der Garage geholt. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Angebot gut angenommen, obwohl es nur im Juli und August getestet wurde.

„Wir sind fast jeden Tag mindestens einmal gefahren. Oft haben wir Radler nach Wismar gebracht oder von dort geholt, noch häufiger war das Ziel der Priwall“, sagt Steffen Beckert. In diesem Jahr ist der Fahrradbus von April bis Oktober im Einsatz. Er kann täglich von 9 bis 17 Uhr telefonisch bestellt werden. Zum Einsatzgebiet gehört die Region zwischen Wismar und dem Priwall.

Doch eigentlich hatte Steffen Beckert im vergangenen Jahr eine noch weiter reichende Idee, die er auch weiter verfolgt. „Ich möchte die Linie wieder befahren, auf der als Probebetrieb der Inmod-Elektrobus von Wismar zum Priwall gefahren ist“, sagt Beckert. So könnten auch kleine Dörfer wie Klein Pravtshagen, Elmenhorst, Warnkenhagen, Brook, Groß und Klein Schwansee, Harkensee und Pötenitz regelmäßig angefahren werden. „Aber Jörg Lettau hat erklärt, dass es nicht das Budget gibt, um die Linie wieder zu eröffnen“, erinnert sich Beckert an die Aussage des Nahbus-Geschäftsführers.

Dabei hören die Mitarbeiterinnen in Boltenhagens Tourist-Info die Frage nach einem Bus, der auch ein Fahrrad transportiert, immer häufiger. „Oft wird die Strecke von Travemünde hierher unterschätzt“, bestätigt Dörte Kelling, die den direkten Kontakt zu Urlaubern und Tagesgästen hat. Und auch von älteren Leuten, die auf dem Priwall leben, hat sie schon gehört, dass eine Busverbindung nach Boltenhagen erwünscht wäre.

Auch Daniel Jatjuck, der in der vergangenen Woche eine Fahrradtour von Lübeck nach Stralsund unternahm, findet das Angebot eines Fahrradbusses gut. „Es würde mir als Backup gut gefallen, falls das Wetter mal umschlägt oder man einfach nicht mehr kann“, sagt der Radfahrer in Boltenhagen. Auch den Preis für den Fahrradbus von zehn Euro pro Person plus fünf Euro für den Transport eines Fahrrads hält er für angemessen.

Allerdings wird es das Angebot bis auf weiteres nur auf Bestellung geben. Die Gemeinden im Klützer Winkel, die von der Wiedereröffnung der Inmod-Buslinie profitieren könnten, wollten sich – bis auf Boltenhagen – nicht an einer Finanzierung beteiligen. Sowohl die Stadt Klütz als auch die Gemeinde Kalkhorst hatten im vergangenen Jahr abgelehnt, Geld dazuzugeben. In beiden Kommunen gibt es die Grundhaltung, dass das Vorhaben eine privatwirtschaftliche Angelegenheit ist, an der sich eher andere Betriebe aus der Tourismusbranche beteiligen sollten.

In Boltenhagen kam die Idee hingegen so gut an, dass dort 15000 Euro für den Betrieb des Fahrradbusses im Haushalt eingeplant sind. Steffen Beckert hofft aber weiterhin, dass er Partner entweder in den Gemeinden oder aber auch bei Unternehmen aus der Tourismusbranche findet, die den Linienbetrieb von Wismar zum Priwall wieder ermöglichen.

Malte Behnk

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