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Nordwestmecklenburg Familie machte Gutshof zu ihrem Lebensmittelpunkt
Lokales Nordwestmecklenburg Familie machte Gutshof zu ihrem Lebensmittelpunkt
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20:38 26.10.2017
Die Luftaufnahme zeigt den Ortsteil Wotenitz aus Richtung Grevesmühlen, das Wasserwerk ist das zentrale Bauwerk im Ort. Quelle: Foto: Ronald Gross
Wotenitz

und Wiencke – das gehört seit Jahren zusammen. Die Familie betreibt im Ort, der zu Grevesmühlen gehört, seit der Wende eine große Gartenbaufirma. Dafür haben sie das Gelände des ehemaligen Gutshofs Wotenitz über die zurückliegenden zweieinhalb Jahrzehnte flott gemacht und umgebaut. „Es war schon damals eine Gutsgärtnerei“, erzählt Peter Wiencke. Der 58-Jährige ist der Gründer der Firma, die heute insgesamt 13 festangestellte Mitarbeiter zählt. Unterstützung gibt es auch von Ehefrau Margit (57), die sich um die Produktion und die Buchführung kümmert, sowie von den beiden Söhnen Thomas (31) und Christian (27).

Wienckes betreiben auf dem Areal ihre Gartenbaufirma und wohnen auch dort.

Namentlich ist ein Ritter Maltzahn als erster Besitzer des Hofes Wotenitz aus dem Jahr 1307 bekannt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) gelangte der Hof in den Besitz der mecklenburgischen Landesherrn und bildete seitdem einen Pachthof mit einer Größe von mehr als 290 Hektar. Er bestand bis zum Jahr 1945 und wurde im Zuge der Bodenreform aufgesiedelt. An die alte Gutsherrenzeit erinnern heute unter anderem noch das ehemalige Waschhaus, in dem die Familie wohnt, und einige verbleibende Scheunen. Das alte Gutshaus existiert nicht mehr. Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren abgetragen.

Peter Wiencke kennt das Areal noch als Lanwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Gärtnerei Hanshagen, für die er zehn Jahre gearbeitet hat. Mit dem Ende der DDR übernahm er den Betrieb. „Ansonsten wäre hier alles stillgelegt worden“, erzählt er.

Danach begann eine Erfolgsgeschichte, die aber nicht ganz ohne Tiefschläge ausgekommen ist. „Wir haben auch einige Fehler gemacht“, sagt Peter Wiencke. Er erinnert sich an kleinere Verkaufsläden in Grevesmühlen, die er wieder schließen musste. „Da habe ich gelernt, dass man sich auf eine Sache konzentrieren sollte“, sagt der Gärtnermeister für Zierpflanzen und Gemüsebau. Also setzte er den Fokus ganz auf den Betrieb in Wotenitz. „Heute bin ich glücklich, wie es ist.“ In etwas mehr als einem Jahr soll dann Sohn Christian die Leitung übernehmen. An Wotenitz schätzt der Senior-Chef vor allem die Ruhe. „Es ist ein schönes Dorf. Hier lebt es sich zentral und doch idyllisch. Man ist schnell in Grevesmühlen, Schwerin, Wismar oder Lübeck“, sagt Peter Wiencke. Zudem schätze er das Miteinander im Dorf und das Engagement der Einwohner und weist auf die Interessensgemeinschaft Wotenitz-Questin-Büttlingen (siehe Beitrag rechts).

Auch Sohn Christian fühlt sich hier pudelwohl. „Ich habe sechs Jahre in Lübeck gewohnt und bin trotzdem jedes Wochenende und oft auch unter der Woche in Wotenitz gewesen“, erzählt der Florist.

Mittlerweile hat er seine eigenen vier Wände auf dem Hofgelände. „Ich möchte nirgendwo anders wohnen.“

IG Wotenitz, Büttlingen und Questin

Im Spätsommer 1998 nahmen die Einwohner der Ortsteile Wotenitz, Büttlingen und Questin ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie gründeten eine Interessengemeinschaft. Hintergründe waren die Unzufriedenheit der Bewohner mit den Plänen der Stadtverwaltung, sie wollten mehr Mitspracherecht und Verantwortung sowie das aktive Dorfleben erhalten.

Denn nachdem der Kindergarten in Wotenitz geschlossen worden war, fürchteten viele Einwohner um ihre Gemeinde.

19 Jahre später ist die alte Kita das Vereinsheim, eigenhändig saniert und bis heute ein beliebter Treffpunkt für Feierlichkeiten. Die Interessengemeinschaft richtet neben zahlreichen Veranstaltungen jedes Jahr das Erntefest im Ort aus.

Daniel Heidmann

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