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„Faust“ erlebt in St. Georgen grandiose Premiere

Wismar „Faust“ erlebt in St. Georgen grandiose Premiere

Rund 400 Besucher kamen am Donnerstag zum Auftakt der Festspiele Wismar 2016 / Unter den Gästen waren viele Förderer und Sponsoren.

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„Faust“ in der Wismarer Sankt-Georgen-Kirche: In der Walpurgisnacht geht es mit viel Symbolik und intensiven Lichtspielen ganz unwissenschaftlich zur Sache. Fotos (5): Nicole Hollatz

Wismar. Gut 400 Menschen erlebten in dieser Woche in St. Georgen eine intensive „Faust“-Premiere und damit einen weiteren Schritt in Richtung „Festspielstadt Wismar“.

LN-Bild

Rund 400 Besucher kamen am Donnerstag zum Auftakt der Festspiele Wismar 2016 / Unter den Gästen waren viele Förderer und Sponsoren.

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Dabei hatten die Organisatoren vom Festspielverein kräftig Muffensausen im Vorfeld, dass Plätze reihenweise leer bleiben würden, weil die geladenen Gäste lieber vor dem Fernseher die Europameisterschaft gucken. „Wir mussten den Premierentermin schon im Herbst festlegen, da standen die EM-Spieltage noch nicht fest“, entschuldigte Ralf Lorber als Vereinsvorsitzender. Vor zwei Jahren, als erstmals der Jedermann in St. Georgen gezeigt wurde, war das entscheidende Deutschland-Spiel pünktlich zum Anpfiff auf der Bühne vorbei. Mit positivem Ergebnis. Nun ging es in der kulturellen Halbzeit erst los.

„Ich schleiche mich in der Pause raus“, gab der Grevesmühlener Notar Wolfgang Hölscher zu. Er ist eben Fußballfan und will seine Mannschaft anfeuern. Aber wer den kulturaffinen Mann kennt, weiß, er hat längst Karten für sich und seine Frau für eine zweite „Faust“-Vorstellung. Jan-Arne Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank, kommentierte das ganz trocken: „Ich bleibe selbstverständlich bis zum Schluss bei Faust!“ Immerhin werde hier etwas so Besonderes geboten und auf die Beine gestellt. „Das wird gut sein für die ganze Region“, so Hoffmann. Die Bank gehört zu den Förderern der „Festspiele Wismar“. „Aber ich werde unauffällig ab und zu aufs Handy gucken“, gab Jan-Arne Hoffmann lachend zu. Auch Silke Schulze von der Wismarer Steuerberatungskanzlei „Ecovis Grieger Mallison“

gehörte mit in die Reihe der Sponsoren. „Wir wollten einen kulturellen Beitrag für Wismar leisten“, erklärte sie das Engagement. Das Unternehmen hat kurzerhand auch Mandanten eingeladen, sich von dieser Kultur am Premierenabend zu überzeugen. Und auch Kollegen von den anderen Standorten des bundesweit agierenden Unternehmens waren dabei.

„Die Besucher heute Abend gehen auf jeden Fall als Gewinner nach Hause, beim Fußballspiel kann man das nicht sagen“, ließ Ralf Lorber bei seiner kurzen Begrüßung die Gäste lachen. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) dankte den Akteuren für ihren Mut und ihr Engagement, so große und großartige Kultur in Wismar auf die Beine zu stellen. Mit dem Faust-Zitat „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“ sprach er den Inklusionsgedanken der Festspiele an. Zwischen den Profis auf der Bühne spielten auch Menschen mit Behinderungen aus den Wismarer Werkstätten. „Ganz normal, oder?“, zuckte Premierengast Dr. Karin Holinski-Wegerich, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Lebenshilfe, lächelnd die Schultern. Und verriet, dass dies mit ihre Initiative war. Sie schwärmt vom letzten Jahr, als der „Jedermann“ einmal mit Gebärdendolmetschern für Gehörlose aufgeführt wurde. Auch in diesem Jahr wird es wieder solch eine Vorstellung geben.

Aufführungen

Noch bis zum 24. Juli wird der Faust in St. Georgen aufgeführt, jeweils

Donnertags, Freitags und Samstags um 19.30 Uhr. Am Sonntag, dem

24. Juli, wird es um 16 Uhr eine

besondere Vorstellung geben - eine barrierefreie Vorstellung auch für

Menschen mit Behinderungen. Sehbehinderte Menschen werden dank Kopfhörer wie bei einem Hörspiel

erzählt bekommen, was dort auf der Bühne geschieht. Menschen mit Hörbehinderungen bekommen die Texte in Gebärdensprache dar geboten.

Eintrittskarten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen, in der Tourist-Information und in allen Service-

Centern der OSTSEE-ZEITUNG, dazu im Internet und direkt in St. Georgen. Ticket-Hotline: ☎ 01805 / 70 07 33.

Ab 28. Juli wird dann der „Jedermann“ wieder aufgeführt, bis zum 7. August sind sieben Vorstellungen geplant.

Nicole Hollatz

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