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Nordwestmecklenburg Feldhusener pochen auf Tempo 30
Lokales Nordwestmecklenburg Feldhusener pochen auf Tempo 30
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20:10 08.08.2018
Die Stadt Dassow setzt ein Tempomess- und anzeigegerät ein. Zurzeit hängt es im Jens-Voigt-Ring. Der Akku ist zeitweise leer. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
Feldhusen/Dassow

Ein Auto nähert sich Feldhusen. Am Ortseingang bremst der Fahrer nicht ab, obwohl im Ort ein Tempolimit von 30 km/h gilt. „So kann es nicht weitergehen“, sagt der Feldhusener Manfred Müller und fügt hinzu: „Die anderen im Ort sehen es genauso.“ Der Wunsch: eine Leuchttafel, die mit einem grimmigen oder lächelnden Gesicht anzeigt, ob hier jemand zu schnell fährt oder sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält.

Viele Auto- und Lastwagen sind in Feldhusen zu schnell unterwegs. Einwohner des Ortes fordern Abhilfe.

Manfred Müller setzt sich seit 2016 für einen sicheren Straßenverkehr in Feldhusen ein. Wiederholt wandte er sich an die Kreisverwaltung, ans Amt Schönberger Land und an Vertreter städtischer Gremien der Stadt Dassow, zu der Feldhusen gehört. Wenn er keine Antwort erhielt – oder eine unbefriedigende – hakte er unermüdlich nach und schrieb erneut. Er erklärt: „Das Thema beschäftigt viele Einwohner des Dorfes. Ich bin derjenige, der es schriftlich vorantreibt.“ Und das nicht ohne Erfolg.

Als Manfred Müller darauf hinwies, dass das Tempo-30-Schild am Ortseingang verblasst ist, tauschte das Amt Schönberger Land das Verkehrszeichen aus. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Auch die Kreisverwaltung reagierte schließlich. „Die Bußgeldstelle hat bereits im vergangenen Jahr Geschwindigkeitsüberprüfungen im Ortsteil Feldhusen vorgenommen“, teilt die Pressestelle auf Anfrage der LN mit. Am 5. Juni dieses Jahres habe es eine erneute Messung gegeben. Bilanz der Kreisverwaltung: „Nach Feldhusen hinein fuhren innerhalb der 1,5 Messstunden neun Fahrzeuge. Verstöße konnten nicht festgestellt werden.“ Manfred Müller weist darauf hin, dass am 5. Juni unweit des Ortseingangs ein großer Lastwagen stand, der ein Fertighaus geladen hatte. Eine Messung sei an dem Tag angesichts dieses Verkehrshindernisses unsinnig gewesen.

Nach Angaben des Kreises hätte es bald nach dem 5. Juni eine Folgemessung geben sollen: „Diese musste leider immer wieder verschoben werden, da momentan umfangreiche Bauvorhaben in Feldhusen die Straße zunehmend mit Zug- beziehungsweise Baumaschinen verengen und eine Messung unmöglich machen.“ Die Verwaltung versichert, die Bußgeldstelle sei weiterhin bestrebt, Messungen in Feldhusen durchzuführen. Der Kreis ergänzt: „Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Feldhusen ein Sackgassendorf darstellt und es lediglich einen Anwohner- und Anliegerverkehr gibt – keinen Durchgangsverkehr. Insofern sollten die Einwohner des Ortsteiles auch selbst auf die Einhaltung der Geschwindigkeit achten.“ Manfred Müller wendet ein: „Die Anwohner halten sich zum überwiegenden Teil an das Tempolimit, viele fahren absolut vorbildlich.“ Beim Anliegerverkehr von Paketdiensten, Müllabfuhr, Betreuungsdiensten, schweren Traktoren und Lastwagen sehe das ganz anders aus.

Bewährt hat sich nach Manfred Müllers Einschätzung der Einsatz einer Leuchttafel, die Fahrern mit einem lächelnden oder grimmigen Gesicht signalisiert, ob sie sich im Rahmen der erlaubten Fahrgeschwindigkeit bewegen. Im Schönberger Land war die Gemeinde Selmsdorf 2010 die erste Kommune, die diese Technik einsetzte – mit Erfolg. Die Stadt Dassow nahm die Idee auf, lieh sich zunächst für eine Testphase die Anzeigetafel von Selmsdorf und kaufte schließlich eine eigene. Die amtierende Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD) stellte fest: „Das Aufhängen der Messtafel hat spürbare Wirkung gezeigt. Autofahrer reduzieren die Geschwindigkeit.“ Diese Einschätzung teilt Annett Pahl mit dem Bürgermeister der Gemeinde Lüdersdorf, Erhard Huzel (CDU), die mittlerweile ebenfalls eine Mess- und Anzeigetafel einsetzt.

Ein Gerät nur für Feldhusen wird es nach gegenwärtigem Stand nicht geben. „Wir werden aber ein Gerät in einem bestimmten Zyklus in Feldhusen einsetzen“, sagt Annett Pahl. Sie hält es zudem für überlegenswert, eine zweite Mess- und Anzeigetafel anzuschaffen. Besprochen und entschieden werden könne das in der Stadtvertretung.

Nicht nur Einwohner von Feldhusen beklagen sich darüber, dass zu schnell gefahren wird. Die amtierende Bürgermeisterin sagt: „Diese Beschwerden haben wir in vielen Ortsteilen.“ Betroffen sind beispielsweise die Anwohner der Friedensstraße in Harkensee. Aber auch in Dassow sind immer wieder Auto-, Lastwagen- und Motorradfahrer zu schnell unterwegs. Das war unlängst auch Thema einer öffentlichen Begehung, zu der der SPD-Ortsverein Stepenitz-Maurine eingeladen hatte.

Zurzeit hängt die Dassower Mess- und Anzeigetafel im Jens-Voigt-Ring. In der verkehrsberuhigten Zone sind viele Autofahrer zu schnell unterwegs in Richtung neue Kita.

Jürgen Lenz

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