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Nordwestmecklenburg Ferienhof: Die Mühlen mahlen langsam
Lokales Nordwestmecklenburg Ferienhof: Die Mühlen mahlen langsam
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18:22 16.04.2016

Die Dinge nehmen in der Elmenhorster Dorfstraße 65 so langsam Gestalt an. Das einst marode Bauernhaus aus dem Jahr 1805 ist äußerlich grundsaniert. Das Fundament wurde erneuert und auch die charakteristischen Holzbalken sind mittlerweile Stück für Stück ausgebaut, überarbeitet und wieder eingesetzt worden. „Jetzt müssen wir innen ran. Die Zimmerleute sind schon dabei“, berichtet Martin Sausmikat. Er verfolgt zusammen mit seiner Frau auf dem Gelände im Kalkhorster Ortsteil seit Ende 2012 ein ehrgeiziges Projekt: Sie wollen hier einen Ferienhof entstehen lassen.

Martin Sausmikat führt viele Arbeiten selbst durch. Quelle: D. Heidmann

Ich habe zwischenzeitlich überlegt, ob das alles noch Sinn macht. Doch die Arbeit für den Hof ist mein Lebensinhalt geworden.“Martin Sausmikat über die Hindernisse bei

der Planung

Sie hatten damals ein heruntergekommenes Objekt übernommen. Auf dem Grundstück stehen neben dem Fachwerkhaus mit Anbau noch eine Remise in Lehmbauweise und ein großer Stall von 1925 mit einem Obergeschoss. Undichte Dächer, löchrige Fassaden, Hausschwamm — die Zeit hatte überall Spuren hinterlassen. Leben musste Sausmikat mehrere Monate in seinem Wohnwagen. Von dort startete er Tag für Tag in die Arbeit.

Die Pläne des gebürtigen Nordhorners sind ambitioniert: Im Stallgebäude sollen künftig fünf Ferienwohnungen entstehen, darunter auch eine barrierefreie Unterbringung. Im Erdgeschoss sind zudem ein Hofcafé sowie ein Sanitärbereich angedacht. Letzterer würde von Gästen mit Wohnmobil genutzt werden. Denn im hinteren Bereich des weitläufigen Geländes will der gelernte Verwaltungsangestellte einen Stellplatz für maximal 20 Camper errichten. In der Remise plant er Werkstatt und Vorratsräume. „Wir wollen, dass die Gäste sich hier natürlich erholen“, meint Sausmikat. Dazu müsse die liebliche Landschaft des Klützer Winkels erfahrbar gemacht werden, wie der 52-Jährige sagt. Helfen sollen dabei Hühner, Enten und Schweine, die auf dem Hof leben könnten.

Das gesamte Projekt stellt sich allerdings als langwierige Herausforderung dar. In den zurückliegenden drei Jahren stockte der Bauprozess auf dem 5,2 Hektar großen Grundstück. Bis zur Eröffnung liegt noch immer viel Arbeit an. „Wir wären auch gern weiter“, meint Sausmikat. „Doch die Mühlen mahlen langsam.“ Noch immer liegt für sein Vorhaben kein rechtskräftiger Bebauungsplan vor. „Es gab Probleme, die ich nicht vorhersehen konnte“, so Sausmikat. Unter anderem kompliziere der Denkmalschutz für sein Objekt die Planungen. „Ich habe zwischenzeitlich überlegt, ob das alles noch Sinn macht“, gibt er zu. „Doch die Arbeit für den Hof ist mein Lebensinhalt geworden.“

Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick (FWK) lässt auf Fortschritte hoffen: „Es kann nicht mehr lange dauern, bis der B-Plan rechtskräftig ist.“ Dann könne es voran gehen. Gleichzeitig bewundert er das Durchhaltevermögen der Projektleiter. „Es sind viele Hindernisse aufgetaucht.“ Die Gemeinde stehe hinter dem Projekt, das gestern Abend auch noch einmal Thema im Bauausschuss war. „Wir glauben, dass der Hof in guten Händen ist und freuen uns, wenn er fertig ist“, so Neick.

Die Freude würde Sausmikat teilen. Denn er und seine Frau zahlen fast 70 Prozent der kalkulierten Investitionssumme in Höhe von 904000 Euro aus eigener Tasche. Eine hohe Belastung für das Ehepaar: „Wir müssen bald anfangen Geld zu verdienen, denn aktuell geben wir nur welches aus.“ Spätestens ab 2018 soll es mit dem Geschäft endlich losgehen. Auch Bürgermeister Neick hält das für realistisch.

Von Daniel Heidmann

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