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Nordwestmecklenburg Ferienwohnungen für Rollstuhlfahrer
Lokales Nordwestmecklenburg Ferienwohnungen für Rollstuhlfahrer
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21:21 17.05.2016
Die neue Ansicht von der Strandpromenade. Quelle: Malte Behnk

Die Villa Florida an der Strandpromenade ist eine Baustelle. Das 1920 erbaute Haus wird saniert und zum Teil behindertengerecht umgebaut. Investor Uwe Kirbach aus Perleberg, der selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat noch mehr vor. In einem Neubau hinter der Villa plant er sechs weitere Ferienwohnungen, die voll auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, speziell auf Rollstuhlfahrer, zugeschnitten sind.

Genau wegen dieses Neubaus gibt es Diskussionen. Einerseits ärgert sich der Bauherr, dass der B-Plan für das Projekt jetzt zum dritten Mal ausgelegt wird. Die erste Auslegung war nicht rechtmäßig, weil die Amtsverwaltung in Klütz wegen Umstrukturierungen zeitweise geschlossen war. Die zweite Auslegung entsprach nicht dem Beschluss der Gemeindevertreter. Als nun von der Gemeindevertretung zum dritten Mal über die Auslegung der Pläne abgestimmt wurde, fiel Gemeindevertreter Hans-Otto Schmiedeberg (CDU) die Gebäudehöhe auf, die allerdings schon seit Beginn der Planungen mit 12,50 Metern angegeben wurde. „Das ist zu hoch. Das sollten wir auf 9,80 Meter beschränken“, sagte er. Dem folgte die Mehrheit der Gemeindevertreter.

Christiane Meier (CDU), die für den zurückgetretenen Kai Dunkelmann in die Gemeindevertretung nachrücken wird und Mitglied im Bauausschuss ist, hat für diese kurzfristige Veränderung kein Verständnis. „Die Firsthöhe war immer mit 12,50 Metern angegeben. Das hatte auch Hans-Otto Schmiedeberg schon zweimal beschlossen. Das Haus neben der Villa Florida ist sogar 15 Meter hoch“, kritisiert sie. „In Boltenhagen werden Investoren mit Füßen getreten. Herr Kirbach ist ein solider und solventer Investor“, sagt Christiane Meier.

Uwe Kirbach ist enttäuscht, dass er nun mit einer geringeren Gebäudehöhe für den Neubau an der Villa Florida planen soll. „Das ist eine gravierende Veränderung. Damit wird die Erreichbarkeit der Ferienwohnungen mit Rollstühlen viel schwieriger“, sagt er. Geplant ist, dass die Gäste der Wohnungen ihre Autos im Erdgeschoss parken und die anderen Etagen mit einem Aufzug erreichen. „Ich möchte das Projekt auf keinen Fall fallen lassen, aber es entstehen jetzt Mehrkosten“, sagt Kirbach, der etwa 4,5 Millionen Euro in die Villa und den Neubau investiert. Der Beschluss zur veränderten Auslegung stellt ihn nun vor ein Problem. „Mit 12,50 Metern wäre der Neubau nicht mal so hoch wie die umstehenden Bäume.“

Uwe Kirbach weiß aus eigener Erfahrung, dass alles stimmen muss, wenn Menschen mit Behinderung Urlaub machen. Es gebe auch durchaus Ferienwohnungen, die dementsprechend ausgestattet sind. „Die liegen aber meist etwas entfernt vom Ortszentrum und vom Strand. Wir wollen auch Rollstuhlfahrern Urlaub in der ersten Reihe bieten“, sagt er. „Sie sollen auch an Veranstaltungen im Kurpark teilhaben und kurze Wege haben.“ Für das Projekt Villa Florida gibt es schon Anfragen, obwohl ein Eröffnungstermin noch nicht feststeht. „Die Villa möchte ich gerne Anfang August eröffnen“, sagt Kirbach.

Seit Oktober wird am Altbau gearbeitet. Dazu wurde auch eine Dachverblendung entfernt. Hintergrund: Kirbach lässt auf der Rückseite der Villa zwei Terrassen und damit auch zwei Zimmer anbauen, „um sinnvoll nutzbare Wohnungen zu schaffen“, wie er sagt. Im Erdgeschoss wurden bereits Fußböden erneuert und auf gleiche Höhe gebracht. Decken mussten abgestützt und etliche Balken erneuert werden.

„Das Holzständerwerk war an vielen Stellen durchgerottet“, so Kirbach, der beim Kauf der Villa einen besseren Zustand erhofft hatte.

Malte Behnk

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