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Festival: Bands bleiben weiterhin geheim

Jamel Festival: Bands bleiben weiterhin geheim

Organisatoren erwarten 1200 Besucher. Das Festival „Jamel rockt den Förster“, das ab morgen bereits zum elften Mal in Jamel bei Wismar gefeiert wird, ist laut Veranstaltern seit Monaten ausverkauft.

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Festival „Jamel rockt den Förster“: Welche Bands auf der Bühne stehen werden, erfahren Besucher erst vor Ort.

Quelle: Foto: Axel Heimken/archiv

Jamel. Das Festival „Jamel rockt den Förster“, das ab morgen bereits zum elften Mal in Jamel bei Wismar gefeiert wird, ist laut Veranstaltern seit Monaten ausverkauft.

Forstrock startet morgen

Der Einlass zum Festival beginnt morgen um 16 Uhr. Für Besucher,

die am Sonnabend anreisen,

werden die Tore um 14.30 Uhr

geöffnet. Die Zeltplätze sind ab

Freitag, 15 Uhr, geöffnet.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass es bei der Anreise zu Wartezeiten kommen kann, da die Polizei Sicherheitskontrollen vornimmt.

Dennoch bleiben die Bands, die dort auftreten, geheim. „Denn bei Jamel rockt den Förster geht es darum, dass 1200 bunte Menschen eine Angstzone besetzen und Spaß haben“, erläutert Veranstalter Horst Lohmeyer: „Es geht darum, der hiesigen Naziszene entgegenzutreten und zu zeigen, dass diese selbst ernannte ,national befreite Zone’ nur so lange eine ist, so lange wir alle das zulassen.“ Nur so viel wird verraten: Erneut hätten viele bekannte Musiker ihr Kommen in das kleine Dorf zugesagt. Dabei ist die Veranstalter-Familie bei der Gemeinde Gägelow, zu der das Dorf Jamel gehört, längst nicht mehr so hoch angesehen.

Bürgermeister Uwe Wandel (parteilos) sagt: „Die Grundidee des Festivals ist ja nicht schlecht. Aber dass es mitten im Ort veranstaltet werden muss, ist nicht in Ordnung.“ Denn bereits in der Vergangenheit gab es Reibereien zwischen Veranstaltern und Gemeinde (die OZ berichtete). Unter anderem hätten die Lohmeyers für ihr Festival gemähte Flächen gefordert, die die Gemeinde kostenfrei zur Verfügung stellen soll. „Wir machen das. Wir stellen die Flächen, und wir sorgen dafür, dass die Polizei für ihre Arbeit von uns Licht bekommt“, bestätigt Wandel. Alles andere – genügend Park- und Zeltflächen, Security-Mitarbeiter – sei Sache des Veranstalters. Das Festival ist in diesem Jahr für 1200 Besucher ausgelegt. „Das ist auch in Ordnung. Die Fläche reicht dafür im Grunde aus, da gibt es keine Probleme“, so der Bürgermeister.

In den vergangenen Jahren hat das kleine Festival zudem für viel Aufsehen gesorgt – nicht nur, weil Bands wie „Die Toten Hosen“, „Die Ärzte“, „Fettes Brot“ oder „Madsen“ in dem 46-Seelen-Dorf aufgetreten sind. Spektakulär war der Brand der Scheune im Jahr 2015, der dazu führte, die Veranstaltung deutschlandweit noch bekannter zu machen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Ein Täter ist bis heute nicht ermittelt. Trotz hoher Polizeipräsenz wurden im vergangenen Jahr, in dem das Festival zum ersten Mal an beiden Tagen ausverkauft war, zudem die Autoreifen einiger Besucher zerstochen.

Wie die Polizei in diesem Jahr aufgestellt sein wird – dazu hat die zuständige Polizeiinspektion Wismar gestern gegenüber der OZ keine Auskunft gegeben.

Außerdem empfehlen die Forstrocker ihren Besuchern die Mitmach-Aktionen des Theaterlabors Bielefeld, das Schachcafé des Schachklubs Kaltenkirchen, die Diskussionsveranstaltungen der Offenen Gesellschaft sowie die Info- und Verkaufsstände. Das „Jamel rockt den Förster“-Festival wurde im Jahr 2007 von Birgit und Horst Lohmeyer ins Leben gerufen, „um auf die Vereinnahmung des Dorfes Jamel durch die hiesige Neonaziszene aufmerksam zu machen und diesem Treiben etwas entgegenzusetzen“. Das aus Hamburg stammende Paar zog 2004 in das Dorf bei Wismar. Schirmherrinnen des Festivals sind MVs Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (beide SPD).

 Michaela Krohn

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