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Nordwestmecklenburg Feuerwehren kritisieren das Amt Schönberger Land
Lokales Nordwestmecklenburg Feuerwehren kritisieren das Amt Schönberger Land
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22:25 28.10.2013
Schönberg

Die Kritik von Lokalpolitikern aus Selmsdorf an das Amt Schönberger Land hat erste Konsequenzen. Nun ist ein anderer Mitarbeiter des Amtes für den Brandschutz zuständig. Darüber wurden die Feuerwehren des Amtes informiert. „Inwieweit die Kritik berechtigt ist, lasse ich derzeit intern prüfen“, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte Frank Lehmann. Die „Sachverhaltsaufarbeitung“ nehme noch ein paar Tage in Anspruch. „Insofern werde ich nicht vorgreifen, inwieweit das Ergebnis der Recherchen personelle und/oder organisatorische Konsequenzen nach sich zieht.“

Lehmann hat inzwischen auch mit Selmsdorfs Bürgermeister Detlef Hitzigrat gesprochen. Das Amt sei bemüht, eine für die Gemeinde Selmsdorf zufriedenstellende Lösung zu finden, sagte der Bürgermeister und fügte hinzu: „Es kann nur besser werden für uns, denn bislang dümpeln wir nur hinterher.“

Hitzigrat, sein Stellvertreter Christian Albeck und Gemeindevertreter Detlef Lüth hatten das Amt heftig kritisiert, sprachen von „unvorstellbaren Zuständen im Bereich der Feuerwehr.“ Seit zwei Jahren habe die Gemeinde Geld für ein neues Löschfahrzeug in den Haushalt gestellt. Ein Förderantrag vom Amt sei aber bis heute nicht gestellt worden, so der Vorwurf. Die Reaktion des Leitenden Verwaltungsbeamten: „Wie, wo und in welcher Form Gemeindevertreter Kritik äußern, ist ihnen überlassen. Dies wird von mir weder kommentiert noch bewertet.“

Kritik ans Amt kommt auch von Feuerwehrleuten. Der Vorwurf: Eine Person könne die Arbeit für die Brandschützer gar nicht schaffen. Erst recht nicht, wenn für die Feuerwehren nur eine halbe Stelle zur Verfügung steht. „Ich habe das im Amtsausschuss schon mehrfach angesprochen, dass ich die eine Stelle als vollkommen unterbesetzt ansehe“, sagt Schönbergs Wehrführer Jörn Stange. „Da ist so viel Arbeit, die erledigt werden muss, da ist es klar, dass man überfordert ist.“

Das sieht auch Daniel Selzer so, Chef der Dassower Feuerwehr. „17 Feuerwehren zu betreuen bei einer 40-Stunden-Woche und den ganzen anderen Aufgaben“, die der für den Brandschutz zuständige beim Amt noch beim Ordnungsamt zu erledigen hat, sei nicht einfach.

Dieses Defizit bei Amt Schönberger Land soll auch längst dem Kreis und der Landes-Feuerwehrschule aufgefallen sein. Dort sei man „nicht so gut zu sprechen aufs Amt“, sagt ein Feuerwehrmann. Nach LN-Informationen hätten Feuerwehren des Amtes bei Ausschreibungen „freie Hand“ gehabt und sich um neue Fahrzeuge selbst gekümmert. Die Hilfe der Verwaltung bei Feuerwehrfragen für die Kommunen sei einfach „nicht zufriedenstellend“ gewesen, kritisiert ein anderer Brandschützer. Und auch die Forderung von Lokalpolitikern, Feuerwehrautos „zentral auszuschreiben“, also mehrere Autos gleichzeitig, „um Geld zu sparen“, sei „leider nicht umgesetzt worden.“ Den Kommunen soll so ein „hoher finanzieller Schaden“ entstanden sein. Für den Kauf von Fahrzeugen hätten dadurch auch „fast immer die gleichen Firmen die Aufträge bekommen“, so ein weiterer Vorwurf. Dassows Wehrführer Daniel Selzer kann die Vorwürfe aus Selmsdorf nicht verstehen. Für ihn liege, „das Problem bei dieser Geschichte“

nicht in erster Linie beim Amt. „Die Fördermittelanträge und die Ausschreibung für unser Fahrzeug sind übers Amt gemacht worden, so wie es sein muss. Und es hat alles geklappt.“ Genauso wie beim Fahrzeug für die Brandschützer aus Harkensee, sagt Selzer. Er nimmt vielmehr die Feuerwehrchefs in die Pflicht. Selzer sagt: „Die fachliche Zuarbeit, also was für ein Fahrzeug es sein soll, das passende Leistungsverzeichnis dafür und die fachliche Begründung für die Förderung — all das muss von den Wehrführern kommen.“ Das sei nicht Aufgabe der Amtsverwaltung.

Steffen Oldörp

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