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Nordwestmecklenburg Feuerwehrgerätehaus: Streit um 960000 Euro
Lokales Nordwestmecklenburg Feuerwehrgerätehaus: Streit um 960000 Euro
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18:29 01.07.2016
Der Palinger Wehrführer Nico Soll, der stellvertretende Lüdersdorfer Wehrführer Christian Soll, Gemeindewehrführer Michael Schinke, sein Stellvertreter Florian Mekelburg und der Lüdersdorfer Wehrführer Sven Steinberg (v. l.) sehen sich Baupläne für ein Gerätehaus an. Im Hintergrund: Bürgermeister Erhard Huzel.

Der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Lüdersdorf ist dringend nötig. Da sind sich die Gemeindevertreter einig. Doch über die Kosten ist ein Streit entbrannt. „Ich habe ein bisschen das Gefühl, ich bin im Autohaus, frage nach einem Mittelklassewagen und bekomme Prospekte von Lamborghini und Ferrari“, kritisierte Petra Zacharias (SPD) nach der ersten Vorstellung eines Bauvorhabens in Wahrsow mit geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 960000 Euro. Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) hielt Petra Zacharias in einer einstündigen Debatte im Finanzausschuss entgegen: „Der Vergleich von Mittelklassewagen und Lamborghini hinkt sehr. Es ist herausgekommen ein Funktionsgebäude unter Beachtung der Vorschriften, die einzuhalten sind.“ Am Ende der Diskussion sprach sich der Finanzausschuss ohne Gegenstimme dafür aus, das Projekt in der vorgestellten Form weiterzuverfolgen und auf seiner Grundlage Zuschüsse zu beantragen. Petra Zacharias enthielt sich der Stimme.

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Mitglieder der SPD-Fraktion zweifeln an Kalkulation und Finanzierbarkeit des geplanten Neubaus in Wahrsow / CDU kontert.

Ich habe ein bisschen das Gefühl, ich bin im Autohaus, frage nach einem Mittelklassewa-

gen und bekom-

me Prospekte von Lamborghini und Ferrari.“Petra Zacharias (SPD)

Über die 960000 Euro sagt der Finanzausschussvorsitzende Volker Thiel (CDU): „Alle Finanzausschussmitglieder haben erst einmal einen Schock bekommen, als sie die Zahl gesehen haben.“

Architekt Volker Uebe und Fachplaner erläuterten den Kommunalpolitikern die Kostenschätzung und das Projekt. Uebe: „Es ist keine Mogelpackung wie die Elbphilharmonie, wo am Ende viel höhere Kosten herauskommen.“ Die Kalkulation enthält nicht nur 314700 Euro für den Bau und 176000 Euro für dessen technische Ausstattung, sondern ebenso knapp 120000 Euro für Erdarbeiten, Stellplätze und andere Außenanlagen, 16000 Euro für die Ausstattung, rund 166000 Euro für Baunebenkosten und 150500 Euro Mehrwertsteuer.

Hans-Peter Schulz (SPD) fragte: „Ist alles so teuer wie es dargestellt wird?“ Er habe im Internet gelesen, dass andernorts der Bau eines ähnlichen Feuerwehrgerätehauses im Jahr 2011 354000

Euro gekostet habe. Frank Arnold sagte, er gehe davon aus, dass in den 354000 Euro zahlreiche Kostenpunkte nicht berücksichtigt wurden. Volker Uebe ergänzte: „Da hat man nur eine Zahl. Man sollte wirklich wirklich genau hinsehen, was gebaut wird und was enthalten ist.“ Er habe ein solides Feuerwehrgerätehaus geplant.

Huzel sagte über die 960000 Euro: „Die Zahl gefällt mir auch nicht, aber ich kann Schritt für Schritt nachvollziehen, wo die Kostenpositionen herkommen.“ Petra Zacharias hingegen erklärte: „Es ist ja nicht so, dass ich die Notwendigkeit des Baus nicht einsehe, aber ich habe in keiner Weise eine Vergleichsmöglichkeit.“

960000 Euro könne die Gemeinde nicht wuppen. Dem hielt Sigrid Sandmann (Linke) entgegen: „Wenn drei Architekten beauftragt worden wären, wäre Geld zum Fenster herausgeworfen worden.“ Über die Höhe der Zuschüsse fürs Feuerwehrgerätehaus könne noch nichts gesagt werden.

Jürgen Lenz

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