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Film ab! Doku über Rabbi Wolff eröffnet Festival

10. Filmfest Wismar Film ab! Doku über Rabbi Wolff eröffnet Festival

Von Freitag bis Sonntag gibt es berührende, spannende und preisgekrönte Streifen zu sehen. Junge Talente aus MV präsentieren ihre Arbeiten beim Kinderfilmfest „Nautilus“.

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Wismar. Die kommenden drei Tage stehen im Zeichen des Films in Wismar. Bereits zum zehnten Mal wird ein Filmfest in der Hansestadt gefeiert. „Ein ereignisreiches, fröhliches, buntes und spannendes Sommerfilmfestival für Jung und Alt“, lädt Sabine Matthiesen ins Filmbüro MV an der Bürgermeister-Haupt-Straße 51-53 ein. Die Geschäftsführerin und Leiterin der Kulturellen Filmförderung des Landes verspricht auch in der zehnten Auflage wieder wahre Filmperlen aus und über Mecklenburg-Vorpommern, die mithilfe der Filmförderung entstanden sind.

Um 19.30 Uhr wird Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) das Filmfest eröffnen. Es startet mit einer Doku über eine faszinierende Persönlichkeit. Regisseurin Britta Wauer hat den langjährigen Landesrabbiner William Wolff (89) porträtiert, ein tief religiöser Mensch, der sich voller Lebensfreude über Konventionen hinwegsetzt. „,Rabbi Wolff – ein Gentleman vor dem Herrn’ ist ein großartiger, berührender und informativer Film“, lobt Sabine Matthiesen. Der Film präsentiere nicht nur einen ganz besonderen deutschen Lebenslauf, er führe auch in die Welt des Judentums ein.

Wer nach dem Film noch mehr über William Wolff wissen möchte, dem sei das gerade erschienene Buch „Rabbi Wolff und die Dinge des Lebens. Erinnerungen und Einsichten“ von Britta Wauer empfohlen. Es wird vor Ort erhältlich sein.

Im Vorprogramm ist der Puppentrickfilm „Chika, die Hündin im Ghetto“ von Sandra Schießl nach dem Buch der Shoa-Überlebenden Batsheva Dagan zu sehen. Sie wirkt seit 2002 als Zeitzeugin an Jugendprojekten und Veranstaltungen des Landtages MV mit und gilt als Pionierin in der Vermittlung der Shoa an Kinder.

Begleitet wird der Abend von der Hamburg Klezmer Band, die stimmungsvoll, hochvirtuos und mit viel Seele jüdische Musik spielt. Die drei Musiker haben auch den Soundtrack zu „Chika, die Hündin im Ghetto“, komponiert und eingespielt.

Sabine Matthiesen freut sich, dass auch der Film am Samstagabend „Parchim International“ bereits stark nachgefragt ist. Die Doku von Stefan Eberlein und Manuel Fenn handelt von Jonathan Pang, dem chinesischen Investor, der vor acht Jahren den Flughafen in Parchim gekauft hat. Eine Culture-Clash-Doku mit Tiefgang zwischen Parchim und Peking. Lebenswelten und Glaubenssysteme treffen aufeinander, unbeirrt reist Herr Pang mit bezwingendem Optimismus quer durch die Welt, um über alle Grenzen hinweg andere von seiner Idee zu begeistern.

Diese Filme werden präsentiert

  „Chika, die Hündin im Ghetto“ (1. Juli, 19.30 Uhr), 15-minütiger Puppentrickfilm von Sandra Schießl

„Rabbi Wolff – ein Gentleman vor dem Herrn“, Dokumentarfilm von Britta Wauer ist im Anschluss zu sehen

„Die Weite suchen“ (2. Juli, 14 Uhr), AnimaDok-Film von Falk Schuster

„Fun_Ambule“ (2. Juli, 14 Uhr), Animationsfilm von Lennart Langanki

„Als wir die Zukunft waren. 7 Geschichten aus einem verschwundenen Land“ (2. Juli, 16 Uhr), dokumentarischer Episodenfilm von sieben Regisseuren

„Projekt A – Eine Reise zu den Anarchistischen Projekten in Europa“ (2. Juli, 18.15 Uhr), Dokumentarfilm von Moritz Springer und Marcel Seehuber

„Parchim International“ (2. Juli, 20.30 Uhr), Dokumentarfilm von Stefan Eberlein und Manuel Fenn

„Alki, Alki“ (2. Juli, 22.30 Uhr), Spielfilm von Axel Ranisch

„Utbüxen kann keeneen“ (3. Juli, 10 Uhr), Dokumentarfilm von Gisela Tuchtenhagen und Margit Neubert-Maric (plattdeutsches Original)

„Landstück“ (3. Juli, 14 Uhr), Dokumentarfilm von Volker Koepp

Das ausführliche Programm und alle Aktivitäten sind zu finden im Internet auf www.filmfest-wismar.de

Einzelkarten für sechs Euro, Dauerkarte für 36 Euro (☎ 03841-618100)

 

Beim Festival gibt es fast rund um die Uhr Filme zu schauen. „Wir begrüßen die Filmemacher, rücken in Sonderprogrammen den Nachwuchs in den Mittelpunkt, zeigen unterschiedliche Techniken des Animationsfilms und die Arbeiten von Kindern aus Mecklenburg-Vorpommern beim Kinderfilmfest ,Nautilus’“, fasst Sabine Matthiesen zusammen. Auch die jungen Medientalente aus den Talentschmieden des Landes und Studenten werden zum Branchentreffen erwartet.

Jede Menge Aktivitäten für die ganze Familie runden das Programm ab. Das Festivalteam freut sich auf Gespräche sowohl im Filmbistro als auch im Filmgarten bei viel frischer Luft, unterm Sternenhimmel, mit Essen und kalten Getränken am Lagerfeuer bis zum frühen Sonnenaufgang

Der morgige Vormittag ist aber erstmal den jüngsten Filmemachern aus dem Land vorbehalten. „Nautilus“, das Kinderfilmfest Mecklenburg-Vorpommern, zeigt Beiträge von Kindern bis zu zwölf Jahren auf großer Leinwand. „Wir präsentieren Trickfilme von Vier- bis Sechsjährigen, bis hin zu fast schon ,Profi-Filmen’ von Elf- und Zwölfjährigen in mehreren Filmblöcken“, sagt Sabine Matthiesen. Die Filmteams werden anwesend sein und sich den Fragen stellen.

Alle Filmveranstaltungen und Angebote zum Kinderfilmfest sind kostenfrei und die Kinder werden mit einer Überraschung von Landrätin Kerstin Weiss (SPD) begrüßt. Zum bunten Rahmenprogramm gehören Fotografieren, Filmen, Basteln, Kneten, Malen, Hüpfen, Glücksrad drehen . . . Es beginnt morgen und am Sonnabend jeweils um 10 Uhr. „Familien können einen erholsamen Tag auf unserem schönen Gelände verbringen“, lockt die Festivalchefin.

Wer nicht so aktiv sein will, kann das kindgerechte Kurzfilmprogramm im kleinen Kino in der Medienwerkstatt besuchen. Das Kinderkino lädt am Sonnabend von 10 bis 17 Uhr ein.

Tradition beim Filmfestival ist das historische „Schaufenster“. Diesmal wird ein Filmprogramm zum 20. Jubiläum des Landesfilmarchivs Mecklenburg-Vorpommern präsentiert. Die Besucher erleben einen Querschnitt durch zwei Jahrzehnte der Entwicklung des Archivs anhand von Filmen, Fotos und Filmbegleitmaterialien. Das „Schaufenster“ ermöglicht einen Streifzug durch das letzte Jahrhundert im Film.

Es ist seit Montag im Zeughaus während der Öffnungszeiten der Wismarer Stadtbibliothek zu sehen. Auf dem Filmfest wird das „Schaufenster“ täglich ab 10 Uhr im Filmbüro präsentiert.

Von Haike Werfel

Workshop

Ambitionierte Hobbyfilmer können am 16. und 17. Juli die Grundlagen der Filmerei erlernen. Eine Kamera zum Filmen haben viele. Viele nutzen die auch - die Ergebnisse sind nicht immer berauschend, egal ob Einschulung des Enkelkindes, Urlaubsfilmchen oder der runde Geburtstag. Der Wochenendkurs kann helfen, die technischen und gestalterischen Möglichkeiten kennen zu lernen und auszuschöpfen. Anhand praktischer Übungen werden die grundlegenden Einstellmöglichkeiten der Kamera erklärt und ihre Wirkung ausprobiert. Die Teilnehmer lernen, wie die Videoaufnahmen richtig belichtet werden, wie man Unschärfen vermeidet und wann man einen Zoom wirkungsvoll einsetzt. Ziel des Kurses ist es, allen Teilnehmern die wichtigsten Regeln des Videofilmens zu vermitteln. Teilnehmer sollen die eigene Videoausrüstung und dazu die Bedienungsanleitung mitbringen, gerne auch eigene Filme. Die Teilnahmegebühr beträgt 130 Euro, Schüler ab 14 Jahren, Azubis und Studenten zahlen ermäßigt 45 Euro. Die Kurszeiten sind jeweils von 10 bis 16.30 Uhr inklusive 30 Minuten Mittagspause. Kursleiter ist Andreas Höntsch als diplomierter Filmregisseur.

Anmeldungen an das Filmbüro, Thomas Gehnich, Bürgermeister- Haupt-Straße 51-53 (Haus 4) in Wismar, ☎ 03841-6184

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