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Nordwestmecklenburg Brodkorb: Es gibt keinen Deponie-Skandal in Ihlenberg
Lokales Nordwestmecklenburg Brodkorb: Es gibt keinen Deponie-Skandal in Ihlenberg
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12:18 07.12.2018
Finanzminister Mathias Brodkorb im Kreistag Nordwestmecklenburg in Grevesmühlen nimmt Stellung zum Deponieskandal Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Die Erwartungen waren groß, am Ende jedoch herrschte Ernüchterung. Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) und die Geschäftsführer der Deponie Ihlenberg stellten sich am Donnerstag in Grevesmühlen den Fragen der Kreistagsmitglieder zum Skandal um die Deponie. Die Linksfraktion hatte das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen.

Nach über einer Stunde, in der vor allem Mathias Brodkorb die Fragen der Kreistagmitglieder beantwortet hatte, war eines klar: Mehr als was in den vergangenen Tagen in den Medien veröffentlicht worden war, erfuhren die Kommunalpolitiker nicht. Stattdessen versuchte der Finanzminister die Sache zu relativieren. „Einen Deponieskandal gibt es nicht.“ Die Kritik in Sachen Mülltourismus, da unter anderem Abfall aus Italien auf dem Ihlenberg landet, verteidigte der SPD-Politiker mit wirtschaftlichen Aspekten. Und der Frage: „Was ist denn, wenn wir die Deponie Ihlenberg schließen? Dann müssen wir unseren Müll durch die Gegend fahren.“

Nur jede 30. Ladung wird kontrolliert

Hansjörg Rotermann, Kreistagsmitglied und Landwirt, monierte in erster Linie das Kontrollsystem der Deponie, nur jeder 30. Lastwagen werde beprobt. Die Untersuchung dauert mehrere Tage, wenn das Ergebnis vorliegt, ist die Ladung längst auf der Deponie verschwunden. „Das ist aus meiner Sicht eine Katastrophe, die Zahl der Proben ist unfassbar klein, so öffnen wir doch dem Betrug Tür und Tor.“

Wie Mathias Brodkorb daraufhin mitteilte, sei es wenig hilfreich auf Dauer alle Ladungen zu kontrollieren. „Müll ist eine sehr inhomogene Geschichte, jede Ladung kann völlig andere Werte aufweisen.“

Dennoch wurde das System inzwischen angepasst, wie Kerstin Weiss, Landrätin und Mitglied im Aufsichtsrat der Deponie, betonte. „Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass die Lieferungen aus Deutschland zwar nach dem alten Modell beprobt werden, bei Ladungen aus dem Ausland wird jeder Lastwagen kontrolliert.“ Weiss betonte weiterhin, dass niemand in der Belegschaft der Deponie sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen müsse, selbst wenn sie geschlossen werden würde, dauere die Nachsorge mindestens 50 Jahre.

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Michael Prochnow

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