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Nordwestmecklenburg Finanzspritze für Wismars Welterbe-Besucherzentrum
Lokales Nordwestmecklenburg Finanzspritze für Wismars Welterbe-Besucherzentrum
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20:18 11.09.2013

Für 3,6 Millionen Euro saniert die Hansestadt Wismar das Gebäudeensemble in der Lübschen Straße 23, zwei Giebel-Vorderhäuser und einen Kemladen. Zum Welterbe-Tag am 1.

Juni 2014 soll im Haus mit dem Kemladen das Besucherzentrum der Welterbestadt öffnen. Im Nachbarhaus entstehen Gewerbe- und Wohnräume, deren Mieteinnahmen zur Instandhaltung genutzt werden.

„Ohne die 95-prozentige Förderung des Bundes hätten wir diesen großen Bau nicht so schnell instandsetzen können“, sagt Norbert Huschner, der Welterbe-Beauftragte der Stadt. Das sind 3,42 Millionen Euro, die Wismar aus dem Förderprogramm „Investitionen in nationale Unesco-Welterbestätten“ erhält. Jetzt gibt es zusätzliches Geld. Von den 430 000 Euro bezahlen die Europäische Union, der Bund und das Land aus der Gemeinschaftsaufgabe Ost 60 Prozent. Das sind 260 000 Euro. Ferner hat die ostdeutsche Sparkassenstiftung angekündigt, die Ausstellung mit 130 000 Euro zu finanzieren.

Damit bleiben rund 40 000 Euro, die die Stadt selbst aufbringen muss.

Das erste Ausstellungsstück ist das Giebelhaus selbst samt Kemladen. „Wir zeigen damit Bauspuren aus sieben Jahrhunderten“, erläutert Norbert Huschner. Im Mittelalter hatte das Vorderhaus eine hohe Diele und darüber Lagergeschosse. Gewohnt wurde im Kemladen. Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Bürgermeister Gottfried Lembke als Bewohner Umbauten vornehmen und unter anderem eine Decke in der Diele einziehen. So entstand der „Tapetensaal“ im Obergeschoss, die Tapete wird zurzeit restauriert. Im Erdgeschoss sollen die Besucher in die Stadtgeschichte eingeführt werden, hier wird künftig der Treff für Stadtführungen sein. Im hinteren Teil wird ein Welterbe-Raum eingerichtet mit demGrundriss der denkmalgeschützten Altstadt. Daran schließen sich weitere Themenräume im Kemladen an, unter anderem zu den Unterschieden von Weltkultur- und Weltnaturerbe sowie zur Deutschen Stiftung Welterbe, die Wismar und Stralsund 2002 gegründet haben. Hier befindet sich auch die barocke Einschubdecke aus Holz, die während der Arbeiten im Juni entdeckt wurde. Ein sensationeller Fund. Im Obergeschoss wird der Besucher den „Tapetensaal“ besichtigen, sich über das Dielenhaus, das Lübsche Baurecht, Handelswege und über Bürgermeister Gottfried Lembke informieren können.

Das barrierefreie Besucherzentrum wird über einen Aufzug, der zurzeit auf der Hofseite entsteht, zu erreichen sein. Ins Dachgeschoss mit Balken aus dem Jahr 1351 zieht Norbert Huschner mit der Stabsstelle für Stadtentwicklung und Welterbe ein.

Haike Werfel

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