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Nordwestmecklenburg Fläche für Spielplatz und Kubb entsteht im Alten Hafen
Lokales Nordwestmecklenburg Fläche für Spielplatz und Kubb entsteht im Alten Hafen
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18:22 13.01.2018
„Ich freue mich, dass eine Fläche für alle Generationen geschaffen wird. Cool, dass an Boule und Kubb gedacht wird.“ Ingolf Holst Kinder- und Jugendparlament der Hansestadt Wismar

Viel Backstein, wenig Grün, keine Spielmöglichkeiten für Kinder – und Boule spielen ist auch nicht mehr möglich, wenn die Hafenspitze neu bebaut wird. Die Entwicklung im Alten Hafen schreitet voran und findet nicht überall Zustimmung. Eine Freizeitfläche inmitten der historischen Speicher soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen ansprechen. Im Haushalt der Stadt sind dafür 680000 Euro eingeplant. Ein Vorentwurf liegt jetzt auf dem Tisch und soll breit diskutiert werden.

Der Vorentwurf zeigt die Freizeitfläche inmitten der Speicher im Alten Hafen. Der Entwurf mit verschiedenen Möglichkeiten der Nutzung wird in den nächsten Wochen weiter diskutiert. FOTO/GRAFIK: HANNES HAMANN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN BDLA/ARNO ZILL

Während private Investoren nach jahrelangem Stillstand die Speicher mit Millionensummen beleben, indem Ferienwohnungen, Gastronomie, Wellness, Läden und ein Tauchzentrum entstehen, nimmt die Stadt für die etwa 70 Meter lange und 35 Meter breite Freizeitfläche selbst Geld in die Hand. Die Fläche ist zwar kleiner als ein Fußballfeld, dennoch wird vielseitige Nutzung groß geschrieben.

So soll es verschiedene Spielmöglichkeiten, Bäume und mehrere Sitzbänke aus Holz am Rand der Fläche geben. Die Stadt hatte Ende vergangenen Jahres den Auftrag zur Gestaltung an die Landschaftsarchitekten bdla aus Rostock vergeben. Büroinhaber Hannes Hamann hat den Vorentwurf im Bauausschuss der Bürgerschaft vorgestellt.

Danach sind zwei Spielbereiche vorgesehen: für kleinere und größere Kinder bzw. Jugendliche. Angedacht sind Wackelstege, Netze, ein Kletterturm mit Röhrenrutschen und Kletterstrecken. Man wolle auf Holz setzen und mit der Piolka Holzgestaltung GbR zusammenarbeiten. Auch Eltern könnten auf den vier bis fünf Meter hohen Turm klettern. Auf der gekieselten Fläche soll es auch die Möglichkeit geben, Boule und Kubb (Wikingerschach) zu spielen. Damit wird Ersatz geschaffen, wenn die Fläche an der Hafenspitze mit Ferienwohnungen, Läden, Gastronomie und Wellness neu bebaut wird.

Zwei Baumgruppen werden diagonal auf der Freizeitfläche angeordnet, die früher zum Beispiel als Lager für Holz genutzt wurde. Die Planer denken an Laub- und Nadelbäume und wollen dabei unterschiedliche Blütezeiten und Blattfärbungen beachten. Im Gespräch sind Kiefer, Sandbirke, Robinie (Scheinakazie), Lärche und Silberweide.

Lampen und Hinweisstelen mit Informationen zu den umliegenden Speichern runden das Angebot ab. Gedacht wird ferner an Technikanschlüsse, um zum Beispiel bei Events auch Bühnen mit Strom versorgen zu können.

Im Bauausschuss ist der Vorentwurf positiv aufgenommen worden. Bedenken gab es hinsichtlich Vandalismus. „Die Fläche muss geschützt werden. Was passiert zum Beispiel beim Hafenfest nach 22 Uhr?“, fragt Roland Kargel (Linke). Auch Bausenator Michael Berkhahn (CDU) meint: „Vandalismus ist nicht von der Hand zu weisen.“ Michael Tiedke (SPD) ist kein Freund von Zäunen, aber die Sorge teilt er ebenfalls. Jan Groth, Abteilungsleiter Bauplanung bei der Stadt, hofft auf „Kontrolle durch Nutzung“ und meint damit die umliegenden Speicher, wo Außengastronomie vorgesehen ist.

Anliegen der Stadt ist es, dass Kinder- und Jugendparlament mit einzubeziehen. Vorsitzender Ingolf Holst (16): „Ich freue mich, dass eine Fläche für alle Generationen geschaffen wird. Cool, dass an Boule und Kubb gedacht wird. Ich denke, es wird eine gelungene Abwechslung zu all den Speichern und dem Backstein.“

Als Nächstes wird die Freizeitfläche am 22. Januar im Unesco-Sachverständigenbeirat für das Welterbe Altstadt Wismar diskutiert.

Heiko Hoffmann

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