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Nordwestmecklenburg Flüchtlinge brauchen Hilfe der Freiwilligen
Lokales Nordwestmecklenburg Flüchtlinge brauchen Hilfe der Freiwilligen
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20:21 07.01.2016

Die ehemalige Kita in Klütz wird vom Landkreis als vorübergehende Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Doch ohne die Hilfe von Ehrenamtlern, wie es sie schon von September bis November gab, als die Kita Notunterkunft des Landes war, scheint es nicht gut zu funktionieren. Das zeigte sich jetzt, als die Gruppe „Klütz hilft“, die sich im vergangenen Jahr intensiv um die Flüchtlinge gekümmert hatte, zunächst nicht zu erreichen war.

Noch Anfang der Woche soll es in der Unterkunft an Sauberkeit gehapert haben. Viele Bewohner hatten keine Winterkleidung, liefen zum Teil barfuß in Sandalen, wurde berichtet. Ehrenamtler aus Damshagen, wo im September die ersten Flüchtlinge in der Sporthalle untergebracht waren, sprangen spontan als „Damshagen hilft“ ein. Die lose Gruppe hat Fahrdienste zu Ärzten, ins Grevesmühlener Krankenhaus und zur Kleiderkammer organisiert und sich auch um die Sprachbarrieren gekümmert. „Es sprachen nur zwei Leute Englisch in der Einrichtung“, sagt eine Aktive. Andere Flüchtlinge, die schon länger im Klützer Winkel leben, hätten als Dolmetscher geholfen, berichtet sie und beschreibt, dass die jetzigen Bewohner der ehemaligen Klützer Kita offenbar sehr schnell als Flüchtlinge registriert wurden. Dadurch hätten sie kaum noch Eingliederungshilfen wie Sprachunterricht oder Hilfe bei Behördengängen bekommen. All das war den Flüchtlingen durch „Klütz hilft“ angeboten worden.

Hinweise, die Asylbewerber hätten Probleme trotz Schmerzen einen Zahnarzttermin zu bekommen, haben sich aber nicht bestätigt. Unter anderem hat die Klützer Zahnärztin Petra Schröder, wie sie sagt, auch schon 2015 Flüchtlinge behandelt. Das sei selbstverständlich. Roy Rietentidt, Sozialarbeiter des Landkreises, sagt: „Die Ärzte leisten sehr viel und haben ihre Sprechstunden teilweise auch länger geöffnet, um Flüchtlinge zu behandeln. In den Einrichtungen erhalten sie Scheine für Not- und Schmerzbehandlungen.“

Rietentidt räumt ein, dass die Hilfe von Ehrenamtlern durchaus gebraucht werde. Dass Helfer aus Damshagen für die Gruppe „Klütz hilft“ eingesprungen sind, lobt der Sozialarbeiter ausdrücklich. Er bestätigt, dass vielen Asylbewerbern in Klütz die nötige Kleidung für den Winter fehlt. „Es gibt immer Bedarf an Kleiderspenden, vor allem bei den jetzigen Temperaturen“, sagt Rietentidt. In Klütz werden vor allem Pullover und Hosen für Männer und Kinder benötigt. Nicht zu große Kleiderspenden können direkt an der Einrichtung abgegeben werden. Außerdem gibt es noch die Kleiderkammer am städtischen Friedhof mit einer Sammelbox.

Unterstützung wird gern genommen
Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Maltesern?
Petra Rappen: Die Zusammenarbeit mit den Maltesern in Klütz ist geprägt von gegenseitigem Respekt und erfolgt äußerst vertrauensvoll bei der Wahrnehmung der vielseitigen Aufgabenstellungen, die zu bewältigen sind.
Wie viele Asylbewerber sind derzeit für welchen Zeitraum in Klütz untergebracht?
Rappen: Zurzeit sind 67 Asylbewerber vorübergehend in Klütz untergebracht. Überwiegend handelt es sich hierbei um Familien.


Wie schreitet der Landkreis beim Anmieten von Unterkünften voran?
Rappen: Nach wie vor gut und zügig. Weder die Belegung von Turnhallen, noch die Einrichtung von Zelt- oder Containerunterkünften werden vom Landkreis in Anspruch genommen.
Für wie viele Asylbewerber muss im Landkreis Wohnraum gefunden werden?
Rappen: In Abhängigkeit der nach Deutschland einreisenden Asylbewerber werden Mecklenburg-Vorpommern nach dem Königsteiner Schlüssel 2,02906 Prozent der Asylbewerber zugewiesen. Von diesen entfallen auf Nordwestmecklenburg 9,91 Prozent. Aktuell sind 1556 Asylbewerber dem Landkreis zugewiesen. mab

Malte Behnk

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