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Förderung für Entsorgung von Seegras

Grevesmühlen Förderung für Entsorgung von Seegras

Umweltausschuss wies auf Schwierigkeiten der Gemeinden hin, den Eigenanteil zu erbringen.

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Der Kreis ist zwar Aufsichts- behörde, aber kein Förder- mittelgeber.“Mathias Diederich, 1. Stellv. d. Landrätin

Grevesmühlen. Eigentlich hätte sich der Kreistagsausschuss für Umwelt und Landwirtschaft mit dem Thema Seegras gar nicht beschäftigen dürfen — oder es wohl zumindest nicht sollen. Das zumindest brachte Mathias Diederich (CDU), 1. Stellvertreter der Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg, unmissverständlich zum Ausdruck. „Auf die zukünftig nötige deutliche Beschränkung auf die Befassungsthemen“ wies er die Ausschussmitglieder hin. Er schloss seine Anmerkung mit dem Hinweis auf den „enormen Aufwand“, den es für die Fachdienste bedeute, sich auf Anfragen der verschiedenen Ausschüsse vorzubereiten und zu äußern. Nichtsdestotrotz äußerte sich Diederich dann doch zur Sache und legte dar, auf welchem Stand sich die „Causa Seegras-Entsorgung“ derzeit befindet.

Mitte Dezember fand im Wirtschaftsministerium in Schwerin ein Treffen statt, an dem unter anderem der im Ministerium zuständige Referatsleiter Thomas Weber (Referat Förderung kommunaler Infrastruktur), Mathias Diederich und die Umweltausschuss-Vorsitzende, Petra Kesper (Grüne), teilnahmen.

Mit dem Thema Seegras müssen sich das Ostseebad Boltenhagen, Amt Klützer Winkel und die Insel Poel beschäftigen. Nicht einfach auch deshalb, weil Seegras, sobald es vom Strand entfernt wird, zu einer besonderen Art von Abfall wird, dessen Entsorgung an bestimmte Vorschriften gebunden ist. Schon die Investitionen in den Bau von Lagerungsflächen und Aufbereitungsanlagen, in denen das Seegras vom Sand getrennt werden soll, wird die Gemeinden viel Geld kosten.

Diederich machte deutlich: „Der Kreis ist zwar Aufsichtsbehörde, aber kein Fördermittelgeber.“ Nach dem Termin in Schwerin ist nun immerhin klar, dass die Kommunen beim Wirtschaftsministerium in Schwerin Fördergelder beantragen können. „Wir haben dem Ministerium verdeutlicht“, so Diederich, „dass es sich bei dem Bau dieser Anlagen um Maßnahmen mit touristischer Intention handelt.“ Das bedeutet, es geht hier nicht in erster Linie um neue Abfallkonzepte — für deren Entwicklung ein anderes Ministerium zuständig wäre — sondern in erster Linie darum, die Entwicklung der durch Tourismus geprägten Gemeinden durch verunreinigte Strände nicht zu gefährden.

Ausschussvorsitzende Petra Kesper fragte, ob es einen Zeitrahmen gäbe, innerhalb dessen die betroffenen Gemeinden das „Seegrasproblem“ gelöst haben müssen. Diederich erklärte: „Nein, solange die Umwelt nicht gefährdet ist, Konzepte erarbeitet und Förderanträge gestellt werden, sieht der Kreis keinen Anlass als Ordnungsbehörde zu agieren.“ Zeitnah jedoch müssen die Gemeinden eine Lösung finden, unterstrich er.

Dass die Gemeinden trotz möglicher Fördermittel vor Problemen stehen — auch wegen des aufzubringenden Eigenanteils an der Finanzierung und der Unterhaltung der Anlagen — wurde durch Kesper unterstrichen: „Eine 100-prozentige Förderung der Baumaßnahmen wäre zumindest angemessen.“

Seegras als Baumaterial?
Diskutiert wurde im Umweltausschuss auch über die eventuelle Verwertung des nach Trennung vom Sand übrig gebliebenen Seegras-Materials.



Die Ausschussvorsitzende Petra Kesper merkte an, dass es auch in Mecklenburg-Vorpommern Firmen gäbe, die sich mit der Weiterverarbeitung von Seegras beschäftigen (zum Bespiel die Hanseatische Umwelt GmbH).



In Schleswig-Holstein wird Seegras unter anderem im Deichbau verwendet. Der Umweltausschuss will sich danach erkundigen.

Annett Meinke

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