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Nordwestmecklenburg Frauen geben Einblicke in Hospizarbeit
Lokales Nordwestmecklenburg Frauen geben Einblicke in Hospizarbeit
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13:22 06.11.2018
Mabel Behnke (49) aus Johannstorf beantwortet in der Gesprächsrunde in Dassow Fragen zu ihrer ehrenamtlichen Arbeit für den ökumenischen Hospizdienst Schwerin-Nordwestemecklenburg. Quelle: Jürgen Lenz
Dassow

Andrea Hinrichs staunte. „Ich freue mich, dass heute so viele da sind“, sagte die Leiterin der Familienbegegnungsstätte in Dassow am Dienstagmorgen. Ungewöhnlich viele Frauen und Männer waren zur allmonatlichen Gesprächsrunde gekommen, um sich über ein Thema informieren zu lassen, das jeden betreffen kann: Hilfe für schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige. Britta Borgwald (59) und Mabel Behnke (49) berichteten über ihre Arbeit für den ökumenischen Hospizdienst Schwerin-Nordwestmecklenburg. Andrea Hinrichs sagte: „Man hört immer mehr davon. Damit muss man sich wirklich auseinandersetzen.“

Mabel Behnke wohnt im Dassower Ortsteil Johannstorf. Sie engagiert sich ehrenamtlich im stationären Hospiz in Bernstorf und für den ökumenischen Hospizdienst, der den Sinn seiner Arbeit so beschreibt: „Der ambulante Hospizdienst möchte Bedingungen für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen schaffen, die es ihnen ermöglichen, die letzte Lebensphase bewusst, selbstbestimmt und möglichst beschwerdefrei in vertrauter Umgebung – zu Hause, im Pflegeheim oder einem anderen Ort – zu gestalten.“ Davon profitieren nicht nur die Menschen, um die sich ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter kümmern. Mabel Behnke berichtet: „Man schöpft auch Kraft für sich selbst.“ Auch verbinde sie mit ihrer Arbeit im Ehrenamt viele schöne Erinnerungen.

In Schloss Bernstorf befindet sich das größte Hospiz in Mecklenburg-Vorpommern. Träger ist eine gemeinnützige Gesellschaft. Quelle: Annett Meinke

Britta Borgwald arbeitet seit Juni dieses Jahres hauptamtlich als Koordinatorin für den ökumenischen Hospizdienst. Sie ergänzte, was Mabel Behnke sagte. „Die Hospizarbeit erdet“, erläuterte Britta Borgwald. Die Mitarbeiter hätten einen anderen Blick auf das Leben. Auch würden sie immer wieder Dankbarkeit erfahren. Ohne Ehrenamtliche würde es einen solchen Dienst nicht geben.

In der Hospizarbeit ist Britta Borgwald seit 2012 tätig. Sie erklärte in der Familienbegegnungsstätte in Dassow: „Es liegt uns sehr am Herzen, dass man über das Thema spricht.“ Das sei längst nicht immer der Fall. Britta Borgwald zitierte das Motto des Welthospiztages: „Gestorben wird immer, darüber gesprochen zu wenig.“

Offen für alle Hilfesuchenden

Der ökumenische Hospizdienst Schwerin-Nordwestmecklenburg ist ein gemeinsames Angebot von Caritas, Diakonie und Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg. Die Krankenkassen fördern es. Der ökumenische Hospizdienst ist offen für jeden, der seine Hilfe wünscht, unabhängig von Religion, sozialer Stellung oder Nationalität. Er ist nach eigenem Bekunden vom christlichen Menschenbild geprägt, achte aber darauf, die persönlichen Überzeugungen der Hilfesuchenden und Helfer zu respektieren. Ansprechpartnerin im Bereich des ehemaligen Kreises Grevesmühlen ist Dr. Britta Borgwald, Telefon 0152/07539261, E-Mail britta.borgwald@diakoniewerk-gvm.de

Britta Borgwald sagte, was auch zur Arbeit der Koordinatorinnen gehört: „Wir können auch erklären: Wie wird man Ehrenamtlicher?“ Notwendig sei eine Stabilität, um anderen Menschen helfen zu können und: „Gerade dieses Ehrenamt benötigt ein großes Maß an Einfühlungsvermögen.“ Es gehe darum, Menschen in einer hochsensiblen Lebensphase zu begleiten. Britta Borgwald versichert: „Jeder, der sich bei uns meldet, kann sicher sein: Er wird gut vorbereitet.“ Die Ehrenamtlichen würden in Kursen und Praktika geschult. „Alle brauchen einen Befähigungsnachweis“, betont die Koordinatorin. Einige Ehrenamtliche seien auch ausgebildete Trauerbegleiter. Der Hintergrund nach Britta Borgwalds Erfahrung: „Manchmal brauchen Angehörige es mehr als die Betroffenen.“

Jürgen Lenz

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