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Nordwestmecklenburg Frauenfußball in Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg Frauenfußball in Grevesmühlen
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19:12 25.11.2016
Das Team des 1. FSV Grevesmühlen. Hinten (v.l.): Sven Kruggel (Trainer), Jarka Dubincàcovà, Kerstin Radtke, Antonia Engel, Doreen Kruggel, Mareike Tänzer, Anita Fisahn, Mario Wehr (Co-Trainer) – Vorne (v.l.): Noreen Sethi, Paula Hackert, Sandra Leu, Anne Harnack, Sarah Kruggel. Es fehlen: Sophie Zippel, Jaqueline Westphal, Sandra Hesse. FOTO: DIRK HOFFMANN

. Sportliche Premiere in Gostorf: Zum ersten Mal laufen heute die Spielerinnen des 1. Frauen- und Breitensportvereins (FSV) Grevesmühlen bei einem Spiel auf – und zwar bei der Testbegegnung gegen den Gostorfer SV (9 Uhr). „Wir haben keine Erwartungen für die Partie. Die Spielerinnen sollen einfach nur Spaß haben“, sagt Mario Wehr, Vorsitzender des FSV.

„Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln.“

Denn während die Gostorfer Frauen bereits in der Kreisoberliga Westmecklenburg um Punkte spielen, trainieren die Grevesmühlenerinnen erst seit einigen Wochen immer dienstags zusammen in der Damshagener Sporthalle. Der 1. FSV ist ein frisch aus der Taufe gehobener Verein. Am 18. November fand die Gründungsversammlung statt. 14 Spielerinnen, zwei Trainer und ein passives Mitglied zählt der Verein.

„Bei uns stehen Hobby und Spaß im Vordergrund“, betont Sven Kruggel, der das Frauenteam trainiert. Seine Tochter Sarah war ein Hauptgrund für die FSV-Gründung. Sie ist 16 Jahre alt geworden und hätte nur noch ein Jahr bei den Jungs des Grevesmühlener FC mitspielen dürfen. Es fehlten die Optionen. „Sie hätte danach nach Schwerin oder Gostorf gehen müssen“, so Kruggel. Das wollte seine Tochter nicht. Spontan wurde vor einigen Wochen herumgefragt, wer auch Interesse hätte, sich einem neuen Frauenteam anzuschließen. Die Idee kam gut an. „Dass wir so schnell so viele Spielerinnen finden, um eine Mannschaft zu stellen, haben wir uns erhofft, aber nicht erwartet“, sagt Mario Wehr, der auch als Co-Trainer fungiert.

Wehr ist auch weiterhin noch Trainer beim Grevesmühlener FC. Kruggel war dort ebenfalls Coach. Die Idee, eine Damenmannschaft zu etablieren, habe es beim GFC schon vor Jahren gegeben. „Doch das wurde nie so wirklich umgesetzt. Jetzt gab es ein paar Unstimmigkeiten“, meint Kruggel.

Der ehemalige Trainer der ersten Männermannschaft des GFC und damaliges Vorstandsmitglied war vor wenigen Wochen vom Vorstand des Vereins suspendiert worden. Grund: Es gab in den vergangenen Monaten mehrfach Beschwerden über das Auftreten des GFC-Mitgliedes auf dem heimischen Tannenberg und anderen Fußballplätzen. Auf Nachfrage bestätigte der GFC-Vorstand die Suspendierung von Sven Kruggel. Kommentieren wolle man das Thema jedoch nicht. Vorstandsmitglied Jörg Bergner weist allerdings darauf hin, dass das Thema Frauenmannschaft beim Grevesmühlener FC durchaus konkrete Formen angenommen hatte. Allerdings hätten Sven Kruggel und Mario Wehr mit ihrer Vereinsgründung diese Pläne nun durchkreuzt. „Wir haben überhaupt kein Problem mit dem neuen Verein“, so der sportliche Leiter des GFC. „Aber eine Frauenmannschaft hätten wir ebenfalls in unserem Verein aufbauen können.“

Im FSV-Team treten nun Frauen und Mädchen zwischen 16 und 38 Jahren an. Neben der Trainer-Tochter ist unter anderem auch die Frau des Coaches im Kader. „Ich denke so eine Mannschaft für Frauen tut der Stadt sehr gut“, glaubt Kruggel. Er könnte sich vorstellen, das Team in der neuen Spielzeit im Kleinfeldbetrieb um Punkte antreten zu lassen. „Wenn die Mädels das wollen“, so der Trainer. Bis dahin wird hauptsächlich trainiert. Denn längst nicht alle Mitglieder des Teams haben Fußballerfahrung.

„Die Trainingsbeteiligung ist gut. Bislang sind immer mindestens zwölf Spielerinnen da“, lobt Mario Wehr. Spiel- und Trainingsort soll der Sportplatz am Tannenberg werden.

Wer sich dem 1. FSV Grevesmühlen anschließen möchte, kann aktuell immer dienstags um 18.30 Uhr in die Damshagener Sporthalle kommen, um am Training teilzunehmen. „Wir haben bereits Anfragen von jüngeren Mädels, die Fußball spielen möchten“, berichtet Wehr. Eine Juniorinnenmannschaft könnte bald folgen. Doch der Verein soll nicht ausschließlich den Frauen und Mädchen gelten. „Man sollte sich vom Vereinsnamen nicht abschrecken lassen. Wir wollen gezielt Frauen ansprechen, der Breitensportverein richtet sich aber an alle. Auch Jungen sind herzlich willkommen“, betont Wehr. Er hofft, künftig auch andere Sparten anbieten zu können. Übereifer sei aber nicht geboten: „Wir wollen nicht stehen bleiben in der Entwicklung, jetzt aber auch nichts über das Knie brechen.“ Der Verein steht erst am Anfang.

Kontakt: ☎ 0162/2320188 (Mario Wehr)

Daniel Heidmann und Michael Prochnow

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