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Frederic aus Rankendorf schwimmt ganz vorn mit

Frederic aus Rankendorf schwimmt ganz vorn mit

Der elfjährige Schüler belegt trotz körperlicher Beeinträchtigungen die vorderen Plätze bei der Offenen Landesmeisterschaft / Unterrichtet wird er im Förderzentrum Schwerin.

Rankendorf. Stolz zeigt Frederic Kirsch seine vielen Medaillen und Urkunden. Seit fünf Jahren ist er leidenschaftlicher Schwimmer. In der 1. Klasse hatte er sein Seepferdchen gemacht. „Seitdem ist er im Wasser kaum zu halten“, sagt seine Mutter Yvonne Kirsch. Bei der Offenen Landesmeisterschaft des „Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport MV“ in Rostock hat der Elfjährige gleich mehrere vordere Plätze belegt. In seiner Altersklasse ist er in der Disziplin 100 Meter Rücken Landesmeister geworden, in der Gesamtwertung holte er Bronze.

 

LN-Bild

Stolz zeigt Frederic Kirsch seine Medaillen-Sammlung.

Quelle: Michaela Krohn

Am liebsten schwimme ich die 50 Meter Rücken. Ich freue mich, wenn ich sie in unter einer Minute schaffe.“Frederic Kirsch, 11 Jahre

Sport mit Handicap

8900 Mitglieder hat der Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport MV.

110 Vereine gehören zum Verband, davon 70 Reha-Vereine. 600 Übungsleiter sind im Verband aktiv. Dieser ist Ansprechpartner, Initiator und Koordinator für sportliche Aktivitäten von Menschen mit Behinderung, chronisch Kranken und von Behinderung Bedrohten.

Dass Frederic mal ein guter Schwimmer wird, hätte die Familie vor seiner Einschulung wohl eher nicht gedacht. „Frederic kam mit körperlichen Einschränkungen zur Welt, er war spastisch“, berichtet seine Mutter. Seine Bewegungen sind auch heute noch eher grobmotorisch — an Land. „Im Wasser bewegt er sich jedoch flink wie eine Rakete“, sagt die 36-Jährige. Deshalb nennt sie ihn auch liebevoll ihren Pinguin. Die seien im Wasser schnell und wendig, an Land langsam und ungelenk.

„Am liebsten schwimme ich die 50 Meter“, sagt Frederic. Da könne er sich in kurzer Zeit richtig auspowern und alles geben, was in ihm steckt. Der Elfjährige besucht seit fünf Jahren das Mecklenburgische Förderzentrum Schwerin mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Schwimmen gehört für ihn zum Unterricht. „Der Lehrer hatte schon in der 1. Klasse gemerkt, dass Frederic Potenzial hat“, erinnert sich Yvonne Kirsch.

„In der Schule schwimme ich am liebsten nur Brust. Aber bei den Wettkämpfen muss es schneller gehen“, sagt der Schüler. Wenn er vom Schwimmen erzählt, strahlt er über das ganze Gesicht. Seine Disziplinen sind vor allem Rücken und Kraulen beim Freistil. Wenn eine Meisterschaft oder ein Wettbewerb ansteht, ist die ganze Familie aufgeregt. „Ich stehe früh auf, koche Nudeln und ja, es ist immer ein banger Tag für uns“, sagt Yvonne Kirsch. Sobald Frederic dann im Wasser ist, sei er auf sich selbst gestellt. Als Mutter könne sie dann nichts mehr machen — nur pfeifen, um ihn anzufeuern.

„Mein Herz wummert jedes Mal, wenn er dem Startblock näherkommt. Der erste Blick geht dann immer zur Anzeigetafel“, berichtet die Verwaltungsfachangestellte. Schwimmt Frederic die 50 Meter Rücken in weniger als einer Minute, ist die Freude bei allen besonders groß. „Dann ist mein Ziel erreicht“, sagt der junge Sportler.

Der Schüler hat noch andere Hobbys neben dem Schwimmen: „Ich habe eine Modelleisenbahn, fahre viel Fahrrad und lese gern.“ Denn Frederic soll auch Zeit für andere Interessen haben. „Wir fahren zwar gern zu Wettkämpfen, aber wir treiben ihn zu nichts. Es ist einfach toll, ihn beim Schwimmen zuzusehen“, sagt seine Mutter. Einen Wunsch hat Yvonne Kirsch dennoch: Sie hofft, dass der Sport für beeinträchtige Kinder künftig mehr Anerkennung findet und genauso wichtig wird wie jeder andere.

Einen kleinen Fan hat Frederic außerdem noch in der Familie: Schwester Elisabeth. Die sechsjährige beginnt ihren ersten Schwimmkurs im November und hängt sich schon jetzt gern mal kichernd die vielen Medaillen ihres großen Bruders um den Hals.

Welcher Wettkampf als nächstes angesteuert wird, steht für die Familie noch nicht fest. Nur eines ist klar: Im nächsten Jahr geht es wieder zur Landesmeisterschaft.

Von Michaela Krohn

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