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Nordwestmecklenburg Freisprechung: Der Landkreis hat 35 neue Gesellen
Lokales Nordwestmecklenburg Freisprechung: Der Landkreis hat 35 neue Gesellen
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20:16 11.03.2016

Das ging gestern richtig gut los im Saal des Zeughauses in Wismar: Jana Rohloff, Leiterin der Musikschule, und drei ihrer Schüler brachten Swing in die Freisprechung von 35 neuen Gesellen der Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg-Wismar. Da wippte selbst der Fuß von Landesbildungsminister Mathias Brodkorb (SPD).

Für Kreishandwerksmeister Eckard Gauer war die Übergabe der Gesellenbriefe „wieder ein Höhepunkt für das Handwerk“. Er appellierte an die 34 jungen Männer und die einzige Frau unter den Absolventen, jetzt mit dem Lernen nicht nachzulassen. „Werden Sie Meister, trauen Sie sich ein Studium zu. Geschäftsnachfolger werden in allen Bereichen dringend gesucht.“ Und Gauer versprach, dass die Kreishandwerkerschaft ihnen auf ihrem künftigen Berufsweg bestehen werde.

Mathias Brodkorb betonte in seiner Festrede, dass eine gute Ausbildung das Wichtigste sei, um „den Lebensweg mit Bravour und Selbstbewusstsein zu meistern“. Zudem versprach er, sich dafür einzusetzen, dass für Meisterlehrgänge und -prüfungen mittelfristig keine Gebühren mehr anfallen sollen. Das Handwerk sei das Rückgrat der mittelständischen Wirtschaft im Land, es sei ein traditioneller, aber auch moderner Wirtschaftszweig, der mehr gewürdigt werden müsse, so der Minister. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, warum Akademikerberufe in unserer Gesellschaft einen so viel höheren Wert hätten. Beide seien aufeinander angewiesen. „Wie würde ein Lehrer, Sinologe oder Arzt zur Arbeit kommen, wenn es keine Automechaniker gäbe, oder was würden sie tun, wenn es niemanden gibt, der ihre Brötchen backt?“, machte Brodkorb deutlich, dass akademische und handwerkliche Berufe für ihn absolut gleichwertig sind.

Um sich auf den Meister vorzubereiten, müssen die frischgebackenen Gesellen allerdings noch zulegen. Keiner erreichte die Note „sehr gut“. Und mit „gut“ schnitt auch nur der Maler- und Lackierergeselle Erik Schilke ab, der zum zweiten Mal zur Prüfung antreten musste. 19 Mal gab es ein „Befriedigend“ und 15 wurden mit der Note „ausreichend“ aus dem Lehrverhältnis entlassen.

Schon der aktuelle Notendurchschnitt bereitet Kreishandwerksmeister Eckard Gauer und Antje Lange, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, wenig Freude. „Was uns aber wirklich Sorgen macht, sind die vielen Abbrecher“, erklärte Antje Lange. Die Quote liege mittlerweile bei 40 bis 50 Prozent. „Manche treten ihre Ausbildung auch gar nicht erst an. Über die Gründe erfahren wir in der Regel nichts“, sagte der Kreishandwerksmeister.

Einer der sich dreieinhalb Jahre durchgebissen hat, ist Steven Boye. In einem Wismarer Autohaus wurde der 23-Jährige zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet. „Es war schon mein Traumberuf“, sagte der junge Mann. Er räumte aber auch ein, dass es manchmal ganz schön hart gewesen sei. „Jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe und übernommen werde.“

Als Kfz-Mechatroniker gehörte Steven Boye zur größten Gesellengruppe. In den Bereichen Nutzfahrzeugtechnik und Pkw-Technik waren insgesamt 19 Lehrlinge zur Prüfung angetreten. Alle haben bestanden und erhielten gestern ihre Gesellenbriefe.

Von Sylvia Kartheuser

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