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Nordwestmecklenburg Kollegin übernimmt Friseur in Boltenhagen
Lokales Nordwestmecklenburg Kollegin übernimmt Friseur in Boltenhagen
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17:35 12.03.2019
Karin Schwarz (70, Mitte) übergibt ihren Friseursalon in Boltenhagen zum 1. April 2019 an Katrin Köppen (35, l.). Sie betreibt den Salon als „Katrins Frisuren-Stübchen“ mit Kollegin Nicole Behnke (r.) weiter. Quelle: MALTE BEHNK
Boltenhagen

 Aus „Karins Frisuren-Stübchen“ im Ostseering in Boltenhagen wird ab dem 1. April „Katrins Frisuren-Stübchen“. Ein „t“ auf dem Schild ist bereits hinzugekommen und im Salon wird es eine Friseurin weniger geben. Karin Schwarz (70) geht in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem sie sich drei Jahrzehnte um die Frisuren im Ostseebad gekümmert hat. Ihre Mitarbeiterin Katrin Köppen (35) wird den Salon übernehmen und ihn mit Nicole Behnke, die schon seit 2007 dort arbeitet, weiterführen.

„Es waren 30 erfolgreiche Jahre mit Höhen und Tiefen“, sagt Karin Schwarz, wenn sie jetzt zurückblickt. Sie und ihr Mann Friedhelm hatten 1986 ihr Haus am Ostseering in Boltenhagen gebaut. Zu der Zeit war Karin Schwarz als Friseurin in einer handwerklichen Produktionsgenossenschaft (PGH) für Friseure beschäftigt. „1987 habe ich vom damaligen Rat des Kreises die Genehmigung erhalten, hier einen kleinen Laden zu eröffnen“, berichtet sie vom Beginn. Bis 1991 wurde dann der kleine Laden zu einem kleinen Friseursalon umgebaut. An fünf Plätzen konnten dann Kunden bedient werden.

„Mit 43 Jahren habe ich dann 1992 angefangen, meinen Meister zu machen. Dafür war ich ein viertel Jahr an der Meisterschule Rohrmann in Heidelberg“, berichtet die Boltenhagenerin. 1995 hatte sie schließlich ihren Meisterbrief in der Tasche. „Da hatte ich aber schon Karin Frank als eine erste Mitarbeiterin. Nicole Babke, die inzwischen geheiratet hat, war mein einziger Lehrling. Sie hat inzwischen auch ihren Meister und einen Salon in Schwerin“, erzählt Karin Schwarz stolz.

Der Salon im Ostseering lief gut. „Ich habe mich dann entschlossen an der Ostseeallee 1999 einen zweiten Salon zu eröffnen, 2000 wurde es ein weiterer auf dem Regenbogencamp“, berichtet Karin Schwarz. Sieben Arbeitsplätze hatte sie geschaffen und die Kunden haben die Frisuren-Stübchen gut angenommen. „Wir haben da auch Aktionen gemacht, dass eine Woche die alten DDR-Preise galten“, sagt sie.

Doch 2002 kam der persönliche Rückschlag. Karin Schwarz bekam Asthma von den chemischen Produkten, mit denen Friseure arbeiten. „Ich habe dann die beiden neuen Läden verkauft, den Salon im Ostseering aber alleine weitergeführt, so gut ich konnte.“ 2007 ging es dann wieder gesundheitlich bergauf und Nicole Behnke, die noch heute im Salon arbeitet, wurde als Verstärkung eingestellt. 2014 kam dann Katrin Köppen dazu.

„Sie hat 17 Jahre lückenlos als Friseurin gearbeitet und in den fünf Jahren hier hat sie häufig den Salon geleitet“, schildert Karin Schwarz. So gibt es für Katrin Köppen eine Sonderregelung, dass sie auch ohne einen Meisterbrief den Salon übernehmen kann. Die Handwerkskammer spricht in so einem Fall von der Altgesellenregelung. „Dass eine Mitarbeiterin jetzt den Salon übernimmt, ist das beste, was passieren konnte“, freut sich Karin Schwarz.

Das neue Schild für den Salon, auf dem nun „Katrins“ statt „Karins Frisuren-Stübchen“ steht, haben Karin und Friedhelm Schwarz der neuen Pächterin geschenkt. Es soll sich durch die Übergabe aber so wenig wie möglich verändern. „Es gibt viele Stammkunden“, sagt Karin Schwarz. Sie erinnert sich an Kundinnen, die zum Beispiel noch mit 90 Jahren auf die regelmäßige Haarfärbung bestanden haben. „Ein Herr kam sogar mit 100 immer noch zu Fuß her. Dem haben wir auch Geburtstagspost geschrieben“, sagt Karin Schwarz.

Sie will nun aber ihre Freizeit genießen. „Ich fahre jeden Morgen zur Weißen Wiek und gehe mit meinen Stöckern einmal um die Hotels herum. Danach fahre ich in den Ort und gehe noch einmal die Seebrücke rauf und runter“, beschreibt sie ihr tägliches Programm gegen das Asthma. „Außerdem können wir jetzt auch mal in der Woche verreisen“, sagt Friedhelm Schwarz. „Wir wollen mal Deutschland kennenlernen. Da fangen wir in Mecklenburg mal an“, sagt seine Frau.

Drei Jahrzehnte

Nach dem Hausbau von Karin und Friedhelm Schwarz 1986 beginnt die Geschichte von „Karins Frisuren-Stübchen“.

1989 eröffnet Karin Schwarz zunächst einen kleinen Laden in ihrem Wohnhaus, der bis 1991 zum Friseursalon umgebaut wird.

1992 beginnt Karin Schwarz mit 43 Jahren die Meisterausbildung. Den Meisterbrief erhält sie 1995.

1999 eröffnet sie einen zweiten Friseursalon an der Ostseeallee in Boltenhagen. Im Jahr 2000 folgt ein weiterer Salon auf dem Gelände des Regenbogencamps.

2002 und 2003 werden die neuen Salons aus gesundheitlichen Gründen verkauft.

Am 1. April 2019 übergibt Karin Schwarz ihr Frisuren-Stübchen an Katrin Köppen.

Am 1. April feiert sie offiziell mit Katrin Köppen die Übergabe des Frisuren-Stübchens. „Dann gibt es Sekt und Schnittchen und es kommen hoffentlich viele Freunde und Kunden vorbei“, hofft Karin Schwarz.

Malte Behnk

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