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Nordwestmecklenburg Führungen durch das Adelshaus begehrt
Lokales Nordwestmecklenburg Führungen durch das Adelshaus begehrt
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20:17 30.12.2015
Gästeführer Volker Jakobs erklärt Besuchern Kupferstiche aus der Zeit des Bauherrn Hans Caspar von Bothmer.

Die Saison im Museum von Schloss Bothmer ist seit dem 1. November offiziell vorbei. Aufgrund des großen Interesses wurden weiterhin Führungen mit Anmeldung angeboten. Am Dienstag zeigte Volker Jakobs zum letzten Mal in diesem Jahr Besuchern die sanierten Räume des Barockschlosses.

„Im Haus ist es momentan eher kühl. Nur hier im Keller ist es warm“, sagt Volker Jakobs zu seinen Gästen, bevor er den etwa einstündigen Rundgang beginnt. Eine Treppe hinauf geht es für die Gruppe aus Einheimischen, Urlaubern und Tagesgästen aus der näheren Region. „Hier befinden wir uns im eigentlichen Eingang des Schlosses“, sagt Jakobs in der Empfangshalle, wo die Portraits der ersten Schlossbewohner Hans Caspar Gottfried von Bothmer und dessen Gemahlin Christina Margarethe von Bülow in Stuck zu sehen sind. „Bauherr Hans Caspar von Bothmer hat hier nie gewohnt. Er vererbte das Schloss und die Ländereien an seinen Neffen“, schildert Volker Jakobs. Er berichtet den Besuchern auch, dass der ursprüngliche Weg zum Schloss über die Festonallee mit ihren speziell beschnittenen Linden führte, sodass man das Schloss schon aus der Entfernung in voller Pracht sehen konnte. „Wir gehen heute eigentlich einen falschen Weg.“

Von Raum zu Raum arbeitet er sich in der Geschichte des Reichsgrafen, der Vertrauter und Berater der englischen Könige Georg I. und Georg II. war, und in der Geschichte des Schlosses weiter voran.

Volker Jakobs erklärt, wie der Niedersachse aufstieg, wie er zu Geld kam und wie schließlich der Bau unter Aufsicht des Architekten Johann Friedrich Künnecke voranschritt. „Die Bauzeit von 1726 bis 1732 war für damalige Verhältnisse eher kurz — ein Zeichen dafür, dass es am Geld nicht gemangelt haben kann.“ Tausende Ziegelsteine seien in der Nähe gebrannt worden.

Jakobs weist die Besucher beim Rundgang darauf hin, dass im Gegensatz zu anderen Museen in Schloss Bothmer der natürliche Lichteinfall durch die vielen Fenster genutzt werden kann. „Wir haben hier keine alten Möbel oder historische Seidentapeten, wegen denen wir die Fenster verdunkeln müssten, um sie vor dem Licht zu schützen“, nennt er einen Vorteil des Umstands, dass mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Mobiliar und andere Einrichtungsgegenstände verschwunden waren. „Ich habe schon ein wenig die alten Möbel vermisst“, sagt Yvonne Denno (27) aus Lübeck. Ihren Freund Marvin Müller (25) aus Lübeck hat das weniger gestört. „Die Erklärungen über die Bauphase fand ich sehr interessant. Die Tapete mit den vielen sozialistischen Sprüchen finde ich genial“, sagt er über einen Raum, der an das Feierabendheim „Clara Zetkin“ erinnert. Auch Gernot Steinhilper aus Hannover ist begeistert. Er macht mit seiner Frau Urlaub in Boltenhagen und war bereits mehrfach im Schloss. „Die Anlage ist wirklich vorzeigbar und wird das Ansehen der Region enorm steigern.“

Volker Jakobs berichtet den Gästen abschließend, dass die Familie Bothmer über mehrere Generationen bis 1945 im Schloss lebte. „Nach Kriegsende gab es die wohl schwärzeste Zeit für das Schloss. Es wurde ein Typhuslazarett, es sind viele Menschen hier gestorben“, sagt der Gästeführer. „Von 1948 bis 1994 wurden die Räume dann als Altenheim genutzt. Danach stand es einige Jahre leer, bis sich das Land 2008 erbarmt hat“, fasst er die Zeit bis zum Kauf zusammen. Mit der Eröffnung als Museum in diesem Jahr sei wieder Leben ins Gebäude eingekehrt.

Die erste Führung im neuen Jahr findet am 2. Januar um 11 Uhr statt. Anmeldung: ☎ 038825/3853187683

Malte Behnk

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Im neuen Jahr soll auch die letzte große Baumaßnahme an Schloss Bothmer abgeschlossen werden.

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