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Nordwestmecklenburg Fußballer schweigt vor Gericht
Lokales Nordwestmecklenburg Fußballer schweigt vor Gericht
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20:21 28.12.2015
Der 28-jährige Fußballer vom Selmsdorfer SV (vorn) steht derzeit vor Gericht. Quelle: Maik Freitag

Wegen fehlender Unterhaltszahlungen, möglichen Diebstahls und Fahrens ohne Versicherungsschutz steht derzeit ein 28-jähriger Schönberger vor dem Amtsgericht in Wismar.

Vor einigen Wochen war der Kicker des Selmsdorfer SV in der Halbzeit von Beamten auf dem Fußballplatz in Benz festgenommen worden (LN berichteten). Nach einem wenige Tage währenden Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt Bützow stellte er sich gestern das erste Mal dem Richter. Doch als nach den Feiertagen viele der neun geladenen Zeugen nicht erschienen und selbst ein sich im Dienst befindender Polizeibeamter nur verspätet den Weg in den Gerichtssaal fand, musste ein weiterer Verhandlungstermin anberaumt werden. Mitte Januar steht der 28-Jährige erneut vor Gericht.

Der äußerte sich gestern in der gesamten zweieinhalbstündigen und mit vielen Unterbrechungen versehenen Verhandlung nicht ein einziges Mal und überließ das Reden seinem Pflichtverteidiger. So stand zunächst der Vorwurf mehrfachen Führens eines nicht versicherten Pkw im Raum, an den sich der 2011 beteiligte Polizeibeamte allerdings nicht mehr erinnern konnte. In der Nähe der Ortschaft Wahrsow war der 28-Jährige kontrolliert worden, konnte allerdings keinen Fahrzeugschein vorlegen. Das ergaben die angeforderten und vom Beamten bestätigten Papiere.

Der zweite Straftatbestand: die seit sieben Jahren ausstehenden Unterhaltszahlungen für seinen siebenjährigen Sohn. Die 31-jährige Mutter bestätigte, dass der Vater keinen Umgang mit seinem Sprössling habe und bis auf zwei Pfändungen nie Geld angekommen sei. Wie viel Geld zumindest zeitweise hätte gezahlt werden können, zeigte eine aus der Region Kastorf kommende Unternehmerin auf, bei der der Angeklagte 2011 für einen Monat gearbeitet hatte. Obwohl ihm seine Kollegen eine fleißige und gute Arbeit bescheinigten und eine Daueranstellung in Aussicht gestanden hätte, meldete sich der heute 28-Jährige unter offenbar fadenscheinigen Gründen nach nur vier Wochen ab und kam anschließend auch nicht wieder zur Arbeit. „Er erklärte, er müsse sich um die Familie kümmern, da seine Schwester schwer verunglückt wäre“, erklärte die Unternehmerin vor Gericht. Telefonate mit der Familie des Angeklagten hätten das nicht bestätigt.

Er erklärte, er müsse sich um die Familie kümmern, da seine Schwester schwer verunglückt wäre.“Eine Zeugin über die Gründe, warum der Angeklagte nicht mehr zur Arbeit kam

Maik Freitag

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