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Nordwestmecklenburg Garnelenfarm: Bald Larven aus eigener Zucht?
Lokales Nordwestmecklenburg Garnelenfarm: Bald Larven aus eigener Zucht?
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20:10 15.01.2018
Grevesmühlen

Heimliche Piratenhauptstadt ist Grevesmühlen inzwischen, das Open Air Theater hat in den vergangenen 13 Jahren dafür gesorgt, dass die ehemalige Kreisstadt um einiges an Popularität gewonnen hat. Aber Grevesmühlen als Garnelenproduzent? „Nur die wenigsten wissen überhaupt, dass man in Deutschland oder besser in Grevesmühlen Garnelen kaufen kann“, sagt York Dyckerhoff, Geschäftsführer von Cara Royal, der Garnelenfarm im Gewerbegebiet Nordwest. 2000 private Kunden und 180 Geschäftskunden beliefert das Unternehmen mit den rund 24 Gramm schweren Leckerbissen, die etwa fünf Monate brauchen, bis sie von der Larve auf diese Größe herangewachsen sind. „Inzwischen haben wir Kunden in der Schweiz und in Österreich“, erklärt der Geschäftsführer.

Die Farm

Ende 2013 erfolgte der Spatenstich für den Bau der Garnelenfarm von York Dyckerhoff. Rund 1,7 Millionen Euro wurden investiert. Wenig später wurde eine zweite Anlage errichtet, die jedoch im September 2016 Insolvenz anmelden musste. Die Anlage ist stillgelegt, die Zukunft ungewiss.

Und langsam wächst auch die Akzeptanz in der Region. „Ich war in einigen Restaurants, die Garnelen auf der Karte haben. Als ich sie gefragt habe, woher die Tiere stammen, hieß es meist, das sei Tiefkühlware.“ Die ist um einiges preiswerter als das, was Dyckerhoff anbietet. Das weiß der Investor aus Grevesmühlen. „Aber wir bieten frische Ware an, die strengen Auflagen unterliegt.“ Qualität kostet. Inzwischen greifen die ersten Restaurants in der Region auf die Garnelen aus Grevesmühlen zurück, Boltenhagen ist ein Markt, den York Dyckerhoff ins Auge gefasst hat. „Und er entwickelt sich langsam.“ Die ersten Restaurants im Ostseebad haben die regionalen Garnelen auf der Karte. In Grevesmühlen sollen sie ebenfalls auf den Speisekarten landen.

Apropos regional: Die Garnelenfarm gehört inzwischen zu Euro-Toques. Hinter dem komplizierten Namen steckt ein Netzwerk aus Restaurants und Lebensmittelproduzenten, die sich für die Nutzung regionaler Produkte stark machen. Denn so viel steht fest: Regionale Produkte gibt es reichlich, sie müssen nur beworben werden.

Dafür ist einiges an Marketing notwendig, und diese Akquise kostet Kraft und Zeit. Und die braucht er eigentlich, um eine andere Baustelle zu bearbeiten.

Denn die Garnelen-Larven bezieht das Unternehmen aus Florida. Die Stürme im vergangenen Jahr haben dem Unternehmen allerdings gezeigt, wie gefährlich der lange Transportweg sein kann. Denn einmal im Monat braucht die Garnelenfarm eine neue Lieferung. „Und als die ausblieb aufgrund der Stürme, hatten wir ein richtiges Problem.“

Die Idee, die Larven selbst zu züchten, hat York Dyckerhoff schon lange. Aber das kostet Zeit und Personal. „Wir brauchen dafür eine neue Halle und wir brauchen vor allem Zeit, aber das ist unser Ziel, dass wir vielleicht ab 2019 unsere eigenen Larven züchten.“ Was auf dem Papier relativ nüchtern aussieht, ist in der Praxis mit zahlreichen Hürden verbunden. Denn die Garnelenzucht ist immer noch ein Experiment. Auch wenn das Team um York Dyckerhoff inzwischen die Anfangsprobleme bewältigt hat, die Arbeit mit Tieren birgt Risiken.

Dennoch setzt das Unternehmen auf Wachstum. Dyckerhoff hat sich das Areal neben der Garnelenfarm gesichert. Die Idee, dort eine Halle zu errichten, um die Larvenproduktion nach Nordwestmecklenburg zu holen, hat der Geschäftsführer schon lange. „Aber allmählich wird sie konkreter, 2019 wäre ein gutes Datum. Vielleicht klappt es ja.“

Michael Prochnow

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