Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Gedenkveranstaltung für Zwangsausgesiedelte
Lokales Nordwestmecklenburg Gedenkveranstaltung für Zwangsausgesiedelte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:22 26.09.2013
Ein Gedenkstein erinnert an das geschleifte Dorf Lankow. Quelle: Foto: Grenzhus

Das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee, die Gemeinde Dechow und das Grenzhus in Schlagsdorf erinnern an das Schicksal der Zwangsausgesiedelten und die Geschichte der geschleiften Dörfer mit einer Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 2. Oktober, auf dem Gelände des geschleiften Dorfs Lankow.

Das Dorf Lankow steht stellvertretend für viele geschleifte Dörfer und Gehöfte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Sie standen einer militärischen Grenzsicherung im Wege, die freies Sicht- und Schussfeld für die Grenzsoldaten forderte, um jeden Fluchtversuch aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland zu verhindern. Die Menschenwürde, das Recht auf Heimat und kulturelle Traditionen wurden den politischen Interessen der SED-Diktatur geopfert.

Überwiegend in zwei großen Aktionen 1952 und 1961 verloren über 11 000 Menschen aus dem Grenzsperrgebiet ihren Wohnsitz. Die Betroffenen wurden unter entwürdigenden Bedingungen ohne Gerichtsurteil und ohne Vorankündigung aus ihren Heimatorten herausgerissen, zwangsweise im Hinterland angesiedelt. Sie konnten bis zur Aufhebung der Sperrzone nie in die Heimat zurück, wurden öffentlich diskreditiert, kriminalisiert und lange Zeit bespitzelt.

Das Dorf Lankow am Lankower See ist ein Schauplatz dieser Geschichte. Der 1209 erstmals urkundlich erwähnte Ort rückte mit der Teilung Deutschlands an die Grenze. Einwohner wurden zwangsausgesiedelt oder gingen freiwillig, denn eine Lebensperspektive im Todesstreifen sah niemand. Das entvölkerte Dorf wurde 1976 restlos abgetragen, eine jahrhundertelange Geschichte endete im 20. Jahrhundert.

2009 entstanden ein Gedenkstein und eine erste Infotafel.

Mit der Veranstaltung soll an das Schicksal dieser Menschen erinnert, die Geschichte des geschleiften Dorfes Lankow wach gehalten und mit dem Vortrag von Frau Dr. Pingel-Schliemann Wissen über diese Vergangenheit vermittelt werden. Lebendige Erinnerungsarbeit hilft den Betroffenen und stärkt das Bewusstsein für die Wahrung von Menschenrechten und Demokratie, teilen die Veranstalter mit.

Treffpunkt ist der Parkplatz an der Zufahrt zum geschleiften Dorf Lankow an der Straße zwischen Groß Molzahn und der B 208 im Lankower Holz. Um 16.30 Uhr wird die Informationstafel des Biosphärenreservats Schaalsee am Parkplatz durch einen Vertreter des Amtes für das Biosphärenreservat eingeweiht. Um 17 Uhr findet eine Gedenkfeier für das Dorf Lankow am Gedenkstein statt.

Die Veranstaltung wird im Grenzhus Schlagsdorf, Neubauernweg 1 in Schlagsdorf, fortgesetzt. Von 17.30 bis 18.45 Uhr gibt es die Möglichkeit zu einem Abendimbiss im Café Grenzstein. Um 19 Uhr folgt dann der Vortrag „Da könnt ihr mich doch gleich erschießen! - Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze zwischen Dassow und Zarrentin von 1952 bis 1989“ von Dr. Sandra Pingel-Schliemann, Politikwissenschaftlerin aus Schwerin.

Anmeldungen werden im Grenzhus Schlagsdorf, Neubauernweg 1, 19217 Schlagsdorf oder unter der Telefonnummer 03 88 75/ 293 26 sowie per E-Mail an info@grenzhus.de entgegen genommen.

Info: Gedenkveranstaltung für Zwangsausgesiedelte, Mittwoch, 2. Oktober, ab 16.30 Uhr, in Schlagsdorf. Anmeldungen unter der Telefonnummer 03 88 75/ 293 26 oder per E-Mail an info@grenzhus.de

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Saft aus Äpfeln der Mecklenburger Gärten: Wer 200 Kilo bringt, nimmt 14 Kisten eigenen Saft mit nach Hause.

26.09.2013

Die Verlegung des Öko-Parks von Ex-Umweltminister Berndt Heydemann von Nieklitz/Mecklenburg nach Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) steht endgültig vor dem Aus. Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerium empfiehlt, den Plan nicht weiter zu verfolgen.

27.09.2013

Mehr Hygiene und Sicherheit dank Dunstabzugshauben ohne Fettfilter

26.09.2013
Anzeige