Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Geld und Hilfszusage aus Schwerin
Lokales Nordwestmecklenburg Geld und Hilfszusage aus Schwerin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:26 08.08.2016
Löcher und Risse klaffen in der Lübecker Straße in Schönberg. Bauarbeiter asphaltierten sie vor 15 Jahren.

In den Wochen und Monaten vor Landtagswahlen erfahren Vertreter von Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern eine besondere Zuwendung der Landespolitiker. Dem Schönberger Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) konnte das gestern nur recht sein. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) überreichte ihm einen Bescheid über einen Zuschuss von 215700

Hortleiterin Elke Nitz (r.) führt Sozialministerin Birgit Hesse (SPD, l.) und die zweite stellvertretende Landrätin Karla Krüger (SPD) durch Räume des Kinderhauses „Am Oberteich“ in Schönberg. Quelle: Jürgen Lenz

Schon seit Jahren haben wir hier in Schönberg einen Anstieg der Kinderzahlen. Das sollte man auch honorieren.“Lutz Götze (SPD-Fraktion), Bürgermeister

in Schönberg

Euro zur baldigen Erneuerung des maroden Asphaltbelags der Lübecker Straße und versprach Unterstützung beim Bemühen der Stadt, mit dem Bau einer neuen Kindertagesstätte den seit Jahren anhaltenden Mangel an Betreuungsplätzen zu beenden.

Den Zuwendungsbescheid über 215700 Euro übergab die Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales vertretend für den Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, Christian Pegel (SPD). Er sei wegen eines anderen Termins verhindert, sagte Birgit Hesse. Gestern vollzog der Infrastrukturminister gemeinsam mit Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) den ersten Spatenstich für einen neuen Radweg auf Rügen, der Groß Schoritz mit Garz verbinden wird. Morgen überreicht Pegel an den Wismarer Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) einen Zuschussbescheid für eine Deckensanierung der Philipp-Müller und der Dammhusener Chaussee, am vorigen Freitag übergab der Infrastrukturminister in Hornstorf bei Wismar einen Fördermittelbescheid über 120000 Euro zur Sanierung einer Durchfahrtsstraße. Bei dieser Gelegenheit erläuterte der Minister: „Es ist eine der ersten Deckensanierungen, die wir fördern.“ Die Förderrichtlinie für den kommunalen Straßenbau sei geändert worden. Pegel erklärte: „Bisher haben wir vor allem den Neu- und Ausbau unterstützt, doch wir wollen nicht nur in größer, breiter, schneller investieren, sondern auch in den Erhalt des vorhandenen Straßennetzes.“ Das erkläre den hohen Zuschuss: 75 Prozent der förderfähigen Kosten.

15 Jahre sind mittlerweile ins Land gegangen, seitdem Bauarbeiter die Lübecker Straße in Schönberg erstmals asphaltiert haben. Vorher war sie gepflastert. Dabei sollte es nach dem Willen einer „Interessengemeinschaft gegen die Variante Ausbau Lübecker Straße/Am Kalten Damm“ auch bleiben. Anlieger argumentierten, die Durchfahrtsstraßen in Schönberg würden, wenn sie asphaltiert werden, zu „Rennstrecken“. Dem hielt die damalige Bürgermeisterin Jutta Piontek (parteilos) entgegen, Asphalt sei die einzige „förderfähige Variante“. Die Runderneuerung der Straße kostete über zwei Millionen Euro.

Eine entscheidende Rolle spielen auch die gestern bewilligten 215000 Euro für die neue Asphaltdecke. Lutz Götze sagte: „Durch die Förderung können wir es machen.“ Die teilweise von Rissen und Löchern übersäte Straße verursache hohe Reparaturkosten. Das werde sich mit der Erneuerung der Deckschicht ändern. Geplant seien die Bauarbeiten für die Herbstferien. Dann werden Autofahrer zeitweise mit einer Sperrung der Straße rechnen müssen.

Auf einen lang ersehnten Zuschussbescheid aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium wartet der Schönberger Bürgermeister bislang vergebens. Der ortsansässige Verein „Haus des Kindes“ hatte ihn bereits im Frühjahr vorigen Jahres für den Bau einer neuen Kita gestellt. Der Hintergrund: Seit Jahren übersteigt in Schönberg der Bedarf an Betreuungsplätzen das Angebot. „Der Bedarf ist mittlerweile noch gestiegen“, sagte gestern Anke Lütgens-Voss, Fachbereichsleiterin in der Amtsverwaltung Schönberger Land, zur Sozialministerin während eines Besuchs des Kinderhauses „Am Oberteich“.

Birgit Hesse antwortete: „Ich kenne die Situation. Dass etwas gemacht werden muss, ist unstrittig.“ Die Ministerin kündigte an, das Thema in dieser Woche bei einem Treffen anzusprechen, an dem auch Vertreter des Wirtschaftsministerium teilnehmen werden. Die Meinung des Schönberger Bürgermeisters dazu: „Sie soll es machen. Wir trommeln ja seit Längerem und bekommen keine Resonanz.“ Schon seit Jahren würden in Schönberg die Kinderzahlen steigen. „Das sollte man auch honorieren“, argumentierte Lutz Götze.

Durch das Kinderhaus „Am Oberteich“ führte Elke Nitz. Sie leitet das Haus in der Amtsstraße mit 119 Hort- und 57 Krippenplätzen seit der Eröffnung vor neun Jahren. Zwölf Mitarbeiterinnen sind dort heute tätig. Elke Nitz zeigte der Sozialministerin das Haus und das große Außengelände.

Vereint für Kinder

1995 gründete sich in Schönberg der Verein „Haus des Kindes“. Damals wollte die Stadt ihre Kindertagesstätten an einen freien Träger übergeben, um Geld zu sprachen. Mehrere Interessenten sahen sich die Kitas an. Doch dann hatten Erzieherinnen eine Idee, die auch Stadtvertreter gut fanden: „Wir machen es selbst.“ Sie gründeten einen eigenen Trägerverein.

3 Kindertagesstätten unterhält der Verein „Haus des Kindes“ heute: die integrative Kita „Haus des Kindes“, Lübecker Straße 9, die integrative Kita „Regenbogen“, Lübecker Straße 26 b, und das Kinderhaus „Am Oberteich“, Amtsstraße 6. Neben dem Betrieb der Kindertagesstätten bietet der Verein unter anderem einen öffentlichen Spieltreff für Mädchen und Jungen an, die bis drei Jahre alt sind. Außerdem organisiert er Laternenumzüge und beteiligt sich an Festen in Schönberg.

jl

Jürgen Lenz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Hansestadt schaltet sich in die Variantendiskussion ein und fordert vom Ministerium eine zeitsparende Lösung / Mit Unterführung und Brücke stehen zwei Großprojekte an.

08.08.2016

Rund um das Luise-Reuter-Haus in Roggenstorf wird am Sonnabend, dem 13. August, das diesjährige Dorffest gefeiert. Los geht es bereits um 9 Uhr mit einer Schau alter Traktoren.

08.08.2016

Kaum Erträge und wenig optimistische Aussichten / Um überleben zu können, müssen Alternativen entwickelt werden / Maik Seemann und Martin Saager gründen einen Imbiss.

08.08.2016
Anzeige