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Nordwestmecklenburg Gemeinde Stepenitztal will Silvester-Böllerei einschränken
Lokales Nordwestmecklenburg Gemeinde Stepenitztal will Silvester-Böllerei einschränken
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20:20 09.12.2015

Eigentlich ist das Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in der Nähe von Reetdachhäusern bereits gesetzlich geregelt — 200 Meter beträgt die Bannmeile um ein strohgedecktes Haus herum. Nichtsdestotrotz wollten die Gemeindevertreter von Stepenitztal aber auf der vergangenen Gemeindevertretersitzung in Börzow noch einmal ein deutliches Zeichen setzen — und verabschiedeten einen Beschluss zur Beantragung eines Abbrennverbots für Feuerwerkskörper in den Ortsteilen Roxin, Börzow und Kirch Mummendorf.

„Für die Menschen, die in unserer Gemeinde in Reetdachhäusern wohnen, ist Silvester jedes Jahr ein Angsttermin“, erklärte Bürgermeister Peter Koth. Das bestätigte Gemeindevertreterin Annette Prien, die selbst in einem Reetdachhaus wohnt. „Wir würden nie riskieren, am Silvestertag wegzufahren.“

Dennoch wurde der Beschlussantrag zunächst kontrovers diskutiert. Gemeindevertreter Jörg Milbrecht, der grundsätzlich die Sorge der Reetdachhausbesitzer verstand, glaubte dennoch nicht, dass ein verschärftes Verbot, etwas an der Situation ändern würde. „Die Frage ist doch, wie man dieses Verbot dann kontrolliert?“ Das, gestand der Bürgermeister ein, sei tatsächlich nicht einfach zu beantworten. Im Grunde sei der Landkreis, wenn er das Verbot genehmige, dann dafür zuständig. Doch schon die Beantragung des Abbrennverbotes beim Landkreis gestaltet sich schwierig, wie Koth weiter berichtete: „Ich war eigentlich der Meinung, dass eine Eilentscheidung vom Bürgermeister zu diesem Sachverhalt ausreichend wäre.“

Das aber sah der zuständige Sachbearbeiter für Allgemeine Ordnungsangelegenheiten beim Landkreis, Wolfgang Schleese, anders. Er teilte der Gemeinde schriftlich mit, dass es bei diesem Antrag um einen „Eingriff in die Hoheitsrechte der Bürger und Bürgerinnen“ ginge. Um diesen Antrag beim Landkreis einzureichen, bedürfe es deshalb eines konkreten Beschlusses in der Gemeindevertretersitzung.

Dieser wurde dann trotz vorangegangener Diskussion letztlich auch einstimmig gefasst. Vor allen Dingen, weil „wir uns nicht irgendwann vorwerfen lassen wollen, wir hätten die Angelegenheit nicht ernst genommen“, wie Gemeindevertreter Harald Freitag eindringlich formulierte. Denn, wenn es tatsächlich auf Grund einer Feuerwerksrakete einmal zu einem Brand und einem Feuerwehreinsatz käme, so Freitag, „wäre das Geschrei ziemlich groß. Von allen Seiten würde es Vorwürfe an die Gemeindevertretung hageln, weil sie sich damit nicht beschäftigt hat.“

Die Chance, dass der Landkreis dem Beschluss noch in diesem Jahr zustimmt, ist gering, wie Peter Koth bemerkte. „Mit einer Entscheidung rechne ich erst in ungefähr einem Vierteljahr.“ Damit gilt zumindest für die diesjährige Jahreswende in den Ortsteilen Roxin, Börzow und Kirch Mummendorf noch die 200-Meter-Regel. Die Gemeinde denkt allerdings auch darüber nach, den Antrag auf ein Feuerwerks-Abbrennverbot noch auf andere Ortsteile auszudehnen, in denen sich Reetdachhäuser befinden.

Frühestens im nächsten Jahr können Reetdachhaus-Besitzer im Stepenitztal mit der Genehmigung des Antrags rechnen. Die Hoffnung, die sich damit verbindet, ist, dass eine doppelte Strafandrohung zukünftig dann endlich allzu ignorante Feuerwerk-Fans davon abhält, Häusern mit Reetdach zu nahe zu kommen.

Termine in der Gemeinde Stepenitztal
11. Dezember: Weihnachtsfeier der Feuerwehr im Dörphus Börzow
14. Dezember: Wehrführerberatung im Dörphus Börzow
18. Dezember: Rentner-Weihnachtsfeier im Dorfhaus von Mallentin
25. Dezember: Die Mallentiner Feuerwehr veranstaltet auch in diesem Jahr wieder einen „Weihnachtstanz“ im Dorfhaus von Mallentin.

Annett Meinke

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