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Nordwestmecklenburg Gemeinde investiert in die Feuerwehr
Lokales Nordwestmecklenburg Gemeinde investiert in die Feuerwehr
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20:10 27.08.2018
Das Gerätehaus der Feuerwehr am Weidenstieg in Boltenhagen wurde 2003 eingeweiht. Es ist aber schon zu eng. Quelle: Foto: Malte Behnk
Boltenhagen

Die Gemeinde Boltenhagen investiert in ihre freiwillige Feuerwehr. Beschlossen wurde von den Gemeindevertretern jetzt eine überplanmäßige Ausgabe, um ein Einsatzfahrzeug für die First Responder-Gruppe anzuschaffen. Die Einheit ist seit Ende 2017 im Einsatz und nutzt ein geliehenes Fahrzeug des Landkreises.

Mit durchschnittlich einem Einsatz pro Woche hat sich die Gruppe etabliert und soll ein eigenes Fahrzeug bekommen. Für dessen Anschaffung waren im Haushalt der Gemeinde bislang lediglich 5000 Euro vorgesehen. Daher beschlossen die Politiker 10000 Euro mehr bereitzustellen. Damit stehen der Gemeinde 15000 Euro für die Anschaffung zur Verfügung. „Das ist ausreichend“, sagt Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU). Es gebe unterschiedliche Möglichkeiten der Anschaffung. „Eine Lösung wäre, das bisher geliehene Fahrzeug vom Landkreis zu kaufen. Das würde vermutlich nicht so teuer werden“, erklärt er. „Außerdem gibt es gebrauchte Fahrzeuge aus dem Rettungsdienst, für die das Geld auch reichen würde.“ Ein neuwertiges Fahrzeug würde die Gemeinde bekommen, wenn sich eine Möglichkeit findet, ein Einsatzfahrzeug zu leasen.

Für eine weitere Investition in die Arbeit der Brandschützer benötigt die Gemeinde auf jeden Fall finanzielle Unterstützung. Es wird geplant, in den nächsten Jahren das Gerätehaus der Feuerwehr an einem anderen Standort neu zu bauen. Möglich wäre das zum Beispiel hinter der Sport- und Freizeitanlage am Ortsrand. Etwa 1,5 Millionen Euro würde so ein Neubau für die Zwecke der Feuerwehr kosten.

Fördermittel könnten vom Innenministerium kommen. „Ich denke ein Zuschuss von 30 bis 40 Prozent wäre realistisch, da es der Gemeinde relativ gut geht“, sagt Schmiedeberg. Das habe eine Nachfrage der Gemeinde und der Feuerwehr beim Innenministerium ergeben. Auch beim Landkreis hatte die Gemeinde Boltenhagen gefragt, ob sie dort Fördermittel für ein neues Feuerwehrgerätehaus beantragen könnte.

„Uns wurde mitgeteilt, dass es nichts geben wird“, sagt Schmiedeberg. Der Landkreis habe auf die relativ gute finanzielle Situation der Gemeinde hingewiesen. „Ich fand das etwas enttäuschend“, erklärt Schmiedeberg.

Um beim Innenministerium den Förderantrag stellen zu können, muss die Gemeinde erst eine erste Planung in Auftrag geben. In dem Entwurf soll unter anderem schon ein Raumkonzept erstellt werden. Die Gemeindevertreter haben die Amtsverwaltung beauftragt, diese Planungsleistungen auszuschreiben. Der Bürgermeister soll den Auftrag dann dem Planungsbüro mit dem wirtschaftlichsten Angebot erteilen.

Danach müsse der Entwurf relativ zügig erarbeitet werden, damit noch vor Jahresende der Förderantrag gestellt werden kann. „Die Entwurfsplanung soll uns verlässlich zeigen, was der Neubau der Feuerwehr kosten wird“, sagt der Bürgermeister. Die Planungskosten von voraussichtlich 50000 Euro zahlt die Gemeinde ohne Unterstützung.

„Wir haben zwar noch keinen Brandschutzbedarfsplan für die Gemeinde“, sagt Schmiedeberg. Darin werde unter anderem festgelegt, wie sich die freiwillige Feuerwehr mit Personal, technischen Geräten und anderer Ausrüstung aufgrund der Entwicklung der Gemeinde weiter entwickeln soll. „Torsten Gromm arbeitet in der Amtsverwaltung daran und hat uns schon bestätigt, dass es Sinn macht, das Gerätehaus in den nächsten Jahren zu erneuern“, sagt Christian Schmiedeberg. Zwar sei das Gerätehaus am Weidenstieg erst vor 15 Jahren gebaut und vor drei Jahren um einen Anbau für das Boot erweitert worden. Der vorhandene Platz reiche aber jetzt schon kaum noch aus. Schmiedeberg hofft, dass mit dem Neubau eventuell im nächsten Jahr begonnen werden kann. „Es ist relativ sicher, dass wir das Projekt nicht 2019 abschließen werden“, sagt er.

Daten zur Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Boltenhagen besteht aus etwa 30 aktiven Mitgliedern, die regelmäßig zu Einsätzen ausrücken. Hinzu kommen die passiven Mitglieder und die Jugendabteilung mit etwa 20 Mädchen und Jungen.

Das Gerätehaus am Weidenstieg wurde im April 2003 eingweiht. Die Gemeinde hatte in den Neubau 500000 Euro investiert. 2015 wurde angebaut. Für das 2006 angeschaffte Einsatzboot war nicht genug Platz.

Wachsende Aufgaben – die First Responder-Einheit unterstützt den Rettungsdienst – und größere Fahrzeuge machen einen Neubau in den nächsten Jahren notwendig.

Malte Behnk

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