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Nordwestmecklenburg Gemeinschaft wächst wieder zusammen
Lokales Nordwestmecklenburg Gemeinschaft wächst wieder zusammen
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20:38 21.09.2017
Heidemarie Pade (64) gehört zu den Engagierten im Dorf und gestaltet ihren Garten gerade herbstlich. Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

„Es ist ein gutes Zusammenleben.“ Der Satz kommt oft, wenn man die Menschen in Barnekow fragt, wieso sie in dem kleinen Ort vor den Toren Wismars leben.

Dank der Ehrenamtler gibt es im beschaulichen Barnekow ein reges Dorfleben mit vielen Angeboten.

Drachenfest am 14. Oktober

Am 14. Oktober lädt die Dorfgemeinschaft zum Drachenfest mit Laternenumzug. Start ist um 15.30 Uhr auf der Festwiese, die drei schönsten Drachen werden prämiert. Um 17.30 Uhr ist dann Treff am Feuerwehrgebäude mit Glühwein, Punsch und Lagerfeuer. 18.30 Uhr startet der Laternenumzug durchs Dorf.

„Es ist schön, hier zu wohnen“, erzählt Heiko Goldschmidt (53) beim Blick über den Gartenzaun in der Hauptstraße. Ein ruhiger Ort am Vormittag, wenn die meisten zur Arbeit nach Wismar gefahren sind.

Wenig Straßenverkehr, ein bisschen Hundegebell. Nur bei Südwind kommen die Geräusche der nahen Autobahn bis ins Dorf.

Seit 31 Jahren lebt Goldschmidt hier. Er ist der Liebe wegen hergezogen und geblieben. „Man hilft sich gegenseitig und kann mit jedem reden“, erzählt er. Und noch eins erzählen die Barnekower immer wieder – sie sind stolz auf ihre Feuerwehr. Goldschmidt gehörte zu denen, die sie nach der Wende reaktiviert haben, der Hauptlöschmeister engagiert sich seit fast 40 Jahren in der freiwilligen Feuerwehr, inzwischen bei den Kameraden in Wismar.

Wenn Patrick Prodöhl, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Barnekow, von der Feuerwehr als Mittelpunkt des Dorfes spricht, meint er das nicht nur geografisch. Das Haus mit der schönen Bemalung ist Treffpunkt für Jung und Alt. „Jeden Donnerstag ist Rentnernachmittag im Feuerwehrgebäude“, berichtet Gemeindevertreterin Heidemarie Pade.

„Es gibt keinen Konsum, keinen Kindergarten und keine Gaststätte mehr in Barnekow“, bedauert Helga Schmidt bei der Kaffeepause mit Schwager Peter in der Sonne. Ihre Tochter gehörte zu den letzten Kindern im Barnekower Kindergarten. „Es waren zu wenig Kinder“, erzählt sie traurig. Peter Schmidt lebt seit 56 Jahren im Dorf – „so alt bin ich“ – und erzählt von früher, als es all das noch gab.

Dem Ort ging es so wie vielen anderen nach der Wende. Bestehendes wurde eingestampft. „90 Prozent der Menschen haben in der Landwirtschaft gearbeitet, die wurden in Frührente geschickt oder waren arbeitslos, das kulturelle Leben im Dorf war auf einmal zu Ende“, berichtet Ortschronist Jörg Wachter-Lahn. Dafür kamen die Autobahn, die vielen Windkrafträder in der Nachbarschaft und 35 Einfamilienhäuser am Rande des alten Dorfes.

„Immer mehr von den Hinzugezogenen kommen auch zu unseren Veranstaltungen“, erzählt Heidemarie Pade und lacht. „Ja, manchmal sprechen wir immer noch von den alten und den neuen Barnekowern.“ 1993 und 1994 entstand die Wohnsiedlung.

Es ist gelungen, dass die Gemeinschaft wieder zusammenwächst – dank der Ehrenamtler und der Menschen, die sich mitreißen lassen. Die Engagierten aus der Feuerwehr und den Ausschüssen organisieren neben dem Brandschutz auch die Feste im Dorf.

„Hier passiert einiges an Kultur“, fängt Gemeindevertreterin Antje Grinnus an zu erzählen: der große Festumzug beim Dorffest, das Osterfeuer, das Tannenbaumverbrennen, Weihnachtsfeiern und ein lebendiger Adventskalender. Direkt vor der Tür steigt das Drachenfest mit Laternenumzug.

Antje Grinnus: „Es ist wichtig, dass die Menschen sich treffen und gemeinsam das Dorfleben gestalten. Wir haben einen Park wie kaum ein Dorf, dahinter liegt die Festwiese mit dem Bolzplatz, im Teich kann geangelt werden, die Spielgeräte auf unserem großen Spielplatz wurden erneuert.“

Das Dorf lebt, trotz der Beschaulichkeit.

Nicole Hollatz

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