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German Pellets beginnt wieder mit Produktion - Investorensuche läuft

Wismar German Pellets beginnt wieder mit Produktion - Investorensuche läuft

Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten des insolventen Holzverarbeiters German Pellets. Nach langer Zeit des Stillstands soll die Brennstoff-Produktion langsam wieder anlaufen. Ein Fingerzeig auch für Übernahmeinteressenten.

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Ein Mitarbeiter hält am 14.03.2011 in der Halle von German Pellets in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) Holzpellets in den Händen. Der insolvente Holzverarbeiter will am 04.03.2016 die zeitweilig eingestellte Produktion des Brennstoffs wieder aufnehmen.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Wismar. Beim insolventen Holzverarbeiter German Pellets in Wismar soll nach längerem Stillstand am Freitag die Produktion von Brennstoffen wieder anlaufen. Zunächst seien die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen worden, eine der Linien für Holzpellets anzufahren, sagte der Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde, Wolfgang Weber-Thedy, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin. Zuvor waren die etwa 50 Produktionsarbeiter in Wismar wochenlang nur noch mit Lohnarbeit für einen Tierstreu-Händler und Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen. Ihre Bezahlung durch Insolvenzausfallgeld von der Arbeitsagentur ist nur noch bis Ende März gesichert.

Der Neustart geht einher mit verstärkten Verkaufsbemühungen für das Unternehmen, das am 10. Februar Insolvenz angemeldet hatte. Die Interessentenliste umfasse bislang 122 Namen, sagte Weber-Thedy. Dazu zählten sowohl Finanzinvestoren als auch Industrieunternehmen aus der Branche. Ziel der Insolvenzverwaltung sei es, eine Gesamtlösung für die Firmengruppe mit Werken in Sachen, Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern zu finden. „Am besten wäre die Weiterführung des Unternehmens unter neuer Regie“, sagte Weber-Thedy.

Auf Beschluss des vorläufigen Gläubigerausschusses würden bei der Investorensuche zwei renommierte Beratungsunternehmen mit Sitz in Frankfurt/Main einbezogen. Wie viel Zeit dafür gewährt wird und wann die Entscheidung über eine Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens fallen soll, sagte der Sprecher nicht.

Die 2005 gegründete Firmengruppe mit zuletzt Standorten in Deutschland, Österreich, Belgien und den USA beschäftigte rund 600 Mitarbeiter, davon 150 in Wismar. Das weitverzweigte Firmennetz zählte mehr als 20 Tochtergesellschaften. Dazu gehörte auch das erst im Januar gekaufte belgische Kohlekraftwerk in Langerlo in Genk, das aber Medienberichten zufolge kurze Zeit später aus dem Firmenvermögen der Gruppe an eine Wiener Gesellschaft weitergereicht worden sein soll.

German Pellets, nach eigenen Angaben einst weltweit größter Produzent und Händler von Holzschnitzeln zum Heizen, hatte seine Expansion maßgeblich mit Anleihen finanziert. Vermutlich weit mehr als 12 000 Menschen legten Geld in den hoch verzinsten Anleihen an, deren Kurs dramatisch eingebrochen ist, oder erwarben Genussscheine und Genussrechte. Die Firma steht den Angaben zufolge bei Anlegern mit mehr als 220 Millionen Euro in der Schuld.

Anfang Februar hatte German Pellets eine Gläubigerversammlung, bei der es um die Verlängerung einer zum 1. April fälligen Anleihe über 52,4 Millionen gehen sollte, ohne Angaben von Gründen abgesagt und Insolvenz angemeldet. Experten gehen davon aus, dass Anleger nur geringe Chancen haben, ihr Geld zurückzubekommen. Bei der Staatsanwaltschaft in Rostock gingen Anzeigen wegen Betruges von Privatanlegern ein. Zudem erstatteten Geschäftspartner Anzeigen wegen des Verdachts der Unterschlagung.

Dazu kommen Verbindlichkeiten in dreistelliger Millionenhöhe für Unternehmungen in den USA, für die mittlerweile ebenfalls Insolvenz und Gläubigerschutz angemeldet wurde. So sollen Geldanleger umgerechnet mehr als 300 Millionen Euro in den Bau einer Fabrik im US-Bundesstaat Louisiana investiert haben.

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Wismar
Der Firmensitz von German Pellets in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern), aufgenommen am 09.02.2016.

German-Pellets-Chef Peter Leibold lässt sich durch die Insolvenz des Wismarer Brennstoff-Herstellers offenbar nicht bremsen: Nach Medieninfomationen fliegt Leibold mit seinem Privatflugzeug weiterhin quer durch Europa.

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