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Nordwestmecklenburg Geröllmassen verschütten Kind auf Rügen - Retter geben Hoffnung auf
Lokales Nordwestmecklenburg Geröllmassen verschütten Kind auf Rügen - Retter geben Hoffnung auf
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08:15 27.12.2011
Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr suchen am Montag ander Steilküste des Kap Arkona auf der Insel Rügen nach einemverschütteten Mädchen. Quelle: dpa
Rügen

Feuerwehrleute und Technisches Hilfswerk

stellten am Dienstagmittag die Suche nach der Zehnjährigen aus

Nordbrandenburg ein. Die Unglücksstelle blieb weiträumig abgesperrt.

Nach Angaben von Helfern war das Kind mit seinen Eltern unterwegs,

als plötzlich der Boden unter ihren Füßen wegsackte und in die

Brandung stürzte. Die Mutter wurde bei dem Weihnachtsspaziergang

schwer verletzt. Der Vater erlitt leichte Verletzungen.

Das Mädchen sei verschwunden, sagte ein Sprecher der Polizei in

Neubrandenburg. Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises

verletzte sich eine weitere Frau mit einem Kind bei dem Felssturz und

wurde in eine Klinik eingeliefert. Auch die Eltern des verschollenen

Mädchens kamen ins Krankenhaus. Eine vierköpfige Familie, die sich in

der Nähe aufhielt, blieb unverletzt.

Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk und weitere

Einsatzkräfte seien am Ort und suchten auch mit Hilfe von Hunden und

Suchscheinwerfern nach dem Mädchen. Die Polizei habe um 15.27 Uhr von

dem Abbruch erfahren. Der Landkreis Rügen habe Großalarm ausgelöst

und eine Einsatzzentrale eingerichtet.

Bei dem Küstenabschnitt unweit der beiden Leuchttürme von Kap

Arkona handele es sich nicht um Kreidefelsen, sondern um eine normale

Steilküste, sagte eine Sprecherin des Landkreises. „Wir gehen davon

aus, dass wir die ganze Nacht weitersuchen, bis es ein Ergebnis

gibt“, sagte die Sprecherin am Abend.

Von der Seeseite her waren die Rettungskreuzer „Wilhelm Kaisen“

und die Rettungsboote „Helene“ und „Kurt Hoffmann“ der Deutschen

Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Einsatz, teilte

die DGzRS in Bremen mit. Schiffe der Wasserschutzpolizei und der

Bundespolizei würden ebenfalls zur Unglückstelle dirigiert.

Nach Angaben der Hilfsorganisation wurde die dreiköpfige Familie

in die Tiefe gerissen. Unklar war zunächst, ob das Kind, dessen Alter

die DGzRS abweichend von der Polizei mit elf Jahren angab,

verschüttet oder in den Brandungsgürtel der Ostsee gerissen wurde.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten dort Windstärken von bis zu sieben

Beaufort (60 Kilometer pro Stunde) geherrscht.

Auf Deutschlands größter Insel Rügen kommt es immer wieder zu

unkontrollierbaren Abbrüchen der Steilküste. Der verregnete Sommer

hat die Gefahr nach Angaben von Geologen vergrößert. Im August dieses

Jahres war zum größten derartigen Vorfall seit neun Jahren gekommen;

ein 100 Meter langer und 70 Meter hoher Abschnitt eines Felsens

stürzte ins Meer.

Trotz der dramatischen Folgen eines Steilküstenabbruchs auf Rügen hält der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern nichts davon, die Steilküsten nun grundsätzlich zu sperren. „Die Gefahren sind bekannt“, sagte Verbandssprecher Tobias Woitendorf am Dienstag der dpa. Er bedauere das Unglück vom zweiten Weihnachtstag sehr und wünsche sich bessere Instrumente, um vor solchen Abbrüchen warnen zu können.

LN

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