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Nordwestmecklenburg Geschichte: Bäckeramt in Wismar
Lokales Nordwestmecklenburg Geschichte: Bäckeramt in Wismar
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20:28 02.06.2017

Das „ampt des backwerks“ wird als solches erstmalig 1272 in den Kämmereiaufzeichnungen erwähnt. Die Bäcker hatten damals nicht nur für die städtischen Einwohner zu sorgen, sondern auch für Proviant auf Schiffen. Fremde Bäcker hatten das Recht, auf den Wismarer Markt zu ziehen, allerdings mussten sie das Brot zum üblichen Preis verkaufen.

Wie oft die Kunden damals frisches Brot bei den Bäckern bekommen konnten, ist nicht bekannt. Jedoch sollten sie laut Rolle aus dem Jahr 1417 mindestens zweimal wöchentlich backen. Den Bürgern war es übrigens freigestellt, in ihrem eigenen Backofen für sich zu backen bzw. Bekannte unentgeltlich bei sich backen zu lassen.

Die Bäcker gehörten neben den Schmieden, Schustern und Wollenwebern zu den vier großen Gewerken. In Wismar wurde zwischen Los- und Fastbäckern unterschieden. Der Fastbäcker backte das derbe, feste Brot, der Losbäcker verarbeitete einen lockeren Teig.

Beide Zünfte hassten sich bis auf das Äußerste (unter anderem erwähnt in der Königlichen Resolution, die Hedwig Eleonore von Schweden im Jahr 1670 den Wismarer Abgeordneten erteilte).

Laut Ratsverordnung aus dem Jahr 1824 wurde Fastbäckern das Hausieren mit Brot aller Art gänzlich untersagt, Losbäckern war es gestattet – jedoch beschränkt auf Kuchenware. Später zweigten sich die Konditoren von den Los- und Fastbäckern ab.

Von 1580 bis 1867 mussten Bäcker in Wismar eine sogenannte Brottaxe zahlen. Sie wurde aufgehoben, um Gleichheit zu Bäckern aus der Umgebung herzustellen, die in der Stadt ihr Brot verkauften.

LN

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