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Nordwestmecklenburg Gesundheitsamt bestätigt neuen Ehec-Fall in Kita
Lokales Nordwestmecklenburg Gesundheitsamt bestätigt neuen Ehec-Fall in Kita
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10:05 01.11.2012
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Nordwestmecklenburg

Das Gesundheitsamt des Landkreises hat nach dem elfjährigen Mädchen aus Wismar, das sich offenbar im Urlaub in Ägypten mit dem Ehec-Bakterium angesteckt hat, einen weiteren Fall eingeräumt. Es handelt sich um ein Kind aus Neukloster.

LÜBECKER NACHRICHTEN: Wie alt ist das betroffene Kind aus der Kita in Neukloster?

Gesundheitsamt: Bei der Ehec-Erkrankung handelt sich um einen Jungen, der etwa 20 Monate alt ist.

LN: Gibt es weitere Ehec-Infektionen oder akute Verdachtsfälle?

GA: In der Kita Neukloster gibt es nur diese eine Erkrankung und keinen weiteren Verdachtsfall.

LN: Wie viele Personen aus der Kita sind vom Durchfall betroffen beziehungsweise wie viele Proben sind genommen worden und werden noch genommen?

GA: In der gesamten Einrichtung sind zurzeit 22 Kinder wegen einer Erkrankung abgemeldet. Ob es sich dabei um Gastroenteritiden handelt, ist nicht bekannt. In der betroffenen Kita-Gruppe sind von den 14 Kindern zurzeit vier Kinder unseres Wissens nach an Durchfall erkrankt. Es wurde von allen Kindern und Erziehern in der betreffenden Kita-Gruppe eine Stuhluntersuchung veranlasst. Insgesamt gehen wir von etwa 16 bis 17 zu untersuchenden Stuhlproben aus.

LN: Steht das betroffene Kind der Kita in Verbindung zu dem elfjährigen Mädchen aus Wismar?

GA: Beide Ehec-Erkrankungen stehen in keinerlei örtlichem und zeitlichem Zusammenhang.

LN: Was ist bisher zur Erkrankungsursache in beiden Fällen bekannt?

GA: Die Infektionsquelle des elfjährigen Mädchens ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Reise nach Ägypten zu sehen. Die Infektionsquelle bei dem kleinen Jungen aus Neukloster konnte bisher nicht ermittelt werden.

LN: Was wird jetzt unternommen?

GA: Es gibt eine ständige Rücksprache mit der betroffenen Kita bezüglich verstärkter Desinfektionsmaßnahmen. Dazu kommen Information der Eltern durch den Fachdienst Gesundheit über die Kita.

Nach Bekanntwerden der bestätigten Erkrankung am 30. Oktober 12 Uhr gab es konkrete Aufklärung über Ehec-Infektionen mittels Merkblättern an die Eltern beziehungsweise Aushang in der Kita. Zudem wurden Umgebungsuntersuchungen veranlasst.

LN: Wie werden die Kinder behandelt? Wie gefährlich ist die Erkrankung?

GA: Da beide Kinder wenig beeinträchtigt waren und sind, erfolgte nur eine symptomatische Behandlung durch die Hausärztin.

Eine Ehec-Infektion kann ohne Symptome verlaufen. Bei den meisten Erkrankten tritt jedoch unblutiger, wässriger Durchfall auf, der von Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, seltener Fieber begleitet werden kann. Üblicherweise heilt die Erkrankung folgenlos aus. In etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle können sich als schwere Verlaufsform blutige Durchfälle mit krampfartigen Bauchschmerzen und teilweise Fieber entwickeln. In 5 bis 10 Prozent der Fälle kann als Komplikation der Ehec-Infektion das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auftreten, eine Erkrankung, die sich in Blutgerinnungsstörungen und akutem Nierenversagen äußern kann.

LN: Wie kann eine weitere Verbreitung des Bakteriums verhindert werden?

GA: Zum Beispiel durch Desinfektionsmaßnahmen, Aufklärung, Isolierung des erkrankten Kindes und Umgebungsuntersuchungen kann einer Weiterverbreitung entgegengewirkt werden.

LN: Wie geht es mit der Kita weiter?

GA: Eine Schließung der Kita ist zu keinem Zeitpunkt notwendig gewesen.

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