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Nordwestmecklenburg Gewalt gegen Polizisten nimmt immer mehr zu
Lokales Nordwestmecklenburg Gewalt gegen Polizisten nimmt immer mehr zu
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20:23 03.07.2013

Die Gewaltbereitschaft von Straftätern und der Widerstand gegen Polizeibeamte nehmen zu. Die Bürger schrecken immer weniger vor einer körperlichen Auseinandersetzung mit der Polizei zurück. Das erklärte Grevesmühlens Polizeirevierleiter Andreas Krätzschmar während einer Gesprächsrunde in dieser Woche, die die Grevesmühlener SPD angeschoben hatte.

„Auffällig ist, dass es sich dabei fast immer um Menschen unter erhöhtem Alkoholeinfluss oder nach Einnahmen von Betäubungsmitteln handelt“, erklärte der 55-jährige Polizeihauptkommissar. Nicht nur das Anspucken von Polizeibeamten, sondern auch Tritte und Schläge seien immer wieder an der Tagesordnung. „Es ist zu erkennen, dass Menschen aus normalen Elternhäusern immer noch den nötigen Respekt vor der Polizei haben. Meistens fallen aber die Menschen auf, die das nicht hatten und in der Jugend und im Kindesalter auf sich selbst gestellt waren“, so Krätzschmar.

Oft werden die Beamten zu Streitigkeiten mit häuslicher Gewalt gerufen und da eskaliere die Situation dann häufig. „Erst unter Androhung von Reizgas geben die Parteien Ruhe. Einige sind aber auch darunter, die nur deshalb Ruhe geben, weil sie es schon aus der Vergangenheit kennen“, so der Polizeihauptkommissar. Auffällig seien die Attacken von auf frischer Tat gestellten Straftätern. Die würden alles daransetzen, nicht festgehalten zu werden und wehren sich nach Leibeskräften. „Das wiederum führt dann allerdings auch zu Verletzungen von Kollegen, was einen höheren Krankheitsstand und somit ein geringeres Kontigent an Einsatzkräften zur Folge hat“, so der Grevesmühlener.

Jahreszeitlich bedingt haben es die Polizeibeamten mit einer Vielzahl von Gartenlaubenaufbrüchen und Vandalismus zu tun. Auch wenn kürzlich in Boltenhagen sechs Jugendliche erwischt wurden, denen sieben Straftaten zugeordnet werden konnten, zeigt die Kriminalitätsstatistik eine rückläufige Tendenz. „Obwohl die Einwohnerzahlen in Mecklenburg-Vorpommern um 60 000 und damit auch die Kriminalität zurückgegangen sind, gibt es immer noch eine große Anzahl von Diebstählen“, so der 55-Jährige und weist darauf hin, dass 2012 gleich 6000 Fahrräder im Land als gestohlen gemeldet wurden. Hier warnt der Revierleiter vor falschem Verhalten der Besitzer. „Nicht erst hinterherlaufen oder nach dem Fahrrad suchen, sondern sofort die Polizei anrufen. Wir haben oft bessere Möglichkeiten, die gestohlenen Sachen wiederzufinden. Schön wäre es, wenn auch die Rahmennummer, markante Merkmale und ein Foto zur Verfügung stehen würden. Anschließen sollte man das Rad nicht mehr mit einem Seilschloss. Das lässt sich zu leicht knacken.“

Spürbar sei Krätzschmars Angaben nach auch die Inhaftierung von sogenannten Mehrfachtätern. Sitzen die hinter Gittern, gehen die Delikte wie beispielsweise im Diebstahlbereich merklich zurück. Sind die Täter irgendwann wieder frei, bedeutet das automatisch mehr Arbeit für die Polizeibeamten in Grevesmühlen. „Diese Straftäter sind sozusagen beratungsresistent. Die gehen immer wieder mal für ein paar Monate ins Gefängnis und werden nicht schlau daraus“, berichtete der Polizeibeamte.

Gut zu tun hat die Polizei in Grevesmühlen auch auf den Fußballplätzen der Region. In einigen Kommunen gibt es gewaltbereite Anhänger. Und das Problem weitet sich noch aus. Denn mit dem Aufstieg des FC Schönberg in die Oberliga kommen mit den Teams von FC Hansa Rostock II und dem BFC Dynamo auch die Problem-Fans nach Nordwestmecklenburg.

Maik Freitag

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Eine Ruhezone, eine Gedenkstätte und ein Mehr-Generationen-Platz sind im Gespräch.

03.07.2013

„ . . . es sehr angenehm und auch spannend ist mit der Kreismusikschule unterwegs zu sein.„ . . . weil sie aus zwei wichtigen Dingen bestand — Blasmusik und Freundschaft.

03.07.2013

Neubau in Grevesmühlen liegt auf Eis.

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