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Nordwestmecklenburg Götze kritisiert Zahl der Feuerwehreinsätze
Lokales Nordwestmecklenburg Götze kritisiert Zahl der Feuerwehreinsätze
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19:16 10.02.2016
Die Schönberger Feuerwehr ist unter anderem für einen Abschnitt der Autobahn 20 zuständig. Quelle: Archiv

Das Thema Brandschutz führt im Amt Schönberger Land zu immer größeren Spannungen zwischen einigen Gemeinden. Jetzt schlägt Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) Alarm. Grund sind die vielen Einsätze seiner Feuerwehr im vergangenen Jahr. 174 Mal mussten die Schönberger ausrücken. So oft wie noch nie. Für Lutz Götze ist das nicht mehr normal. „Das geht in der letzten Zeit über das eigentliche Maß hinaus“, sagte er vor wenigen Tagen bei der Jahreshauptversammlung der Schönberger Brandschützer.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lutz Götze Kritik an Amtskollegen und Feuerwehren wegen des mangelnden Brandschutzes in ihren Gemeinden übt. Nach Angaben des Schönberger Bürgermeisters hat er wegen seiner deutlichen Worte von anderen Bürgermeistern auch schon selbst erhebliche Kritik einstecken müssen. Aber: „Das stört mich nicht“, sagt er und kündigt an. „Ich werde auch weiterhin an dieser Front arbeiten.

Ein Grund für die vielen Schönberger Einsätze aus Sicht von Götze: die Probleme anderer Wehren im Amt Schönberger Land. Die Feuerwehr Niendorf wurde aufgelöst. In Roduchelstorf, Groß Siemz, Palingen und Boitin-Restorf gibt es erhebliche Personalsorgen. Den Wehren in Roduchelstorf und Groß Siemz fehlen sogar Feuerwehrleute, um eine Wehr zu leiten. Sie dürfen deshalb seit Sommer 2015 nicht mehr allein ausrücken, nur noch zusammen mit Schönberg. „Das nagt an der Freizeit unserer Feuerwehr“, kritisierte Götze.

Die Mehreinsätze in anderen Gemeinden bedeuten auch einen größeren Verschleiß für die Technik der Schönberger Wehr. Und sie fordern auch die Betriebe der Kleinstadt, in denen Feuerwehrleute beschäftigt sind, mehr und mehr heraus. Firmen wie Palmberg und Mebak könnten laut Götze für die Einsätze in anderen Kommunen eigentlich Geld verlangen, was sie aber nicht tun. Hinzu kommt, so der Bürgermeister weiter, dass die Einsätze auch den Haushalt der Stadt Schönberg vor größere Herausforderungen stellen.

Angesichts der gestiegenen Einsätze werde die Stadt bei den Brandschützern trotz der angespannten Haushaltslage wahrscheinlich nichts streichen, sagte Götze. „Ich bin aber auch nicht bereit, über sogenanntes Stiefelgeld zu sprechen.“ Das komme angesichts der vielen Alarmierungen für Schönbergs Bürgermeister nicht infrage.

Grund für diese Aussage sind Überlegungen in der Gemeinde Lüdersdorf, Feuerwehrleuten pro Einsatz zehn Euro zu bezahlen. So ein Stiefelgeld würde den Haushalt der Kleinstadt noch mehr belasten.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Schönberg in vielen Nachbargemeinden aushelfen muss.

Hoffnungen, dass sich daran bald etwas ändert, setzt Schönbergs Bürgermeister in das neue Brandschutzgesetz. „Wenn das umgesetzt ist, werden wir, was die Feuerwehrarbeit angeht, auf einen anderen Stand im Amt Schönberger Land kommen“, ist er sich sicher. Nach Ansicht von Götze biete das seit Ende des Jahres geltende Gesetz die Möglichkeit, „dass wir einiges gerade biegen können“.

Steffen Oldörp

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