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Nordwestmecklenburg Grevesmühlen: Kommunalpolitiker diskutieren Finanzen und Projekte
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlen: Kommunalpolitiker diskutieren Finanzen und Projekte
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20:54 17.10.2017
Vereinsvorsitzender Thomas Krohn (54) am Bootsanleger am Vielbecker See. Quelle: Foto: Cornelia Roxin
Grevesmühlen

Bootsanleger und Anglersteg am Vielbecker See in Grevesmühlen sind in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Wie das bewerkstelligt werden soll, wird jetzt von den Stadtvätern diskutiert. Die Rede ist von einem 488000 Euro teuren Projekt. Es soll jedoch nur umgesetzt werden, wenn EU-Gelder aus dem Leader-Topf fließen. Bliebe trotz möglicher Förderung in Höhe von 100 Prozent noch ein Eigenanteil von 73500 Euro durch die Kommune zu löhnen.

Ortsgruppe 4

Der Angelverein Grevesmühlen/Ortsgruppe 4 zählt 240 Mitglieder. Die Neugründung erfolgte 1990, die eigentliche Vereinsgeschichte lässt sich bis 1932 zurückverfolgen. Knapp zehn Jahre hat der Verein das Gelände am Vielbecker See von der Stadt gepachtet,

zuvor war der Kreisangelverein Pächter.

Der Anglersteg wirkt in der Tat wenig vertrauenswürdig. Das liegt nicht nur an den schwach anmutenden Holzplanken, sondern vielmehr auch daran, dass sie nicht mehr bis zu den letzten Holzpfosten, die gammelig aus dem Wasser ragen, heranreichen. Der mit Laub bedeckte Bootsanleger gibt seine Schwachstellen nicht auf den ersten Blick frei. Doch Thomas Krohn erklärt im LN-Gespräch gestern, wo sie liegen. Der Vorsitzende des Angelvereins Grevesmühlen/Ortsgruppe 4 beschreibt die aus Blechplatten zwischen Metallträgern bestehende Abgrenzung zum Wasser hin. „Die Platten sind im Wasserbereich verrottet und so wird der Steg vom Wasser unterspült.“ Die noch aus DDR-Zeiten stammende und mit Gehwegplatten ausgestattete Konstruktion weist bereits eine Krümmung zur Uferlinie hin auf und der Boden sackt an einigen Stellen ab. Krohns Angelverein hat des Areal rund um Bootsanleger und Angelsteg von der Stadt gepachtet.

Der Umweltausschuss der Stadtvertretersitzung hat das Erneuerungsvorhaben am Vielbecker See Montagabend diskutiert. Es geht dabei um die Aufnahme als Maßnahme in den Haushalt 2018. Das Fazit des Ausschussvorsitzenden Gerrit Uhle: „Wir sehen das sehr kritisch.“ Dabei sei umwelttechnisch gar nichts dagegen zu sagen. Vielmehr Kopfzerbrechen hingegen bereitet Uhles Mitstreitern die hohe Geldsumme generell, die für das Projekt in die Hand genommen werden soll. Aus Sicht der Ausschussmitglieder zu viel angesichts der kleinen Gruppe von Nutznießern, die der Angelverein als Pächter für sie darstellt. „Es muss was gemacht werden“, sagte Roland Siegerth und plädierte auch für die Aufnahme des Vorhabens, sah es aber eher „ganz unten“ auf der Liste angesiedelt. Klaus Erdmann ärgerte sich über den ungepflegten Eindruck der Anlage und fragte, ob überhaupt noch jemand am Steg angele. Petra Strübing fehlte es angesichts einer Investition von fast einer halben Million Euro an Nutzen für die Allgemeinheit. Sie regte an, unter anderem wieder eine Bootsausleihe anzubieten, wie es sie schon einmal gab. „Wir als Stadt machen den Steg und der Verein stellt Sonnabend und Sonntag jemand ab zur Betreuung“, schlug sie vor. Peter Neumann gar verweigerte dem Projekt seine Zustimmung, „zu riesig“. Auch andere Grevesmühlener hat die angekündigte Investition erstaunt. Für Wilfried Schultze ist sie sogar „ein Unding“. Der 74-Jährige habe den Eindruck, die Stadt sei finanziell am Ende, und dann das?

Thomas Krohn, seines Zeichens auch Stadtvertreter, bedauert, dass er die Sitzung am Montag nicht habe wahrnehmen können. Als Vereinsvorsitzender erklärt er gestern, dass die Angler das Projekt ursprünglich allein stemmen wollten. Doch bei Antragstellung habe sich herausgestellt, dass die von ihnen geplanten 60000 Euro nicht reichen würden. Der 54-Jährige versteht die Bedenken der Ausschussmitglieder nicht und erklärt: Ziel des Projektes ist es, den Vielbecker See als Sport- und Erholungsstätte zu erhalten und attraktiver zu machen. Das Vereinsgelände stehe jederzeit für öffentliche Veranstaltungen wie zum Beispiel den Silvesterlauf zur Verfügung. Außerdem würde es noch von mindestens zehn anderen Vereinen aus dem Kreisangelverband genutzt.

Cornelia Roxin

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