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Nordwestmecklenburg Grevesmühlen hat „Lust auf Bewegung“
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlen hat „Lust auf Bewegung“
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20:10 17.10.2015
Grevesmühlen

Mehr als 160 aktive Behinderte und nicht behinderte Sportler standen gestern im Mittelpunkt des zehnten Sportfestes „Lust auf Bewegung“ in der Grevesmühlener Mehrzweckhalle am Ploggensee. Bauchtanz- und Trommelworkshops, ein abwechslungsreicher Zehnkampf sowie ein Boccia- und ein Streetsoccerturnier standen auf dem Programm.

„Bis zum vergangenen Jahr haben wir es noch integratives Sportfest genannt, doch davon sind wir in diesem Jahr abgerückt“, erklärte Dirk Möller, Vorsitzender des Behinderten- und Rehasportvereins Grevesmühlen und zusammen mit dem Grevesmühlener Verein Blau-Weiß Ausrichter des Festes. Anders als noch vor Jahren halte sich das Verhältnis zwischen behinderten und nicht behinderten Teilnehmern fast die Waage. „Ich denke, wir haben so ein Verhältnis von 60 zu 40. Deshalb rücken wir von den Begriffen Inklusion und integrativ ab“, erklärte Dirk Möller.

So machten auch die beiden achtjährigen Zoe Reichelt aus Neu Degtow und Josina Räbieger aus Zierow keinen Unterschied und mischten sich unter die Teilnehmer. „Unsere Eltern helfen hier und wir haben Spaß“, erklärte Josina Räbieger, während sie sich von den Mitgliedern der Schönberger Wasserwacht die richtige Technik zum Verbinden des Armes zeigen ließ.

Sportlich nahm Ralf Müller aus Wismar die Herausforderungen des Zehnkampfes. Beim Zielwerfen machte er viele Punkte, so dass man ihm seine mentale Behinderung nicht ansah. „Ich kriege zu Hause nicht viel auf die Reihe, aber beim Sport mache ich immer mit“, sagte der 40-Jährige. Extra aus Neubrandenburg war Trainerin Christine Dittmer mit fünf Rollstuhlfahrern ihres Boccia-Teams gekommen. „Es gibt nicht viele Boccia-Turniere in MV für unsere Behinderten. Deshalb nehmen wir die Einladung gerne an“, sagte sie. Wie schwer selbst das Werfen der Kugel ist, zeigte der 16-jährige Marvin Rautenberg. Der Neubrandenburger ist nicht in der Lage, sich selbstständig zu bewegen und musste die Kugel von einer Rampe Richtung Spielfeld fallen lassen. „Aber wie man sieht, macht ihm das Spaß“, sagte seine Trainerin. Konkurrent der Neubrandenburger war die Grevesmühlener Herzsportgruppe. Als eine der neun Mannschaften spielte auch sie um den Wanderpokal der Grevesmühlener Wohnungsbaugesellschaft (Wobag). „Das erste Spiel haben wir gewonnen“, erzählte Leni Dankert aus Grevesmühlen. Sie hatte vor zwei Jahren einen leichten Herzinfarkt und hat sich danach dem Bocciateam angeschlossen. „Ich muss mich etwas mehr bewegen und das ist die richtige Herausforderung“, sagte Leni Dankert. Gleich mit 16 Teilnehmern nahmen das St. Georg-Stift und der Behindertenverein Grevesmühlen am Sportfest teil. „Wir betreuen in Kirch Mummendorf 16 und im Stift 28 Leute. Die, die hier mitmachen, sind zwar alle geistig und körperlich behindert, aber trotzdem haben sie Spaß

hier. Ihren Alltag können sie aber nicht alleine bewältigen“, erzählte Monika Kebschull, Leiterin des St. Georg-Stiftes. Viele könnten sich nur durch Mimik und Gestik verständigen. Schnell sehe man trotzdem, ob ein Mensch schlecht oder gut drauf sei, sagte Kebschull.

Maik Freitag

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