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Nordwestmecklenburg Grevesmühlen plant für die Zukunft
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlen plant für die Zukunft
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20:44 24.07.2017
Auf dem ehemaligen Sägewerksgelände in Grevesmühlen läuft das Umlegungsverfahren, sämtliche Grundstücksgrenzen werden neu gezogen. Quelle: Fotos: M. Prochnow

Der erste Schritt ist gemacht, wann der zweite folgt, steht allerdings noch in den Sternen. Die Stadt Grevesmühlen hat das Areal am Börzower Weg, auf dem sich derzeit noch mehrere Getreide-Unternehmen befinden, gekauft und plant dort ein Wohngebiet. Doch wann West I umgesetzt werden kann, das kann derzeit auch Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler nicht sagen. „Die Flächen gehören der Stadt Grevesmühlen, sie werden aber noch von den Firmen genutzt, die dort angesiedelt sind. Der endgültige Übergang ist für die nächsten zwei Jahre geplant.“

Mehrere Baugebiete in der Stadt sollen den Bedarf vor allem für junge Familien decken.

Laut Prahler werden die nächsten Schritte für West I erst dann öffentlich diskutiert und weitergeführt, wenn feststeht, was mit dem Gelände des ehemaligen Sägewerks in der Grevesmühlener Südstadt passiert. Auch dort sollen Wohnhäuser gebaut werden.

„Es wäre unklug, wenn wir beide Flächen in die öffentliche Debatte werfen“, so Prahler. „Sobald wir konkret wissen, wie es weitergehen kann, erst dann setzen wir die Planungen wieder an.“ Bedeutet:

Die Pläne für West I bleiben vorerst in der Schublade.

Und wo stehen die Verhandlungen für das Sägewerk? „Dort ist es so, dass wir den Vorentwurf ausgelegt haben. Es gab viele Hinweise, Anregungen und auch Kritik. Das werten wir jetzt aus.“ So gibt es einen groben Plan, wo welche Baugrundstücke auf dem Gelände ausgewiesen werden könnten. Der Bauausschuss hat sich bereits mehrfach mit der Planung auseinandergesetzt und nach kontroversen Debatten die Planung angeschoben. Denn nicht überall stoßen die Pläne auf Zustimmung.

Die Stadt hat in diesem Jahr deshalb einen sogenannten Umlegungsausschuss für das Areal eingesetzt. Langer Begriff, kurzer Sinn: Mit diesem Ausschuss sollen sämtliche Grundstücke auf dem Gelände neu geordnet werden. Das Problem besteht jedoch darin, dass längst nicht alle Eigentümer von Grund und Boden mit den Ideen der Stadt einverstanden sind. Die Kommunikation in den vergangeen Monaten kam aufgrund unterschiedlicher Sichtweisen zum Erliegen. Nun soll der Umlegungsbeauftragte, ein externer Dienstleister, die Verhandlungen aufnehmen.

Einen Zeitplan für das Sägewerk gibt es trotz aller Probleme. Der Satzungsbeschluss, mit dem der Bebauungsplan aufgelegt werden könnte, soll laut dem Bürgermeister im Frühjahr 2018 auf den Tischen der Stadtvertreter liegen. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, hängt vor allem davon ab, ob die Neuverteilung der Flächen ohne gerichtliche Beschlüsse erwirkt werden kann. „Wir bei jedem Verwaltungsakt gibt es natürlich rechtliche Möglichkeiten, gegen Entscheidungen vorzugehen, das ist uns bewusst“, sagt Lars Prahler.

Eine weitere Schwierigkeit stellt der Abriss der leer stehehenden Gebäude auf dem Areal südlich der Bahnschienen dar. Denn dort leben geschützte Tierarten wie beispielsweise seltene Fledermäuse. Ein Experte hatte im Bauausschuss empfohlen, die Gebäude per Hand abzureißen. „Ich sehe das nicht so problematisch, wir haben uns über die zeitlichen Abläufe verständigt. In diesem Jahr passiert dort ohnehin nichts mehr.“

Das Baugebiet Neu Degtow West zwischen dem Autohaus und den Wohnhäusern ist da schon deutlich weiter. Zumindest was die Planungen betrifft. Laut dem Bürgermeister steht noch die Kostenschätzung für die Erschließung aus. bis zum Ende des Jahres soll auch diese Hürde genommen sein. „Grevesmühlen hat im Moment noch keinen genehmigten Haushalt, daher gestalten sich einige Dinge etwas komplizierter.“

Wer dennoch aktuell einen Bauplatz sucht, der wird bei der Grevesmühlener Wohnungsbaugesellschaft (Wobag) fündig. Das neu geschaffene Areal „Mühlenblick“ war mit 21 Grundstücken gestartet. Sechs gibt es derzeit noch. „Die Nachfrage ist immer noch vorhanden“, so Wobag-Geschäftsführerin Uta Woge. Auch aus diesem Grund denkt das kommunale Unternehmen bereits über die nächsten Schritte nach. Denn neben dem „Mühlenblick“ gibt es noch weitere Flächen in diesem Bereich, die für die Wohnbebauung geeignet sind. „Allerdings lassen wir gerade eine Analyse erstellen, wie wirtschaftlich die Erweiterung ist.“ Denn in der Nähe befinden sich Einkaufmärkte und ein Landwirtschaftsbetriebe. Die Einhaltung der Emissionswerte entpuppte sich bereits bei der Erschließung des „Mühlenblicks“ als besondere Heausforderung. „Deshalb gehen wir lieber auf Nummer sicher“, so die Geschäftsführerin.

Michael Prochnow

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