Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Grevesmühlener Krankenhaus mit gesicherter Perspektive
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlener Krankenhaus mit gesicherter Perspektive
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:25 08.01.2013
Jan Weyer Quelle: Klaus Walter

GrevesmühlenVor genau 20 Jahren übernahm der DRK-Landesverband die Trägerschaft über die Krankenhäuser in Grevesmühlen, Grimmen, Neustrelitz und später auch das Haus in Teterow. Über die Zukunft der Häuser sprachen die Lübecker Nachrichten mit Geschäftsführer Jan Weyer.

LN: Grevesmühlen hat den Kreissitz verloren, die Diskussion um das Amtsgericht ist auch alles andere als erbaulich angesichts der drohenden Gerichtsreform. Insofern setzen die Menschen ein wenig Hoffnung in das Deutsche Rote Kreuz und das Krankenhaus. Zu Recht?

Jan Weyer: Dem DRK ist schon bewusst, welche Aufgabe es hier hat. Aber natürlich sehen die großen Konzerne in den umliegenden Städten es ein wenig anders, ob wir für die Versorgung notwendig sind oder nicht. Noch vor zehn Jahren gab es die Studien, dass die kleinen Krankenhäuser nicht überleben würden. Am Ende kam es doch anders als die Experten es vorhergesagt hatten. Man kann auch an kleinen Standorten wirtschaftlich arbeiten. Und das tun wir.

LN: Die Konkurrenz in Wismar, Schwerin und Lübeck ist unschwer zu übersehen.

Weyer: Das ist ohne Zweifel so. Aber die Konkurrenz ist aufgrund ihrer Größe längst nicht so flexibel wie wir es sind mit unseren Strukturen. Ein großes Plus sind die Mitarbeiter, die seit über 20 Jahren beim DRK angestellt sind. Sie sind damit nicht in regelmäßigen Abständen Spekulationsobjekt Rendite orientierter Unternehmen und werden nicht alle paar Jahre an ein anderes Unternehmen weitergereicht. Wobei man natürlich auch beachten muss, dass die finanzielle Kraft, die hinter den großen Häusern steckt, erheblich ist.

LN: Und trotzdem sind Sie entspannt?

Weyer: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir haben keine Angst davor. Aber wir müssen uns natürlich abheben.

LN: Mit Spezialisierungen?

Weyer: Nein, wir machen die Regelversorgung für die Region. Und gerade die Versorgung in der Fläche ist ein zentraler und wichtiger Punkt. Die Sozialministerin des Landes hat betont, dass gerade die kleinen Krankenhäuser für die wohnortnahe Versorgung sehr wichtig seien. Natürlich schauen wir auch, wo wir eine spezielle Ausrichtung anbieten können wie zum Beispiel in der Kardiologie, der Gastroenterologie oder der Orthopädie. Wir haben bereits ein breites Spektrum in Grevesmühlen und das wollen wir auch beibehalten.

LN: Das heißt, der Standort in Grevesmühlen ist nicht gefährdet?

Weyer: Nein, die Gefahr, dass wir zwischen den Großen nicht bestehen könnten, sehe ich nicht. Ich bin seit 2003 in Teterow und es gibt schon immer die Diskussion, dass der Standort gefährdet sei. Wir behaupten uns dort ebenso gut wie in Grevesmühlen und in Neustrelitz.

LN: Warum ausgerechnet ein Buch zum 20-jährigen Jubiläum?

Weyer: Das Buch ist eine Art Anerkennung für unsere Mitarbeiter. Jeder der mehr als 800 Angestellten hat ein Exemplar bekommen, in Grevesmühlen allein 220. Wir wollten nicht einfach eine Broschüre herausbringen.

LN: Ein Großteil der Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in Trägerschaft von großen Konzernen. Das DRK gehört eher zu den kleineren Unternehmen. Ein Grund zum Feiern?

Weyer: Es gibt im Land nicht mehr so viele Unternehmen, die gemeinnützig unterwegs sind. Wobei wir natürlich auch wirtschaftlich arbeiten müssen, das ist keine Frage. Das Buch ist nicht die klassische Selbstbeweihräucherung, aber wir zeigen auch, dass wir stolz sind auf unsere Leistung.

LN: Aber im Buchladen kann ich das Buch nicht kaufen?

Weyer: Nein, das kann man nicht. Wir haben eine Auflage in Höhe von 3500 Stück drucken lassen, sodass wir auch noch Exemplare haben, die wir verschenken können zu gegebenen Anlässen.

LN: Der Standort Grevesmühlen hat 20 Jahre unter der Trägerschaft des DRK hinter sich. Wie sehen die nächsten 20 Jahre aus?

Weyer: Das Buch ist kein Schlusspunkt, sondern eine Marke, von der aus es weitergeht.

LN: Wie finanziert eine gemeinnützige GmbH wie das Deutsche Rote Kreuz den Druck von 3500 Büchern?

Weyer: Das Geld stammt aus Eigenmitteln. Wir sind ein ganz normaler Wirtschaftsbetrieb mit dem einzigen Unterschied, dass wir den Gewinn nicht an irgendwelche Gesellschafter ausschütten, sondern wieder investieren müssen. Und genau das machen wir auch.

Interview: Michael Prochnow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Silvesternacht hat deutliche Spuren in Grevesmühlen hinterlassen. Stadtverwaltung sucht Zeugen, die die Täter gesehen haben.

08.01.2013

Notdienst musste am Sonntag ein Erdkabel in der Großen Seestraße flicken. An anderen Stellen ist die Straßenbeleuchtung ausgefallen. Stadtwerke bitten Bürger um Mithilfe.

08.01.2013

Urlauber in Boltenhagen fühlt sich zu Unrecht verwarnt. Das Amt Klützer Winkel bestätigt Parkverbot in der Albin-Köbis-Siedlung.

08.01.2013
Anzeige