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Nordwestmecklenburg Senioren fordern Verkehrsberuhigung
Lokales Nordwestmecklenburg Senioren fordern Verkehrsberuhigung
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16:43 14.01.2019
Gudrun Seidel spricht vor den Mitgliedern des Freizeitsclubs. Quelle: Dirk Hoffmann
Grevesmühlen

Mit Nachdruck fordert der Freizeitclub Grevesmühlen, die Wismarsche Straße in der ehemaligen Kreisstadt zur Fußgängerzone umzugestalten. Nachdem Gudrun Seidel auf der letzten Stadtvertretung im Dezember eine Liste mit Unterschriften von 90 Mitgliedern, die das fordern, übergab, war das auch beim monatlichen Treffen des Freizeitclubs ein Thema.

„Die Wismarsche Straße ist eine mittelschwere Katastrophe“, erklärte Gudrun Seidel. Sie findet es äußerst gefährlich, was sich dort abspielt, wenn sich Rad- und Autofahrer neben den geparkten Fahrzeugen begegnen und dann Menschen diese Straße auch noch überqueren wollen. Dabei denkt sie nicht nur an die älteren Bürger, sondern zum Beispiel auch an Mütter mit ihren Kindern.

„Wir brauchen unbedingt eine verkehrsfreie Zone. Es sollte ein Boulevard mit Bänken und Blumen entstehen“, so Manfred Bade (79). Das Argument von Gewerbetreibenden, dass beim Einrichten einer Fußgängerzone weniger Kunden in ihre Läden kommen, lässt Wolfgang Seidel, Vorsitzender des Freizeitclubs, nicht gelten. Auch wenn die Kunden dann nicht mehr direkt vor dem Geschäft parken könnten, würden die Wege für sie sehr kurz bleiben. Denn Parkmöglichkeiten gibt es mit dem Markt und dem Sparkassenplatz ja an beiden Enden der Wismarschen Straße. Die Kunden müssten dann, so Wolfgang Seidel, maximal 150 Meter laufen.

Ilse Klein (68): "An eine Fußgängerzone müssten sich die Menschen nur gewöhnen. Dann wäre das kein Problem." Quelle: Dirk Hoffmann

„Wir tun viel für unsere Gesundheit. Dann sollte es uns auch Wert sein, diese Straße in eine Fußgängerzone umzuwandeln“, meint auch Ilse Klein (68). In ihren Augen sei es einfach eine Sache, an die sich die Menschen erst gewöhnen müssten. Dabei vergleicht sie es mit dem Rauchen. Nach dem Verbot war der Aufschrei in den Gaststätten zunächst auch groß, heute würde sich darüber aber niemand mehr aufregen.

Ob sich an der jetzigen Situation etwas ändert, das dürfte sich wohl Mitte des Jahres entscheiden. Denn in der eingangs erwähnten Stadtvertretersitzung hatten die Abgeordneten beschlossen, dazu am Tag der landesweiten Kommunalwahlen am 26. Mai einen Bürgerentscheid durchzuführen. Dabei soll allerdings nur die Frage geklärt werden, ob die Bürger dafür sind, dass die von der Kreuzung zur Santower Straße bis hin zum Markt auf der rechten Seite befindenden Parkplätze in der Wismarschen verschwinden und dadurch ein Gehweg mit einer Breite von dann 3,30 Meter entsteht. Bei der Maßnahme mit Gesamtkosten von etwa 490 000 Euro könnten auch Haltezonen für Lieferanten und Aufenthaltsbereiche für Fußgänger geschaffen werden, wie es in dem Beschluss dazu heißt.

So wie beim monatlichen Treffen mit dem Schwerpunkt Wismarsche Straße werden auf den Veranstaltungen des Freizeitclubs immer wieder einzelne Themen besonders behandelt. Und wie aktiv der Freizeitclub ist, das war darüber hinaus diesmal sehr eindrucksvoll in einem von Eberhard Ploen aufgenommenen Video zu sehen. Vorgestellt wurde die Arbeit der einzelnen Interessengruppen. Zu ihnen gehören die Sport- und die Bastelgruppe, die beide Gudrun Seidel leitet, die Diabetikergruppe von Werner Schmidt, die Tanzgruppe unter der Leitung von Ingrid Seja und die Literaturgruppe von Ilse Klein, die auch schon Sketche bei Weihnachtsfeiern und anderen Veranstaltungen aufführte.

Weitere Interessengruppen, die in dem Video ebenfalls vorgestellt wurden, sind die der Handarbeit unter der Leitung von Helga Paap, die Küchengruppe von Renate Schnur, die Singegruppe mit dem Dreigestirn Lisa Pohl, Barbara Kossakowski und Ute Kinski an der Spitze und die Interessengruppe Nordic-Walking mit Monika Krejci, die sich zum Beispiel an jedem Dienstag um 8.30 Uhr zu einer knapp fünf Kilometer langen Runde um den Vielbecker See trifft.

Leider, so Vorstandsmitglied Gudrun Seidel, muss der Freizeitclub jedes Mal 48 Euro an Miete für den Luise-Reuter-Saal zahlen, wenn sich hier die Interessengruppen wie Sport, Singen oder Basteln treffen. Hier würden sie und die anderen 116 Mitglieder sich ein Entgegenkommen der Stadt sehr wünschen. „Denn wir tun doch etwas für die Senioren unserer Stadt“, so Gudrun Seidel.

Dirk Hoffmann

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