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Nordwestmecklenburg Grevesmühlenerin liebt ihre Harley und das Vogelgezwitscher
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlenerin liebt ihre Harley und das Vogelgezwitscher
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20:18 05.07.2013

Mit 56 Pferdestärken und mehr als 1300 Kubikzentimeter Hubraum unter dem Sitz knattert Sabine Freytag über den Asphalt. Ihre Harley-Davidson Heritage schnurrt zwar nicht wie ein kleines Kätzchen, sondern brüllt eher wie ein Löwe, ist trotzdem zuverlässig und das schon seit fast 20 Jahren. Dabei mag die 57-Jährige zu laute Klänge eigentlich gar nicht. „Das Motorrad ist natürlich laut. Aber es gibt auch Leute, die da noch extra etwas rumbasteln, um die Maschinen lauter zu machen. Das mag ich überhaupt nicht“, erklärt die 57-Jährige Inhaberin eines Grevesmühlener Autohauses.

Die in Rüting wohnende Motorradfahrerin ist eine von 865 Frauen, die in Nordwestmecklenburg ein Zweirad auf sich angemeldet haben. Sie gehört zu den 12,9 Prozent Frauen im Kreis, die die eigentliche Männerdomäne durchbrechen. Dabei fühlt sich Sabine Freytag in ihrer fünfköpfigen Motorrad-Crew erst richtig wohl. Denn hier ist sie die einzige Frau. Das hat auch Vorteile. „Es macht mir richtig Spaß

in unserem Club. Wir rasen nicht. Wir genießen die Fahrt und die Geräusche abseits der Straße. Wenn ich fahre, möchte ich die Vögel zwitschern hören“, erklärt Sabine Freytag, die mit dem Team einmal pro Monat eine sonntägliche Ausfahrt und zwei Mal im Jahr eine Wochenendtour macht. „Jeder bringt sich da mit ein. Leider haben wir alle irgendwie nicht so viel Zeit für unser Hobby. Aber wir machen so oft es geht unsere Touren“, so die Rütingerin, die schon früh das Basteln an Autos und Motorrädern lernte. „Ich habe meinem Mann oft dabei geholfen, an den Autos herumzuschrauben. Am Ende habe ich die Kupplungen auseinander- und wieder zusammengeschraubt und er hat sie nur noch ins Fahrzeug eingebaut.“ Den Führerschein für das Motorrad hat die Autohaus-Besitzerin allerdings erst 1994 gemacht, nachdem sie lange Zeit auf der Koppel geübt hatte und ihr Mann sie endlich überredete, den Führerschein zu machen.

Die Leidenschaft für das Motorisierte ist auch nach dem Tod ihres Mannes vor neun Jahren erhalten geblieben. Zahlreiche Fahrzeuge verschiedenster Herkunft nannte die 57-Jährige lange ihr Eigen. Auch wenn sie sich nach und nach von den meisten Fahrzeugen trennte, ist ihr ein zweiachsiger Geländewagen aus sowjetischer Produktion, ein GAZ 69, noch erhalten geblieben. Auch dort setzt sich Sabine Freytag gerne hinter das Steuer. „Damit machen wir auch schon mal Ausflüge mit den Kollegen oder ziehen beim Stadtfestumzug die Gulaschkanone“, erklärt die begeisterte Motorradfahrerin und setzt sich wie selbstverständlich schon mal für ein Bild locker in den riesigen Geländewagen.

Maik Freitag

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