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Nordwestmecklenburg Grevesmühlens Bahnhof wird ab 2017 saniert
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlens Bahnhof wird ab 2017 saniert
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20:39 05.10.2016
Der Bahnübergang im Questiner Weg ist mit einer Halbschranke ausgestattet. Dort will die Deutsche Bahn ebenfalls investieren.

Wenn im kommenden Frühjahr das Grevesmühlener Bahnhofsgebäude offiziell eröffnet wird, dann haben Land und Stadt mehr als zwei Millionen Euro in das Haus und das Umfeld investiert. Und ein Denkmal erhalten, das sowohl von innen als auch von außen als Schmuckstück zu bezeichnen ist. Fertig ist das Areal am Bahnhof dann allerdings noch längst nicht. Denn während das Bahnhofsgebäude samt den umliegenden Flächen inzwischen der Stadt gehören, betreibt die Bahn mit ihrem Firmengeflecht das Schienennetz sowie die Bahnübergänge und Bahnsteige – und die befinden sich in Grevesmühlen in einem katastrophalen Zustand.

Derzeit liegen die Pläne für den Umbau der Bahnsteige und der Bahnübergänge im Bauamt der Stadt aus.

Historie

1870 wurde die Bahnstrecke Lübeck-Bad Kleinen eingeweiht. Damit entwickelte sich der Süden von Grevesmühlen mit dem historischen Bahnhofsgebäude und den Industrieanlagen wie dem Sägewerk.

Der zugewucherte Bahnsteig und die verdreckte Unterführung sorgen seit Jahren für Ärger bei den Bahnreisenden. Und das sind immerhin pro Tag 575.

Doch jetzt gibt es gute Nachrichten, derzeit liegen im Bauamt der Stadt Grevesmühlen die Pläne für die Sanierung der Bahnsteige, der Bahnübergänge und der Unterführung aus. Konkret geht es um den Bereich zwischen der Brücke Schweriner Landstraße bis zum Bahnübergang im Questiner Weg. In diesem Abschnitt soll ab dem kommenden Jahr alles neu gestaltet werden, teilt ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Unter anderem auch die beiden Bahnübergänge. In den vergangenen Jahren gab es bereits Spekulationen darüber, dass bei einer Elektrifizierung der Strecke Lübeck-Bad Kleinen der Bahnübergang in der Rehnaer Straße geschlossen werden würde. Das sei kein Thema mehr, heißt es dazu auf Anfrage der Redaktion vonseiten der Deutschen Bahn, der Übergang wird ebenso wie die Anlage im Questiner Weg erneuert.

Wer allerdings auf einen Aufzug statt der Unterführung gehofft hatte, der wird enttäuscht. Denn, wie die Bahn mitteilt, die Unterführung, die aus Fachwerk besteht, steht unter Denkmalschutz.

Bedeutet: Kein Abriss sondern Sanierung. Und einen Aufzug gibt es erst, wenn mehr als 1000 Passagiere pro Tag den Bahnhof nutzen, davon ist Grevesmühlen meilenweit entfernt.

Das Thema Inklusion ist aktuell keins in Grevesmühlen. Denn weder Menschen mit Behinderungen noch Mütter mit Kinderwagen haben derzeit eine Chance, auf den Bahnsteig zu gelangen. Einzige Möglichkeit:

Sie müssen bei der Deutschen Bahn um Hilfe ersuchen. Ansonsten schaffen weder ein Rollstuhlfahrer noch Eltern mit Kinderwagen die Treppen in der Unterführung. Hinzu kommt, dass die neuen Triebwagen deutlich höher sind als ihre Vorgänger. Die Folge: Die Einstiegshöhe auf dem Bahnsteig ist für ältere Leute nur mit Mühe zu bewältigen.

Laut den Plänen der Stadt Grevesmühlen wird es in absehbarer Zeit eine Möglichkeit geben für Menschen mit Handicap, den Bahnsteig zu erreichen – allerdings auf Umwegen. Denn die Parkplätze befinden sich direkt vor dem Bahnhofsgebäude, der Zugang erfolgt allerdings über den Bahnübergang Rehnaer Straße. Anders, so begründen die Planer diesen fast 200 Meter langen Umweg, sei das Gefälle für die Rampe nicht zu erreichen, damit Rollstuhlfahrer auch eine Chance haben, auf den Bahnsteig zu gelangen.

Arbeiten in Bad Kleinen

Der Bahnhof Bad Kleinen wird derzeit nach Angaben der Deutschen Bahn zu einer modernen und barrierefreien Verkehrsstation umgebaut. Unter anderem werden die zwei Inselbahnsteige neu gebaut. Eine neue Fußgängerüberführung mit Aufzügen ermöglicht künftig den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen vom Bahnhofsvorplatz aus. Derzeit wird mit den Umbauarbeiten begonnen.

Zunächst wird vom 14. November bis 9. Dezember ein Behelfsbahnsteig am Gleis 6 errichtet. Dieser aus Betonfertigteilen bestehende Bahnsteig wird 140 Meter lang, 2,50 Meter breit und 38 Zentimeter hoch. Er verfügt über eine Beleuchtung sowie eine Beschilderung. Es ist vorgesehen, diesen Behelfsbahnsteig zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2016 in Betrieb zu nehmen. Voraussichtlich 2019 werden alle Arbeiten abgeschlossen. Bis dahin müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen.

Michael Prochnow

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