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Nordwestmecklenburg Große Sorge um die Alleen im Kreis
Lokales Nordwestmecklenburg Große Sorge um die Alleen im Kreis
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20:16 03.02.2018
Wir können nicht alles auf die lange Bank schieben.Petra Kesper (Die Grünen) Ausschussvorsitzende

Große Sorge um die Alleen im Landkreis Nordwestmecklenburg. Der Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft des Kreistages unter Vorsitz der Grünen-Politikerin Petra Kesper will nun gezielt Fraktionsarbeit betreiben, um den Kreistag dazu zu bewegen, konkrete Maßnahmen zum Erhalt der Alleen in Nordwestmecklenburg zu verabschieden.

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Zustand ist teils besorgniserregend / Fachausschuss des Kreistages fordert Maßnahmen.

„Wir können doch nicht schon wieder, vor allen Dingen aus Kostengründen, alles auf die lange Bank schieben“, verlangte Petra Kesper auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses in der Grevesmühlener Malzfabrik von Vize-Landrat Mathias Diederich (CDU).

Der hatte zuvor die Sinnhaftigkeit des vom Ausschuss verlangten Alleen-Konzeptes – insbesondere der Datenerfassung – angezweifelt und ausgeführt, dass die Verwaltung bereits 90 000 Euro für die einmal pro Jahr vorgeschriebenen Baumgutachten im Landkreis ausgäbe. Dabei allerdings, räumte Mathias Diederich ein, ginge es in erster Linie um „die Gewährleistung der Verkehrssicherheit“.

Interaktives Kataster bleibt Zukunftsmusik

Ein spezielles mit Koordinaten versehenes, interaktives Kataster für Alleebäume, das im Internet von jedem einzusehen wäre, hält der stellvertretende Landrat sowohl vom Arbeitsaufwand, als auch kostenmäßig, für nicht machbar. „Wir haben zwar im Rahmen der Umstellung auf die doppische Haushaltsführung jeden Baum im Landkreis, der uns gehört, erfasst, wir kennen also alle 23 000 Bäume an unseren Kreisstraßen. Aber das, was der Ausschuss will, also auch Angaben zum Untergrund und Angaben zu möglichen Ersatzbaumarten, das können die Daten nicht leisten“, merkte Mathias Diederich an.

Klar sei lediglich die Baumart sowie die Beschaffenheit von Krone, Wurzel und Stamm.

Unterstützung erhielt die Ausschussvorsitzende Petra Kesper in den Reihen der Mitglieder, unter anderem von Hansjörg Rotermann (LUL), der von der Kreisverwaltung verlangte, den Fokus unbedingt zu ändern: „Es geht hier nicht nur um die Erfordernisse der Verkehrssicherheit. Es geht vor allen Dingen auch um die notwendige Pflege von Alleebäumen“, verdeutlichte er.

Neu angelegte Alleen entwickeln sich nicht richtig

Tatsächlich sind nicht nur alte Alleen in Nordwestmecklenburg in einem zum Teil besorgniserregenden Zustand. Auch bereits vor ungefähr 20 oder 25 Jahren angelegte Alleen, die als Ausgleichsmaßnahme für erfolgten Straßenausbau geschaffen wurden, entwickeln sich aufgrund fehlender Baumpflege nicht in die richtige Richtung. „Damit eine Allee mit hohen Bäumen entsteht, ist systematischer Baumschnitt notwendig“, so Hansjörg Rotermann. „Hätten unsere Vorfahren das nicht regelmäßig getan, wären die Alleebäume nie so gewachsen“, ergänzte er.

Mathias Diederich schlug vor, sich nicht auf die aufwendige Erstellung eines Konzeptes zu versteifen, sondern stattdessen gleich zur Entwicklung konkreter Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Bauamt, der Unteren Naturschutzbehörde und den Straßenmeistereien überzugehen. „Wir haben einerseits bereits gewisse Daten, andererseits wissen diese Amtsbereiche Bescheid über den Zustand der Bäume, über geplante Baumaßnahmen und notwendige Ausgleichspflanzungen.“

Bei einigen Ausschussmitgliedern fand das Anklang. Rotermann schlug vor, eine konkrete Zielsetzung zu verabschieden. „Wir arbeiten jedes Jahr zehn Kilometer Allee ab, alte oder junge Bestände.“ Auch die Ausschussvorsitzende Kesper verlangte von der Verwaltung einen „Vorschlag für einen konkreten Anfang“. Diederich versprach, bis zur nächsten Sitzung am 29. März die Straßenmeisterei und die Untere Naturschutzbehörde mit einbezogen zu haben und zur Ausschusssitzung einzuladen.

Annett Meinke

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