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Nordwestmecklenburg Großer Auftritt mit kleinen Figuren
Lokales Nordwestmecklenburg Großer Auftritt mit kleinen Figuren
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20:31 02.06.2017
Mein großes Anliegen ist es, die Fantasie der Menschen zu pflegen oder auch wachzuküssen.Gertraud Häfner (60) Figurentheaterspielerin

Die Selmsdorferin Gertraud Häfner führt morgen und am Pfingstmontag ihr neues Stück auf. „Die Inszenierung entstand, um das zehnjährige Bestehen meines Theaters Zaunkönig gebührend zu feiern“, erläutert die Figurentheaterspielerin. Ihr neues Stück trägt den Titel „Puppenspielers Alptraum“. So viel kündigt Gertraud Häfner vorab an: „Es handelt sich dabei eher um eine vergnügliche als um eine gruselige Angelegenheit.“ Die Vorstellungen beginnen morgen um 15, 17 und 19 Uhr sowie am Pfingstmontag um 11, 14 und 16 Uhr in der Selmsdorfer Kirche. Der Eintritt ist frei.

Premiere: Gertraud Häfner vom Theater Zaunkönig spielt ihr neues Stück.

Gertraud Häfner arbeitete 19 Jahre am Lübecker Marionettentheater Fritz Fey. Sie berichtet: „Als dieses Theater 2007 in ein Gastspielhaus ohne fest angestelltes Ensemble umgewidmet wurde, gründete ich mein eigenes Ein-Frau-Mobiltheater, das Theater Zaunkönig.“ Ihr großes Anliegen sei es, die Fantasie der Menschen zu pflegen oder auch wachzuküssen. Deshalb spiele sie bewusst mit einfachen Mitteln. Sie arbeitet oft mit Alltagsgegenständen wie Blumentöpfen, Kartons und Schirmen. Sie erklärt: „Im Grunde lade ich die Kinder durch mein Spiel zur Nachahmung ein, denn wenn sie zunächst in die Nachahmung gehen, entwickeln sie daraus meist eine eigene Sache, ihre eigene Kreativität.“ Gertraud Häfners hat die Erfahrung gemacht: „Oft genug beginnen Nachahmung und Abwandlung in Eigenes bereits dann.“ Die Selmsdorferin tritt vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auf. Sie gastierte mit ihrem Theater Zaunkönig aber auch schon in Niedersachsen, Hamburg, Rheinland- Pfalz und Baden-Württemberg.

Gertraud Häfner wurde 1957 in Stuttgart geboren. Sie wuchs mit viel Lesen, Vorlesen, Erzählen und Musik auf und spielte ausgiebig mit Puppen. Im Alter von 18 Jahren baute sie ihre erste Marionette. Nach dem Abitur lernte sie, wie sie sagt, einen „richtigen Beruf, der Sicherheit zu versprechen schien“: Heilpädagogin. Von 1976 bis 1986 arbeitete sie in diesem Beruf. Doch dann wurde sie schließlich das, was sie wollte und konnte: Puppenspielerin. Zunächst absolvierte sie das Figurentheaterkolleg in Bochum. 1988 kam sie ans Lübecker Figurentheater Fritz Fey. Am 24. Februar 2007, ihrem 50. Geburtstag, machte sie sich in Selmsdorf selbstständig. Die Figurentheaterspielerin erläutert den Hintergrund ihrer Aufführungen an den beiden Pfingsttagen: „Seit einigen Jahren ist die Kirche in Selmsdorf eine weitere Adresse im Angebot von Kunst Offen“. In diesem Jahr ist in der Kirche auch eine Ausstellung mit Aufnahmen indischer Puppenspieler zu sehen.“

Jürgen Lenz

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